, vor die Tür trat, "wen habt Ihr da bei Euch?"
"Freunde vom Springcreek!" – erwiderte der Angeredete, wechselte einige Worte mit seinen Begleitern, stieg dann ab und kam in's Haus.
"Guten Abend, Gentlemen! – Ist Einer hier unter Euch, der die Furten im Fourche la fave kennt und auf ein paar Stunden unser Führer sein möchte?"
"Was habt Ihr denn, seid Ihr Jemandem auf der Spur?"
"Niederträchtige Schufte," rief Husfield, "haben mir in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag sechs Pferde gestohlen. Glücklicher Weise merkte ich's gleich am andern Morgen, eigentlich schon in der Nacht. Ein paar von meinen ausserhalb weidenden Pferden kamen nämlich zum haus, was sie sonst nie tun, wenn sie nicht von Fremden oder Wölfen geängstigt werden. Ich konnte aber natürlich im Dunkeln die Spuren nicht aufnehmen, rief jedoch noch vor Tagesanbruch meine Nachbarn zusammen, und mit der ersten Helle begannen wir die Verfolgung. Die Spuren waren natürlich breit genug, nach kurzer Zeit teilten sie sich aber, und drei gingen rechts, die anderen drei links. Nicht ohne Grund vermuteten wir, dass dies bloss eine List sei, um Einen, der den Fährten folgen möchte, irre zu führen. Da wir nun Fünf waren, so teilten wir uns, um ganz sicher zu gehen, und wurden über die nördlichen Bergrücken vom PetiteJeanne und durch die Magazinberge auf eine so entsetzliche Art und durch solch' fürchterliche steinige Strecken kreuz und quer geführt, dass ich noch jetzt nicht begreife, wie es die Pferde ausgehalten haben. Das nahm uns natürlich viel Zeit weg, denn die Schufte waren im Zickzack, und zwar, um uns von den Fährten abzubringen, auf Stellen herumgeritten, wo man eine Hufspur kaum erkennen konnte. – Endlich aber mussten sie sich doch sicher geglaubt haben, denn an den Quellen des Pantercreeks, wo er sich südlich nach dem Petite-Jeanne hinunterzieht, hatten sie sich wieder vereinigt und sind von hier an im offenen wald dem Flusse zugeritten, bis sie die Strasse erreichten, was wahrscheinlich gestern Abend geschehen ist. Von dort folgten sie, so unverschämt wie möglich, eine Strecke lang dem gebahnten Wege. Erst mit Tageslicht, schien es, hatten sie sich wieder in den Wald geschlagen und, um sich und die Pferde ein wenig verschnaufen zu lassen, gelagert, auch die Tiere gefüttert – Gott weiss, wo sie den Mais herbekommen haben, auf jeden Fall gestohlen. Wir mussten ebenfalls eine kurze Zeit ruhen, wollten auch unsere Tiere nicht zu arg abhetzen, da uns die Burschen jetzt ziemlich gewiss sind. Nur auf gut Glück folgten wir übrigens seit Dunkelwerden der Strasse, die sie ein paar Meilen von hier wieder betreten hatten, und hielten es jetzt für besser, sicher zu gehen und die Nacht hindurch langsam mit fackeln auf der Fährte zu bleiben. Da sie aber auf jeden Fall den Fluss gekreuzt haben, so möchten wir Jemanden mitnehmen, der die Furt kennt, dass wir nicht unnütz aufgehalten werden."
"Ihr tut sehr wohl, auf den Fährten zu bleiben," sagte Cook, "denn vor morgen früh regnet's auf jeden Fall. – Die Sonne ging höchst verdächtig unter."
"Ich glaube' es auch," erwiderte Husfield. "Um so mehr Ursache haben wir aber, die Verfolgung zu beschleunigen – oh, das ist genug Kien, Eastlei, das tut's. – Wenn die Burschen sich nur die Nacht durch auf der Strasse gehalten haben, was ich keinen Augenblick bezweifle, so müssen wir sie mit Tagesanbruch einholen, wenigstens nicht weit mehr hinter ihnen sein."
"Weshalb sollen sie aber der Strasse folgen?" fragte Cook. "Nach den heissen Quellen hinüber, glaube' ich doch unmöglich, dass sie die Pferde führen können. Die einzige Hoffnung, die sie haben, glücklich fortzukommen, wenn sie wirklich nicht gleich verfolgt würden, ist, den Arkansas zu erreichen. Aber auf eine augenblickliche Verfolgung müssen sie doch stets rechnen und darauf gefasst sein."
"Das ist wahr," meinte Husfield nachdenkend – "doch wir werden es ja sehen, wenn wir an's andere Ufer des Fourche la fave kommen. Wollen sie zum Arkansas, so müssen sie sich von dort an durch den Wald schlagen, um die untere Strasse zu erreichen. Dann vermögen wir freilich nichts zu tun, als bis morgen früh zu warten. Sind sie aber am andern Ufer der Strasse wieder gefolgt, so ist das ein sicheres Zeichen, dass sie nach den heissen Quellen wollen, und wir könnten dann in aller Bequemlichkeit der breiten Strasse nachreiten."
"Wenn wir nur den Indianer aufzutreiben wüssten," sagte der Richter – "der ist ausgezeichnet auf einer Fährte und würde von wesentlichem Nutzen sein. Gott weiss aber, wo er steckt."
"Vielleicht war es der, den wir bei der Salzlecke hier oben trafen, der sprach gebrochen Englisch. – Es dunkelte schon bedeutend, und ich konnte sein Gesicht nicht ordentlich erkennen."
"Nein, das ist ein Deutscher – gingen denn aber die Fährten dort vorbei?"
"Ja – in vierhundert Schritt. Sie müssen noch ganz in der Nähe sein. Er sagte uns, dass er die Männer, als er eben angekommen und noch kein Feuer gehabt, gesehen, sie aber nicht hätte erkennen können, doch wäre ihm die Gestalt