, dass wir noch lange werden warten müssen. – Rowson ist dort mit jedem Winkel bekannt, und Johnson wohl auch, da können sich ihnen nicht viele Schwierigkeiten entgegenstellen. Ueberdies sagtet Ihr ja selbst, dass Rowson auf morgen Mittag Betstunde in der Ansiedelung drüben angekündigt hätte. Das schon wird ihn sicher veranlassen, Alles zu tun, was in seinen Kräften steht, um die Zeit zu halten und keinen möglichen Verdacht zu erregen. Ich kann den heuchlerischen Schuft nicht leiden, aber in Geschäften ist er vortrefflich, das muss wahr sein; man sieht's, dass er aus den Yankee-Staaten stammt."
"Die geschichte von Heatcott's tod macht jetzt recht viel aufsehen bei den Leuten," sagte Weston. "Brown soll ihn doch auf die Seite geschafft haben – Euer Name wird aber auch dabei genannt."
"Meiner? was zum Donnerwetter haben sie denn mit m i r dabei? Ich habe den Laffen in meinem ganzen Leben nicht gesehen; muss ich denn an jedem Streich schuld sein, der ihnen hier gespielt wird?"
"Das kann Euch nun ziemlich gleich sein," lachte Weston – "den Mord schieben sie übrigens nicht auf Eure Schultern, sondern nur das Geld!"
"Was für Geld?"
"Der tote soll den einkassierten Betrag für drei gute Pferde in der tasche gehabt haben, vier- oder fünfhundert Dollars – und die sind weg."
"Alle Wetter – das wäre schon der Mühe wert gewesen! – Zwei Fliegen mit einem Schlag, einen Regulator und einen Haufen baar Geld. – Brown ist nicht dumm – aber – hört, Weston, Brown hat doch im Leben nichts mit uns zu tun gehabt – was geht denn den der Regulator an?"
"Andere Sachen, was weiss ich's. Die Frauen oben in der Ansiedlung behaupteten, Heatcott und Brown bewärben sich um e i n Mädchen, darum der Streit. – Doch das ist Alles Nebensache, die Hauptsache ist, dass wir Heatcott los sind; wie und auf welche Art, kann uns gleich sein."
"Aber hört, Husfield lässt auch nicht mit sich spassen, und wenn der uns auswittern sollte, so wird's Ernst. – Ich sehe überhaupt noch nicht recht, wie wir die Spuren so verwirren wollen, dass uns die Canaillen nicht wiederfinden. So viel ist gewiss, wär' i c h auf Euren Fährten, es sollte Euch schwer werden."
"Das liesset Ihr wohl bleiben," lachte Weston verschmitzt – "die Sache ist verdammt pfiffig angefangen, Rowson hat das ausgetüftelt. Seht – ehe sie den Fluss erreichen, wollen sie wieder in die offene Strasse hineinreiten."
"In die offene Strasse?" fragte Cotton verwundert.
"Ja wohl – in die freie, offene Strasse, dass ihre Fährten klar und deutlich sind – dann in den Fluss und dann – nicht wieder hinaus."
"Wohin aber? Im Fluss können sie doch nicht halten bleiben? Wohin dann?"
"Den Fluss hinunter, bis sie aus Spürweite sind, und dann hinein in die Welt."
"Das lange Schwimmen halten ja die Tiere nicht aus."
"Deshalb habe ich das Canoe dort versteckt – seht Ihr da – unter dem vorhängenden Rohrbüschel – und dort, gleich daneben noch eins. Das ist unten von der Mündung, von Stewarts, die glauben wahrscheinlich, es sei losgerissen und in den Arkansas getrieben. Mit hülfe der beiden Fahrzeuge können wir die Pferde herrlich die nötige Strecke hinunterschaffen, bis wir den mir von Rowson bezeichneten Platz erreichen, und von da an müsst I h r die Führung übernehmen, denn ich kenne den Weg nach der 'Insel' nicht, wie Ihr ihn nennt. Johnson soll die Verfolger indessen auf die falsche Spur bringen, und gelingt das, so sind wir Beide ausser aller Gefahr, besonders wenn es morgen ein regnerischer Tag wird. Dann jagen wir mit den Tieren durch den Wald, und haben wir erst einmal die Mississippi-Niederung erreicht, gute Nacht, Verfolgung. – Johnson hat mir versichert, dort fänden wir überall Schutz und hülfe, und das wissen die Schufte hier oben wohl auch recht gut – so weit hetzen sie gar nicht hinterher."
"Ja, das ist Alles recht schön und hört sich recht gut an, die vom Springriver werden aber doch keine solchen Esel sein und glauben, wir wären mit den Pferden durch die Luft davongeflogen, wie ich's neulich einmal bei den Deutschen drüben auf einem Bilde gesehen habe?"
"Das sollen sie auch nicht, jetzt kommt gerade das Beste. – Hier unten im Schilfbruch – das heisst nicht im Schilfbruch, sondern u n t e r m Schilfbruch, im Flussbett, auf den Felsenplatten, steht mein Pferd, Eures –"
"Meins?"
"Euer Pferd und Johnson's zwei Schimmel. – Sobald wir unsere Reise mit der frischen Sendung angetreten haben, werden diese Pferde die kleine Strecke den Fluss hinauf, der hier vollkommen seicht ist, bis an die Landung gebracht, dort setzt sich Johnson auf und galoppiert mit den Tieren frischweg auf der Strasse fort, als ob er nach den heissen Quellen hin wollte. Kommen die Verfolger erst morgen oder übermorgen, und regnet's indessen tüchtig, so war es freilich unnötig; sind sie aber den – abgeholten Pferden näher auf den Hufen, was ich fast fürchte, so werden