hinlänglich ist. – Mich schüttelt's, dass mir die Zähne im mund zusammenschlagen; wenn wir nur ein Feuer anzünden könnten."
"Mit was denn?" fragte der Andere – "Alles ist nass und aufgeschwemmt, und ich habe nicht einmal einen Tomahawk bei mir, um trockene Späne zu bekommen. Als ich heute Nachmittag hier war, hatte' ich zwar ein kleines Feuer, hab' es auch, wie ich fortging, mit Asche bedeckt, um Glut zu haben, jetzt aber," sagte er, in dem Kamin mit der Fussspitze herumfühlend und die Asche bei Seite schiebend, "ist Alles dunkel wie die Nacht. Wir dürfen uns übrigens gar nicht so lange hier aufhalten, ich wenigstens nicht, denn ich muss morgen Abend wieder zu haus sein, da sich unsere Nachbarschaft in der nächsten Woche ein wenig in Aufregung befinden wird. Sobald das Wetter nur etwas nachgelassen hat, geh' ich."
"Unsere Pferde werden sich doch indessen nicht losreissen? wir hätten sie lieber mit herbringen sollen."
"Denken gar nicht dran – in solchem Wetter stehen sie still und rühren sich nicht. – Nein, ich habe sie mit Willen nicht in diese Gegend geführt, da ich hier nicht gern Pferdespuren haben will. Doch jetzt zu unserer Verabredung; die Zeit ist kostbar, und das uns vergönnte halbe Stündchen müssen wir benutzen. Wann gedenkt Ihr wieder zurück zu sein?"
Brown, für den die erste Ueberraschung im Anfang wirklich etwas Lähmendes gehabt hatte, wurde noch mehr durch die dunkeln Worte stutzig gemacht, die dieses Wetter als "gut für Geschäfte" priesen, und er wusste wirklich nicht gleich, was er tun, ob er sich zu erkennen geben oder ruhig liegen bleiben sollte. Der Gedanke, den Horcher zu spielen, war ihm aber zu fatal, und schon wollte er durch einen Anruf seine Gegenwart verraten, als ihn die Aeusserung des Einen auf's Neue in seinem Vorsatze wankend machte. Der Widerwille des einen Fremden gegen Pferdespuren in der Nähe dieser Hütte machte ihn stutzig.
"Sollten diese Männer zu der Bande gehören, zu deren Unterdrückung sich die Regulatoren vereinigt hatten?" war sein erster Gedanke, und das fortgeführte Gespräch musste ihn immer mehr in diesem Verdacht bestärken. Leise zog er deshalb nur das Messer aus der Schneide, denn wenn er entdeckt, musste er auf einen Angriff gefasst und zur Verteidigung gerüstet sein, und schmiegte sich dann mit angehaltenem Atem in seine Ecke zurück, um zu vernehmen, welche Pläne diese würdigen Leute hierher geführt, und ob es ihm vielleicht vorbehalten sei, einen ihrer Anschläge zu nichte zu machen.
"Wann ich zurück sein kann?" antwortete der Andere nachdenkend – "ja darüber können immer vierzehn Tage bis drei Wochen verlaufen. – Der Platz ist weit von hier und ich muss sehr vorsichtig zu Werke gehen."
"Vergesst nur, ehe Ihr zu meinem haus kommt, nicht die Vorsicht an dem kleinen Bach," erwiderte ihm der Andere. "Wenn Spuren auf mein Haus zurückführten und die gottverdammten Regulatoren Wind bekämen, so möchte eine Nachsuchung unvermeidlich werden, und das könnte Euch ebenfalls Schaden bringen."
"Mir? wie so denn?"
"Nun, wenn sie Eure Pferde erwischen, glaubt Ihr, ich bezahle Euch nachher den Gewinn oder vielmehr Verlust heraus?"
"Ja so – ich glaubte schon, Ihr meintet es auf andere Art; – nein, habt keine Angst, ich kenne die Vorsichtsmassregeln genau. Aber halt – da fällt mir noch etwas ein: wahrscheinlich werde ich selbst die Pferde nicht ganz bis zu Euch transportieren können. Ich habe gerade in jener Zeit Geschäfte, die mir hoffentlich mehr einbringen sollen; sind diese beendet, dann kehre ich bei Euch ein und wir können mit einander abrechnen. Uebrigens noch Eins: vertraut dem Mann, der Euch die Pferde bringt, in jeder Hinsicht, nur – nur gebt ihm kein Geld für mich."
"Habt keine Angst. – Wird er aber die Platz kennen, wo er vor meinem haus vom Wege abbiegen muss?"
"Genau – er hat sie mir Stelle selbst und zuerst beschrieben."
"Kenn' ich den Mann?"
"Ich glaube nicht."
"Wie soll ich aber da wissen, ob er der ist, dem ich mein geheimnis anvertrauen darf?"
"Hahaha – der kennt es gut genug, doch halt – damit Ihr Euch besser verständigen könnt, so mag er nach dem Fourche la fave fragen. – Ihr antwortet ihm darauf, dass der neben dem haus fliesst. Seine nächste Frage hierauf sei: 'wie steht's mit der Weide in hiesiger Gegend?' und wenn er Euch zum dritten Mal um einen Trunk wasser ersucht, so öffnet ihm Tor und Tür – es ist der Rechte."
"Gut – solche Vorsicht ist allerdings notwendig, denn ich habe nicht allein oft Gäste aus der Nachbarschaft, sondern meine Pflegetochter, die bei mir im haus wohnt, darf ebenfalls nichts davon erfahren. – Der Teufel traue Weiberzungen, 's ist schon gefährlich genug, dass es meine Alte weiss. Doch jetzt gute Nacht – der Regen hat nachgelassen, und ich muss heim. Euch wär's auch besser, dass Ihr diesen Platz so schnell wie möglich wieder verliesset. Mich wundert's, dass Ihr, wenn nur die Hälfte von dem wahr ist, was man sich von Euch erzählt, nur