Schusslinie laufen. Ich meines Teils will den Fluss ein Stück Weges hinauf gehen und in der Niederung jagen."
"Da kommt Ihr mir in mein Revier," sagte Weston – "ich m u ss dort hinauf, denn ich habe mein Lager noch, mit Decke, Kochgeschirr und zwei Hirschhäuten, da oben."
"Gut – dann gehe ich hinüber an den Petite-Jeanne; Jones von drüben sagte mir gestern, er hätte Unmassen von Fährten gesehen."
"Und ich gehe ebenfalls nach der Gegend zu," sagte Rowson, "werde aber nicht den ganzen Tag jagen können, weil ich der Mrs. Laughlin versprochen habe, gegen Abend hinüber zu kommen und Betstunde zu halten."
"Und wo tust Du indessen Deine Büchse hin?" lachte Johnson.
"Ih nun, zu Fulweals denke' ich. Dort ist ja auch Cotton's Schwester, und wenn ich Abends nach haus reite, nehme ich sie wieder mit."
"Rowson, Rowson," rief Cotton, lachend mit dem Finger drohend – "mit der Witwe Fulweal ist mir die Sache nicht so ganz richtig. Ihr kriecht und schwänzelt in der Gegend herum, und wie ich neulich einmal so unverhofft zu Eurer Betversammlung kam, da knietet Ihr Beide mir sehr verdächtig nahe zusammen."
"Unsinn!" sagte Rowson, schien aber doch ein wenig verlegen zu werden und wandte sich jetzt schnell an Weston, dem er zurief: "Apropos, junger Mann, d i e beiden Felle, die Ihr schon im Lager habt, zählen nicht mit."
"Oh bewahre," erwiderte dieser, "ehrliches Spiel – morgen früh, wenn es hell genug wird, das Korn auf der Büchse zu erkennen, geht die Jagd an."
"Jetzt ist's aber Zeit aufzubrechen," sagte Rowson, die hände in die tasche schiebend – "also, Gentlemen, auf ein fröhliches Wiedersehen!"
"Halt! noch Eins," rief ihm Cotton zu, als er sich schon nach der Richtung hin, wo er an der Aussenseite des Dickichts sein Pferd angebunden hatte, entfernen wollte, – "wir dürfen nicht auseinander gehen, ehe wir nicht einen festen Entschluss gefasst haben, wie wir uns verhalten wollen, falls – die vermaledeiten Regulatoren uns auf die Spur kämen. Hölle und Gift, ging's nach mir, so lebte morgen Abend um diese Zeit keiner von den Schuften mehr."
Rowson kehrte wieder um und blieb, an den Nägeln kauend, neben Cotton stehen. – "Ich hätte bald vergessen, Euch eine Nachricht mitzuteilen," sagte er dann nach einer kleinen Pause, indem er einen Seitenblick auf seinen stämmigen Nachbar warf, "da Cotton aber gerade von den Regulatoren anfängt, fällt mir's wieder ein."
"Und was ist das?" fragte Johnson eifrig.
"Nichts mehr und nichts weniger, als dass der Sheriff von Pulasky County einen Verhaftsbefehl für unsern guten Cotton in der tasche trägt."
"Der Teufel!" fuhr dieser auf, "und weshalb?"
"Oh – ich weiss nicht, ob gerade irgend etwas Besonderes erwähnt ist, es waren aber so verschiedene Sachen. Ich hörte etwas von einer Fünfzig-DollarNote munkeln, und von einem Heiratsversprechen in Randolph County, und von einem Menschen, den man eine Zeit lang vermisst habe, und dessen Leichnam dann später aufgefunden sei, und so mehrere Kleinigkeiten."
"Die Pest!" rief mit dem Fuss stampfend der Jäger – "und d a s hättet Ihr beinahe vergessen? mich ganz arglos in die Ansiedlung hineintraben lassen? Ja, es wird Zeit, dass ich mich hier fortmache – Arkansas möchte mir ein wenig zu warm werden, oder ich bekomme vielmehr zu viele Bekannte hier."
"Habt wohl eine recht ausgebreitete Bekanntschaft?" schmunzelte Rowson.
"Sehr," sagte – die Frage halb überhörend – nachdenkend der Jäger. "Aber was tut's," fuhr er dann plötzlich, sich hoch aufrichtend, fort, "was tut's – in wenigen Tagen ist unser Geschäft beendet, und mit dem Geld kann ich bis an den Mississippi und von da aus bequem nach Texas kommen."
"Warum geht Ihr nicht lieber von hier zu Land? Da kostet's Euch keinen Cent und ist nicht den zehnten teil so weit."
"Wohl recht, ich habe aber meine Gründe, den nördlich lebenden Indianern nicht so besonders nahe zu kommen."
"Alle Wetter, Cotton, erzählt uns die geschichte," bat Weston, "ich habe schon so viel davon reden hören und möchte gar zu gern wissen, wie das Alles zusammenhängt; was hattet Ihr mit den Cherokesen?"
"Jetzt wär' die Zeit dazu, eine geschichte zu erzählen," brummte der Gefragte.
"Man soll an Euren Armen," lächelte Rowson, "noch die Spuren von eisernen –"
"Geht zum Teufel mit Eurem Kindergeschwätz – wir haben jetzt mehr zu tun. Nicht allein auf mich ist's gemünzt, sondern auf Euch Alle. Die Regulatoren haben durch irgend einen Schuft Wind bekommen und uns Alle auf dem Korn!"
"Mich nicht," lächelte Rowson – "in dem frommen gottesfürchtigen Metodistenprediger sucht Keiner den Wolf."
"Keiner?" lächelte Cotton ihn höhnisch an, "Keiner? was sagte doch neulich Heatcott, als er Euch einen Lügner