kann sich Mr. Roberts trocknen und da ist's auch noch immer Zeit, das Bestie abzustreifen."
"Ich wollte, ich wüsste, wo mein Pferd wäre," meinte Roberts besorgt, "wenn das nur nicht irgendwo mit dem Zügel im Busche hängen bleibt. Ich habe ihm zwar einen Knoten hineingemacht, und er kann nicht sehr weit herunterhängen, es ist aber doch möglich."
"Habt keine sorge," sagte Bahrens, "da kommt Mullins und bringt es mit sich. – Wo war das Pferd, Mullins?"
"Es stand dort, wo der Panter wahrscheinlich zum ersten Mal durch den Fluss setzte, und weidete, der Ufer mochte ihm zu steil gewesen sein," rief Mullins, der in diesem Augenblick mit dem vermissten Tiere herbeikam; "aber hallo, das ist ein starker Bursche. Von dem wundert's mich nicht, dass er das grosse Pferd umwerfen konnte."
Es war auch allerdings ein ausserordentlich starker Panter, dem sie von Tagesanbruch an nachgehetzt, ehe sie ihn zum Aufbäumen bringen konnten. Wahrscheinlich hätte er sich auchjetzt noch nicht ohne Roberts' Kugel gestellt, die ihn geschmerzt und geschwächt. Er sollte nun auf Cook's Pferd gehoben werden; obgleich Cook aber versicherte, dass dies schon mehr als zehn Bären, und ohne das mindeste Zeichen von Furcht zu verraten, getragen habe, so war es doch unter keiner Bedingung zu bewegen, den toten Panter auch nur auf fünf Schritt an sich hinan zu lassen. Vergebens wischten sie ihm den Schweiss des Erlegten an das Maul – es war nicht der Schweiss, vor dem es sich scheute, es war die scharfe, ihm fürchterliche Witterung und die Männer mussten sich zuletzt dazu verstehen, den Panter an Ort und Stelle abzustreifen und die Haut allein mitzunehmen. Aber selbst diese brachten sie nur mit genauer Not auf den rücken eines der Pferde, das fortwährend scheu den Kopf zurückwarf und durch alle nur erdenklichen Seitensprünge der ihm unangenehmen Last sich zu entziehen suchte.
Bald erreichten sie jedoch Harper's wohnung, befestigten dort ihre Tiere an den diese umgebenden büsche und traten ein.
19.
Harper's wohnung. – Cook's Bericht über die
Verfolgung der Pferdediebe. – Harper's und
Bahrens' wunderbare Erzählungen.
Dort sah es freilich noch immer nicht so freundlich und wohnlich wieder aus, als damals, da Harper noch kräftig und stets in guter Laune die kleine Junggesellenwirtschaft führte. Zwar hatte er sich in der letzten Woche wieder ziemlich von seiner Krankheit erholt, die Schwäche aber, die stets eine unvermeidliche Folge des Fiebers bleibt, war noch aus allen seinen Bewegungen leicht zu erkennen, ja sogar das sonst so lebensfrohe, gesundkräftige und rote Antlitz hatte eine recht hässliche Aschfarbe angenommen und die Backenknochen ragten daraus hervor, als ob sie sich, über solche Veränderungen verwundert, im übrigen Gesicht umschauen wollten.
Die Nachbarn verliessen ihn aber in der Zeit der Not nicht; Jeder war ihm gut und abwechselnd waren sie mit Brown an seinem Bette, so lange er noch darnieder liegen musste, und brachten oft Tage damit zu, ihn zu zerstreuen und aufzuheitern.
Bahrens besonders hatte eine eigene Zuneigung zu ihm gefasst und war ein häufiger und gerngesehener
Auf dem rauh aufgeschlagenen Bettgestell, auf seiner mit spanischem Moos gestopften Matratze lehnte Harper, und seine Augen, wenn auch noch immer nicht in dem alten Feuer erglühend, glänzten beim Anblick der lieben Gäste fast in gewohnter Fröhlichkeit. Herzlich grüssend, streckte er den Eintretenden, besonders Roberts und Bahrens, die ebenfalls etwas abgemagerte, bleiche Hand entgegen.
"Willkommen, Ihr Alle! Willkommen, Roberts – Ihr seid mir ein schöner Patron; also wilde Bestien sind nötig, um Euch einmal zu mir zu bringen; wahrlich nicht übel. Doch Gott segne mich, wie seht Ihr denn aus, Ihr seid ja wie aus dem wasser gezogen. Heh, Bill, gieb doch Roberts andere Kleider, der kann ja den Tod davon haben."
"Danke, danke," sagte dieser, als der junge Mann ihm einen warmen, trockenen Anzug brachte und ihm beim Aus- und Ankleiden behilflich war, "danke schön; – aber, Brown – mit Euch habe ich ein besonderes Hühnchen zu pflücken; meine Alte ist schön bös auf Euch, dass Ihr Euch gar nicht mehr sehen lasst. Noch von der Pantergeschichte her, als Marion mit Euch war, wo Ihr auf so eine Bestie schosset, die auch ziemlich gut getroffen sein musste, denn wie ich höre, hat sie Cook's ältester Junge zwei Tage darauf gefunden, das Gerippe wenigstens, und einen teil der Haut, sonst waren die Aasgeier –"
Brown hätte ihn ruhig fortreden lassen, Cook fasste ihn aber am Arm und rief:
"Hallo da – jetzt geht die Reise wieder fort, gerade östlich, wie die Post – so – da setzt Euch zum Feuer, und Ihr, Harper, kommt ebenfalls lieber näher zum Kamin, denn wenn wir auch die Spalten ziemlich verstopft haben, so ist doch noch immer Luft genug, und Ihr könntet Euch wieder erkälten. Der verdammte Wind pfeift hindurch."
"Habt Ihr wohl ein Waschbecken hier?" fragte Roberts; "beim Herausklettern aus dem Fluss bin ich mit den Händen so schändlich tief in den Schlamm gefahren –"
"Ach, Cook, seid so gut und gebt ihm einmal das eiserne Aufwaschgeschirr dort – das ohne Griff – Ihr wisst ja schon!"
"