, "hussa! Poppy ahuh – p i h !" Und er stiess die letzte Silbe mit solcher Kraft hervor, dass selbst die Pferde, von der Jagdlust angesteckt, hoch aufsprangen und dem Rufe Folge leisteten.
Durch Dickicht und Sumpf, über Bäume und lachen hinweg, in Stellen hinein, wo der ganze Wald nur durch ein einziges Gewebe von dorningen Schlingpflanzen verbunden schien, bis an das Rohrdickicht, das den Fluss in etwa dreihundert Schritt Weite umgab, ging die Jagd. Bis hierher hatten sich auch Alle ziemlich gut im Sattel gehalten, nur der Krämer ausgenommen, der gleich nach dem ersten Eintritt in die Greenbriars1 von einem dieser oder einer Weinrebe abgestreifet war. Wenigstens rief sein klägliches Schreien die Jäger mit solcher herzzerreissenden Wehmut zurück, dass Harper wirklich im ersten Augenblick seinem Pferd in die Zügel griff. Es war aber auch wirklich nur einen Augenblick, denn im nächsten Moment fühlte das treue Tier schon wieder den Hacken. Das wäre kein Arkansas-Jäger, der auf einer warmen Bärenfährte neben einem gestürzten Kameraden bliebe.
Am Rand des Rohrdickichts mussten jedoch auch die Anderen von den Pferden, und diese ihrem Schicksal überlassend, sprangen sie mit einem Satz aus dem Sattel und brachen sich durch das tolle Gewirr von Schlingpflanzen und Rohr, das an manchen Orten wirkliche Wände bildete und erst mit dem Messer durchhauen sein wollte, Bahn. Wohl hatten aber auch die Jäger Ursache, so schnell wie möglich vorzudringen, denn mitten im Dickicht und gar nicht mehr weit von ihnen entfernt, erhob sich jetzt der fürchterlichste Lärm, der sich nur in einem Rohrbruch denken lässt. Die Hunde heulten und bellten, das dürre Rohr krachte, das Laub raschelte, und die Männer schrieen, um die Kämpfenden noch mehr anzufeuern, dass man eben so gut hätte glauben können, ein Hurricane käme durch den Wald gebraust, oder der wilde Jäger gäbe mit seiner gespenstischen Meute im Urwald von Amerika Gastrollen.
Der Bär war gestellt, die Hunde hatten ihn im Lager überrascht, wo er sich wahrscheinlich erst vor kurzer Zeit niedergelassen, und so spät musste er aufgestiegen sein, dass ihm die vordersten, Poppy und Eddy, schon dicht auf den Haken waren, ehe er sich vom ersten Schrecken erholen konnte.
Eddy war nur ein "Hound"2 und auf einer Fährte ausgezeichnet, beim wirklichen Kampf aber nicht viel wert, Poppy dagegen – eher etwas schwerfälliger gebaut – kannte keine grössere Wonne, als einen Bären bei den Keulen zu nehmen, denn sehr vorsichtiger Weise machte er sich nahe den Vordertatzen desselben selten viel zu schaffen. Als sich Pätz daher mit wildem Sprunge, die Nase dicht am Boden, damit er unter all' den Schlinggewächsen wegschlüpfen konnte, empfehlen wollte, hatte ihn Poppy, ehe er sich's versah, am Fell und packte ihn so derb, dass er sich brummend wandte um den Zudringlichen mit kräftiger Klaue zurückzuweisen. Hierauf wartete Poppy aber keineswegs. Sobald er nur sah, dass der Bär hielt, war sein Zweck erreicht, denn mit Blitzesschnelle flog er zur Seite und entging dadurch dem gefährlichen Schlage; er wiederholte aber das Spiel von Neuem, sobald der Verfolgte ihm wieder die Kehrseite zuwandte. Lange hätte er ihn freilich nicht auf diese Art halten können, aber jetzt kamen auch die übrigen Hunde herbeigestürmt, und nun musste Pätz ernstlich an Fersengeld denken, wollte er nicht die Hetze mit seinem Pelze bezahlen.
Er floh also dem nicht mehr sehr fernen Flusse zu, nach welcher Richtung hin das Dickicht auch am undurchdringlichsten war; doch immer wieder warf sich ihm die Meute entgegen, die ihn wie rasend umschwärmte, von der aber nur der kleinste teil sich näher heranwagte. Endlich sah er sich genötigt, einen offenen teil des Waldes zu wählen und den Strom hinab eine seichte Slew3 zu benutzen, deren etwas steile Ufer die Hunde verhinderten, ihm zu nahen. Im Fall eines Angriffs hätten sie ihm nicht ausweichen können. Hierdurch erwehrte er sich zwar eine Zeit lang der Zähne seiner Verfolger, die Jäger bekamen aber auch zugleich gelegenheit, ihm den Weg abzuschneiden, da sie am Geheul der Meute augenblicklich merkten, wohin sich die Jagd wandte. Als der Bär daher, keineswegs in der besten Laune, eben wieder links abspringen wollte, um einen zweiten Versuch zu machen, zum Fluss zu kommen, brach Roberts dicht neben ihm aus dem Dickicht, legte an und feuerte. In demselben Augenblick krachte eine zweite Büchse, und Curtis' Kugel sauste nach der Bestie hinüber. Obgleich übrigens beide Kugeln sassen, so schienen sie doch wenig wirkung auf den Bären zu haben, der nur einmal hoch aufsprang und ein schwaches Gestöhn, das fast wie ein Seufzer klang, ausstiess, dann aber mit gewaltigem Satz den Rand der Slew erreichte, hier den Rüden, der sich ihm entgegenwarf, mit einem Schlage seiner fürchterlichen Tatze zu Boden streckte und dem Flusse zu floh.
Roberts hatte unterdessen seine Zeit ebenfalls genutzt; mit einem Sprunge, der einem Panter Ehre gemacht haben würde, setzte er über die Slew und war mit seinem Messer dicht hinter der Bestie, als sie den Rand des Flusses erreichte. Hier krachte eine dritte Büchse, und in demselben Augenblick erreichte auch Roberts das tödlich verwundeten Tier und stiess ihm den breiten Stahl in die Flanke. In der Hitze des Nachsetzens hatte er aber den Ort nicht beobachtet, wo er sich befand. Der Bär fuhr noch mit letzter Kraftanstrengung, im Todeskampf in die Höhe, wehrte nicht einmal die beiden Hunden Poppy und Watch (Harper'