schicken. Ich will mich nicht weiter damit befassen; – was sucht Ihr, Hartford?"
Der Krämer war neben der Leiche niedergekniet und visitirte sehr sorgfältig das lederne Jagdhemd, das in nassen Falten auf der Brust derselben klebte.
"Der Mann hier," sprach er endlich aufstehend, sehr ernst – "trug in der ledernen tasche, die Ihr da seht – vierhundert und siebzig Dollar in Banknoten, alle so gut wie Silber, bei sich – ich habe sie gestern Morgen in Bowitt's haus selbst gesehen, und verloren kann er sie nicht haben, denn der Knopf dort an der tasche geht schwer auf – die tasche ist von Jemandem geöffnet und das Geld – herausgenommen worden."
"Wer wagt es hier, zu sagen, dass mein Neffe einen toten beraubt habe?" schrie der alte Harper, während sein Antlitz Leichenblässe übergoss, das Messer aus der Scheide reissend, in die Höhe sprang. – "Wer nennt meinen Bill einen Dieb?"
"Haltet ein, Harper," sagte Roberts freundlich, ihm die Hand auf den Arm legend, "wir haben alle Ursache zu glauben, dass Brown Heatcott erschoss. Das Geld kann ein Anderer genommen haben – es waren ihrer Zwei bei dem Werke."
"Wer aber sollte noch bei ihm gewesen sein?"
"Das weiss nur Gott – nicht wir; aber hier sind die Fussspuren von zwei Männern, eine von Stiefeln, die andere von Schuhen, das ist augenscheinlich, und wenn Brown das Rachewerk verübte, so kann der Andere leicht gelegenheit gefunden haben, das Geld für sich in Sicherheit zu bringen."
"Brown würde das nie zugelassen haben."
"Wenn er's gerade gesehen hat; aber das bleibt sich gleich; das Geld war da, denn vor meinem haus erwähnte er, dass er eine Summe für drei Pferde bei sich trage. – Brown hörte das zwar, ich halte jedoch den jungen Mann für rechtlich, und wie gesagt, wer kennt Den, der ihm half?"
"Das ist schrecklich!" rief Harper, indem er das Gesicht mit den Händen bedeckte und sich, von den heftigsten Gefühlen bewegt, an einen Baum lehnte. Assowaum sass sinnend, mit untergeschlagenen Füssen, das Kinn in die linke Hand, den Ellbogen auf das Knie gestützt, am fuss desselben Stammes.
"So lasst uns unser Werk denn beginnen," sagte Curtis, indem er anfing, Zweige herbeizuschleppen – "mich schaudert's in der Nachbarschaft hier und ich möchte keine Stunde länger neben dem unheimlichen Antlitz da zubringen."
"Recht so, Curtis," sagte Roberts, indem er ihm half, einen etwas schweren heruntergebrochenen Ast zur Leiche hinzuschleppen – "noch ein paar solche Stücke wie dies hier, und dann ordentlich Zweige darüber, so werden die Raben und Geier den Platz schon eine Weile in Ruhe lassen; Wölfe kommen überdies nicht am Tage her."
Curtis, Roberts und Hartford beendeten bald das einstweilige Grab des Gemordeten, indem sie mit ihren schweren Jagdmessern eine hinlängliche Quantität Zweige abhieben und davon ein Dach bildeten, Harper und Assowaum aber blieben dabei untätig. Endlich war die traurige Pflicht erfüllt und die Männer rüsteten sich zum Aufbruch. Harper folgte ihnen zwar, als sie den Platz verliessen, aber scheinbar bewusstlos; die Kraft des alten Mannes schien gebrochen. Er klagte nicht, doch kündete die bleiche Wange, der stiere blick nur zu deutlich, was in seinem inneren vorginge. Dass Brown den Mord begangen hatte, daran zweifelte selbst er keinen Augenblick; das hätte ihm aber auch in den Augen der Welt, wenigstens in Arkansas, nicht zur Schande gereicht; doch das Geld – das Geld – es war entsetzlich! Er kannte die Menschen, die nur zu geneigt sind, von Jedem das Schlimmste zu denken, selbst da, wo das Schlimmste nicht solch' sprechende Beweise für sich hatte, und hier, wo sogar der Unbefangene schwankend werden musste – es war fürchterlich. Er stieg in den Sattel und überliess das Pferd, das langsam den anderen folgte, sich selbst, achtete nicht einmal darauf, dass der Indianer in seiner sinnenden Stellung am fuss des Baumes verharrte. Assowaum blieb noch viele Minuten lang, als Jene schon Alle im Dickicht verschwunden waren, sitzen und starrte träumend vor sich nieder, dann aber, als auch der letzte Schall der Hufe, das letzte Kläffen der Hunde verhallt war, erhob er sich leise und begann von Neuem seine Untersuchung der Fährten und Zeichen. An dem Stiel seines Tomahawks bemerkte er mit dem kleinen Messer, das er im Gürtel trug, die genaue Länge und Breite der Fussstapfen, schulterte dann, nachdem er sich überzeugt hatte, dass nichts seiner Aufmerksamkeit entgangen war, die Büchse und drang in einer der, welche die Jäger eingeschlagen, entgegengesetzten Richtung in den dichten Wald.
Fussnoten
1 Steht auf, steht auf!
9.
Das vierblätterige Kleeblatt verhandelt eine
Geschäftssache. – Rowson's gerechte
Entrüstung über den Mord und Marions'
Schwachheit.
Wir müssen den Leser zu dem Dickicht zurückzuführen, mit dem wir diese Erzählung eröffneten, und wo an demselben Morgen, an dem die Jäger am Petite-Jeanne den Leichnam aus dem Flusse fischten, die vier Verbündeten eintreffen und den Weitere ihres Planes bereden wollten. Cotton und Weston waren die ersten auf dem platz, Johnson und Rowson liessen aber ebenfalls nicht lange auf sich warten und wurden von den beiden anderen mit fröhlichem "Hurrah" bewillkommt