, Halunken, wartet – der Strafe entgeht Ihr diesmal nicht."
"Bezweifle sehr, dass sie warten werden," lachte Cook – "die Spuren sehen auch gar nicht danach aus; – Wetter, wir sie hier eingegriffen haben – Husfield, wir werden scharf reiten müssen, wenn wir sie morgen einholen wollen."
"O b wir scharf reiten – und wenn ich auch d i e s e Pferde zu grund richte; lieber alle verloren, aber hängen muss ich die Canaillen sehen – hängen – sonst kann ich nicht mehr ruhig schlafen."
"Mir war's, als ob ich einen Schrei hörte, wie wir dort oben um die umgefallene Eiche herumritten," sagte Curtis – "war's Euch nicht auch so?"
"Ja," erwiderte Husfield – "ich hörte etwas, das wird aber wohl ein Panter gewesen sein, es gibt deren noch einige hier im Schilfbruch."
"Oh genug," rief Cook – "besonders hier in der Gegend. Vor acht Tagen habe ich erst einen geschossen, und Fährten sind im Ueberfluss da."
"Wie ist denn die Furt?" fragte Husfield jetzt, sich im Sattel zurückbiegend; "irgend eine tiefe Stelle hier, die gefährlich werden könnte?"
"Ja – auf der anderen Seite," erwiderte Curtis, "lasst mich nur voranreiten, ich kenne den Platz."
Damit liess er sein Pferd langsam die steile Uferbank hinuntergehen und ritt, von den Uebrigen einzeln gefolgt, zum anderen Ufer.
"Seht Ihr die Fährten da?" fragte Husfield, der den Zug beschloss.
"Ja wohl – versteht sich," rief Curtis zurück – "sie könnten auch nirgends anders hinauf – gerade fort auf der Strasse, so wahr ich Curtis heisse. Sie verlassen sich auf die schnellen Hufe ihrer Tiere."
"Wär's aber nicht besser, wir würfen die fackeln jetzt weg?" fragte Cook; "sollten wir ihnen wirklich nahe kommen, so sehen sie die leuchtenden Brände zu weit."
"Das ist wahr!" bestätigte Curtis, "die fackeln löschen wir aus; sind sie auf der Strasse geblieben, was ich jetzt keinen Augenblick mehr bezweifle, so holen wir sie auch ein, und da können uns die leuchtenden Kienspäne nur Schaden tun, also fort mit ihnen!" Und ohne weiter eine Zustimmung der Uebrigen abzuwarten, schleuderte er seine Fackel hinüber in das feuchte Laub, wo sie augenblicklich erlosch. Seinem Beispiel folgte Cook, nur Husfield suchte noch dem Licht am Boden, um die bekannten Hufspuren wieder aufzufinden.
"Sie sind hier hinauf," rief ihm Curtis zu, "hier auf der Strasse selbst sind ja die Fährten."
"Ihr habt Alles vertreten," sagte Husfield; "nun, meinetwegen auch im Dunkeln. Den Weg werden wir ja nicht verfehlen können."
"Ist nicht möglich," erwiderte Cook, "wenigstens nicht in dieser Nacht, denn es wird wohl hell sein, ehe wir die Stelle erreichen, wo er anfängt undeutlich zu werden."
"Gut – vorwärts denn," rief Husfield, indem er seine Kienspäne ebenfalls von sich warf, "vorwärts, und wer von Euch die erste Hand an die Schufte legt, hat ein Fass Whisky bei mir zu Gute."
Die Männer jubelten laut auf über den Preis, und hin auf der Strasse, den "heissen Quellen" zu, flogen sie im gestreckten Galopp – Johnson's Fährten folgend.
14.
Brown auf dem Rückwege. – Die
geheimnissvolle Zusammenkunft. – Der
Indianer. – Der alte Farmer. – Canoefahrt.
Es war in der Dämmerung desselben im letzten Capitel beschriebenen Abends, als das Pittsburger Fährboot, von zwei kräftigen Negern über den Arkansas gerudert, an dem gegenüberliegenden südlichen Ufer des Flusses landete. Es setzte dort den einzigen Passagier, einen jungen blassen Mann, ab, der sein kleines rauhhaarigss Pony im Boot am Zügel gehalten. Der Reisende bezahlte das verlangte Fährgeld und liess sein Pferd, dem er den Zügel über den Nacken warf, allein aus dem Boote springen. Dasselbe bewerkstelligte dies auch sehr geschickt mit einem kurzen Satze, lief dann etwa zwanzig Schritt weiter die Uferbank hinauf, und hielt dort, an den Wurzeln einzelner Birken das dem sandigen Boden sparsam entkeimende Gras abzureissen und zu verzehren.
"Aber, Massa," sagte einer der Fährleute, dessen entsetzlich breite Nasenlöcher mit einem schmalen wolligen Schnurrbart zu wetteifern schienen, wer von ihnen beiden sich am weitesten über die Mundwinkel hinunterdehnen könnte, und dessen Haar mehr wie hab' Euch schon drüben gesagt, dass kein Haus auf sieben Meilen ist, und Massa wird die Nacht im Freien und im Regen zubringen müssen." – Während er diese Worte sprach, schob er den erhaltenen halben Dollar Fährgeld in eine kleines schmutzige lederne Taschenbuch und barg dieses dann wieder mit grosser Vorsicht in der einen weiten tasche seiner baumwollenen Hose.
"Ich weiss das," erwiderte gleichgültig der Fremde – "seit wann aber ist die Hütte nicht mehr bewohnt, die, nicht weit von hier, am rand der kleinen Prairie steht? Früher waren Leute darin – Ansiedler aus Illinois."
"Oh, schon sehr lange, Massa," entgegnete der Neger – "die Frau starb und – die beiden Kinder auch. Da zog denn der Mann wieder fort, verkaufte aber das kleine Stück Land mit der Hütte vorher an meinen Master in Pittsburg,