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"An dem bestimmten Platz hier unten," sagte Weston.
"Gut! holt sie schnell – seht Euch aber vor und lasst keine Fährten am Ufer; bleibt im tiefen wasser."
"Ay, ay – weiss schon – Weston ist auch nicht auf den Kopf gefallen." –
Der junge Bursche sprang schnell zu dem platz hinunter, wo er seine Pferde gelassen hatte, und kehrte auch in sehr kurzer Zeit wieder zurück, vorsichtig dabei die Tiere mitten in der Strömung haltend, die hier kaum drei Fuss tief sein konnte.
"Wo sind die Boote jetzt?" fragte Rowson – "es kommt nicht darauf an, ob d i e s e Pferde hier den Grund eine Weile zerstampfen, denn wenn sie uns wirklich verfolgen, werden sie denken, wir wären unschlüssig gewesen, ob wir den Durchgang versuchen sollten. Lassen wir aber die anderen Tiere am jenseitigen Ufer stehen und viele Fährten machen, so zwingt sie das, die Spuren näher zu untersuchen, und dann möchten sie ausfinden, dass es andere Hufspuren wären. Cotton's Pferd hat ausserdem solch' grosse Hufe."
Weston verschwand mit Cotton gleich darauf im Schilfbruch, und nach kurzem Säumen glitten sie in ihren Canoes herbei.
"Halt!" rief Johnson – "nicht weiter – sie dürfen die Eindrücke der Boote nicht am Ufer sehen, – so – kommt in die Mitte her – jetzt nehmt die Pferde hier in Empfang – steigt lieber ein, Rowson. – Also Zwei in das grosse und Einer in das kleine Canoe. – Halt da – lasst mich erst die Pferde wechseln; ah – nun ist mir ordentlich ein Stein vom Herzen, dass ich wieder auf dem rücken meines eigenen Tieres sitze."
"Jetzt zeig' aber, dass Du reiten kannst, Johnson," sagte Rowson, indem Jener sich fertig machte, die Bank hinauf zu klimmen – "lass die Pferde laufen, was sie können, sie haben sich ausgeruht. – Gieb ihnen Sporen und Peitsche und bedenke, dass jede Viertelstunde, die wir die Verfolger von der r e c h t e n Spur abbringen, Gold wert ist."
"Nur keine Angst!" lachte Johnson – "die müssen scharf reiten, die mich einholen wollen, und w e n n sie mich einholen, lach' ich sie aus. Ich habe schon vorgearbeitet und mehreren von meinen Bekannten erzählt, wie ich meine und noch einige andere Pferde in den südlichen teil des Staates schaffen wollte, da ich dort einen gewaltigen Preis für sie zu erhalten hoffte."
"Also fort," erwiderte Rowson, "der Teufel traue. Wer weiss, wie bald sie hinterhergekleppert kommen, und wir befänden uns gerade jetzt hier in einer höchst interessanten Stellung. – Gott segne mich, wir würden schön ankommen, Alle miteinander."
"Wie wird's denn mit den Provisionen?" fragte Cotton.
"Den brauch' ich nicht!" rief Johnson zurück, als er eben den obersten Kamm der Uferbank erreichte. – "Ausruhen müssen die Pferde doch einmal dann und wann, und das kann eben so gut bei einem haus geschehen."
"Nur nicht noch in dieser Nacht, dass die Nachkommenden nicht zu früh die Farbe der Pferde erfahren. Die beiden Schimmel möchten sie stutzig machen –"
"Habt keine Angst – bis morgen Mittag müssen sie aushalten – auf ein frohes Wiedersehen!" Damit stiess er seinen Jagdruf aus, setzte dem Tiere, das er ritt, die Hacken in die Seiten und verschwand im nächsten Augenblick im wald.
"Das wäre also besorgt," sagte Rowson, "nun, Cotton, müssen wir sehen, wie wir mit diesen Tieren zu stand kommen. Vor allen Dingen werden wir uns am besten von hier entfernen und etwa eine halbe Meile den Fluss hinuntergehen. An der Strasse hier sind wir nicht allein dem ausgesetzt, von jedem Reisenden gesehen zu werden, sondern dürfen auch erwarten, dass uns die verdammten Regulatoren unversehens über den Hals kommen. Lasst also die Binderei jetzt, das kleine Streckchen Weg bringen wir sie schon so hinunter, sie haben überdies wahrscheinlich die ganze Strecke Grund. An der ersten Kiesbank setzen wir Alles in Stand und können vor Dunkelwerden noch mit unserer ganzen Einrichtung fix und fertig sein."
Es lag zu viel Wahres in diesen Worten, als dass sie einer weiteren Erwiderung bedurft hätten. Schnell waren daher auch alle nötigen Vorkehrungen getroffen, und wenige Minuten darauf glitten die Boote, jedes mit drei Pferden daran befestigt, um die Biegung des Flusses, die es unmöglich machte, dass sie von der Strasse aus gesehen werden konnten.
"So – jetzt fängt mir's erst an ein wenig behaglich zu werden," flüsterte Rowson. – "Es dunkelt immer mehr und mehr, und sollten uns unsere Verfolger wirklich noch in dieser Nacht nachkommen, so gehen sie ohne Zweifel in die Falle, die wir ihnen gestellt haben. – Hurra! wenn ich mir die Kerle denke, wie sie mit mordlustigen Blicken auf den Fährten dahingaloppieren, mit jeder Minute eifriger den mutmasslichen Dieb verfolgen – endlich ihn sehen, noch zur letzten Anstrengung den eigenen Tieren die Hacken in die Seite setzen, und dann – die verblüfften Gesichter – das Fluchen und Schimpfen, und Johnson's unschuldige Schafsmiene, wie er bedauern wird, die unbewusste Ursache gewesen zu sein, die vielleicht die Verbrecher der so gerechten Strafe entzogen hat – hahaha – schon