der Teufel die Canaillen, rennen sie auf der Rückfährte fort – nein, so 'was ist noch gar nicht dagewesen. Nun können wir uns mit unserer Jagd abmalen lassen!"
"Was den verrückten Hunden nur einfiel?" brummte Curtis.
"Das rote Vieh war dran schuld," sagte der andere Jäger, ein Krämer aus den östlichen Staaten, der gerade bei Curtis angekommen war und gern einmal eine ordentliche Jagd in Arkansas mitmachen wollte – "das rote Vieh kratzte zuerst wieder nach den Bergen zu aus."
"Das rote Vieh!" rief Roberts in höchsten Unmut, "war Curtis' Hund – die Canaille hat nicht mehr Begriff von einer Bärenfährte, wie ein Schaf von Cherokesischen. – Curtis – wenn der Hund mein wäre, schöss' ich ihn, weiss es Gott, über den Haufen."
"Na, ich wünschte mir weiter nichts, als dass Mrs. Roberts und Mr. Rowson Euer Beten hier mit anhörten!" lachte Harper.
"Mr. Rowson soll sich um seine eigenen Geschäfte kümmern, ich würde mich auch nicht besonders geniren, wenn e r da wäre –"
"Auch nicht vor Mrs. Roberts?"
"D i e kommt nicht an den Petite-Jeanne-Sumpf. – Es ist aber wahr, jetzt stehen wir hier wie ein Bär im Pflaumengarten und wissen nicht, nach welcher Seite wir zuerst hinsollen. Dass die Hunde nicht vor drei, vier Stunden wiederkommen, darauf könnt Ihr Euch verlassen, und nachher sind sie müde wie – wie die Hunde."
"Euer Poppy war aber doch auch dumm genug, zu folgen," rief Curtis, selber ärgerlich.
"Nun ja – weil eine solche Bestie vornweg Bahn bricht und einen Spectakel macht, als ob sie Gott weiss was gefunden hätte! Na, freu' dich, Poppy – d i e Schläge!"
"Bst!" rief Harper plötzlich, indem er seinen linken Arm schnell vorstreckte und die rechte Hand, während er die Büchse vor sich auf den Sattelknopf legte, trichterförmig an das Ohr hielt. – "Bst – ich hörte etwas, das nicht wie Hundebellen tönte – ha – da noch einmal – das ist Assowaum, und jetzt wollt' ich meinen Hals darauf verwetten, er hat die Canaillen umgedreht. – Blast, Roberts – blast – er weiss noch nicht recht, wo wir eigentlich sind."
Roberts liess wiederum sein Horn schallen, und deutlich wurde der Ton jetzt durch einen langgezogenen Schrei beantwortet, der von dem nicht fernen Bergrücken herunter zu kommen schien.
"Hurrah – das war Assowaum's stimme, und wenn der den Hunden begegnet ist, so bringt er sie auch wieder mit zurück – Poppy kennt ihn zu gut."
Harper hatte Recht gehabt, nach einer kurzen Viertelstunde erschien der Indianer und vor ihm her, immer noch suchend, die Meute; Poppy brachte er jedoch an einem dünnen Lasso aus gedrehtem Lederriemen geführt.
"Hallo, Rotaut, wo hast Du die Hunde gefunden?" rief ihm Roberts freudig entgegen.
"über den Berg kam ein grosser Bär," sagte der Indianer – "tiefe Fährten und nicht hungrig; keinen Stein hat er unterwegs aufgehoben, um nach Würmern zu sehen, kein faules Holz umgedreht oder zerkratzt; seine Spur führte gerade dem Fluss zu. Im Rohrdikkicht dort ist ein ruhiges Lager und nicht viel Mosquitos. Assowaum kennt die Stelle."
"Aber wie kamst Du zu den Hunden?"
"Wenn Assowaum die Fährte eines Bären findet, so weiss er auch, auf welcher Seite er die Nase trägt; Poppy begegnete mir, und als er an mir heraufsprang, hielt ich ihn fest; wenn die Bienen schwärmen, so folgen sie immer e i n e r , der grössten, der gescheidtesten – so machen's die Hunde, wenn der Führer die Fährte verlässt, halten sie auch die anderen nicht lange mehr warm. Assowaum hat manches Stück Hirschfleisch in der Hütte – sie kennen ihn – Wah! –" und er breitete seinen Arm aus und zeigte ringsherum auf die Meute, die sich jetzt, einige junge Tiere ausgenommen, um die Jäger versammelt hatte.
"Capitaler Bursche, der Assowaum," sagte Harper, sich vergnügt die hände reibend, "capitaler Bursche. Jetzt die Köter auf die rechte Fährte gebracht, und wie ein Blitz –"
"Laufen sie wieder nach den Bergen zurück," – sagte Assowaum; "nein – ich führe Poppy – die anderen folgen – haben wir sie erst im Gange, nachher verlassen sie die rechte Richtung nicht mehr."
Der Rat des Indianers wurde augenblicklich angenommen, und schon nach wenigen Schritten schien Poppy wollkommen begriffen zu haben, dass er vor kurzer Zeit einen sehr dummen Streich gemacht, denn er liess den Schwanz hängen und schaute trübselig zu seinem Führer empor. Dieser traute ihm jedoch noch immer nicht, bis er ihm wohl zweihundert Schritt auf der Fährte gefolgt war und nun sah, dass er ihn kaum mehr an der Schnur halten konnte. Da liess er ihn los, und von seinem wilden Jagdschrei, der gellend durch den Wald hin schallte, angefeuert, fuhr das grosse, schöne Tier mit Winseln und Heulen der Spur nach und verschwand bald, von der laut klaffenden Meute gefolgt, im Dickicht.
"Jetzt heisst's auf den Pferden sitzen geblieben," rief der alte Roberts, der in diesem Augenblick um zwanzig Jahre verjüngt schien