weitere Spur zu finden, der nächtliche Regen hatte Alles verwaschen und wir mussten die Verfolgung aufgeben. Husfield behauptete nun steif und fest, die Tiere seien noch in der Ansiedlung, und wir suchten jeden Winkel der Niederung aus, in den nur ein Pferd möglicher Weise eindringen konnte, doch umsonst. Sie sind fort, obgleich das W i e ? mir selbst ein Rätsel ist."
"Auch wohl das W o h i n ?" sagte Bahrens.
"Nun, das weniger, doch wahrscheinlich nach Texas. Ich muss nur selbst einmal nach Texas gehen, um das Volk dort kennen zu lernen. Wenn man auch keine bekannten M e n s c h e n da finden sollte, bekannte Pferde trifft man sicherlich."
"Es war ja auch an jenem Abend, an welchem die Indianerin ermordet wurde, nicht wahr? Habt Ihr denn gar nichts davon gehört?" fragte Roberts – "Ihr müsst dicht an der Stelle vorbeigekommen sein."
"Ich glaube – ja, mir ist es wenigstens so, als ob Jemand erwähnt hätte, er höre einen Schrei. Das war gerade, als wir an die Furt kamen, und es wird wahrscheinlich das arme Weib gewesen sein; die Entfernung zwischen der Hütte und der Strasse ist gar nicht so bedeutend. Wisst Ihr denn nicht, wo der Indianer jetzt ist, Brown?"
"Nein," erwiderte dieser, "vier Tage nach dem Begräbniss seiner Squaw, in welcher Zeit er ein kleines Feuer am grab unterhalten und fortwährend frische speisen daneben gestellt hatte, verliess er die Gegend, hat sich wenigstens nicht wieder bei uns sehen lassen. Doch erwarte ich ihn mit jedem Tage zurück, denn dass er das L a n d verlassen habe v o r der Erfüllung seines Racheschwures, glaube' ich nun und nimmermehr."
"Wo mag er sich aber nur herumtreiben?"
"Sorgt für den nicht," sagte Bahrens – "der kriecht umher und spionirt, wer weiss, wie bald er wieder da ist und irgendwo ein Nest aufgefunden hat. Ihr Regulatoren könnt Euch kein besseres Mitglied wünschen, als eben den Indianer."
"Ist es wahr, Brown, dass sie Euch zum Anführer an Heatcotts Stelle gewählt haben?" fragte Roberts.
"Husfield und mich," erwiderte der junge Mann, "ihn am Petite-Jeanne, mich am Fourche la fave; doch werde ich meine Stelle niederlegen, sobald mein Schwur erfüllt ist und die Mörder des jungen Heatcott wie die der Indianerin entdeckt und bestraft sind. Wie ich aber höre, soll Mr. Rowson sehr eifrig gegen die Verbindung der Regulatoren, als etwas nicht allein Ungesetzliches, sondern auch Unchristliches predigen."
"Er ist seit acht Tagen verreist," sagte Roberts, "wie ich höre, an den Mississippi und nach Memphis, um dort verschiedene Einkäufe zu machen, muss aber in dieser Woche wieder eintreffen. So viel ich weiss, will er Atkins Land kaufen, was ganz guter Boden ist, wenn er nicht so viel Sumpfland –"
"Atkins will ausverkaufen?" fragte Mullins, "davon weiss ich ja noch keine Silbe. Also er hat schon einen Käufer?"
"Rowson schien das Land zu gefallen," sagte Roberts, "und ich habe nichts dagegen, dann kommt Marion wenigstens nicht so weit fort. Und da wir das neue Betaus am Wege nach der Leftandfork bauen wollen, denn die Stämme sind schon seit Weihnachten dazu gehauen, und ich sollte sie zusammen –"
"Gentlemen, rückt Eure Sitze her zum Tisch und nehmt fürlieb mit dem, was wir haben," rief Brown jetzt dazwischen, der indessen mit Cooks hülfe das einfache Mahl bereitet.
"Wie wär's, wenn wir ein Stück Panterfleisch kosteten?" lachte Roberts.
"Danke schön," sagte Bahrens, "danke, das hab' ich einmal versucht, und der Ekel hat mich nachher sterbenskrank gemacht."
"Wo denn?" rief Harper, der eben seine Tasse Tee zum mund führen wollte und nun erwartungsvoll inne hielt.
"Wo denn? Nun im wald draussen, wo denn anders?" erwiderte Bahrens – "es war am Washita, und wir hatten den ganzen Tag gejagt, bis Abends spät, wo ich ohne eine Klaue an dem verabredeten –"
"Ihr hattet Euch wohl den Fuss vertreten?" fragte Roberts, indem er Harper von der Seite zublinzelte.
"Oh, geht zum Teufel!" fuhr Jener ärgerlich in seiner Erzählung fort – "zu dem verabredeten Lagerplatz zurückkam. Da ging's hoch her. Eine Menge Knochen lagen am Feuer und dicht daneben über dem kurz abgehauenen Zweig eines niederen wilden Pflaumenbäumchens hing ein abgestreiftes und, wie die Anderen sagten, junges Hirschkalb, das delicat schmecken sollte; die Läufe, der Kopf und eine der Keulen fehlten übrigens, und als ich danach fragte, sagten sie, sie hätten die Keule gegessen und das Uebrige den Hunden gegeben. Ich also nicht faul über das Wildbret her, schnitt mir ein tüchtiges Stück herunter und briet und verzehrte es ganz allein, da die Schufte satt zu sein behaupteten.
Wie ich im besten Essen war, kommt mein Hund, der ebenfalls hungrig, überall herumgeschnüffelt hatte, und bringt etwas im Maule angeschleppt bis dicht zu mir hin, als ob er sagen wollte: 'Du, sieh einmal nach, was sie hier geschossen haben', und was war es?