. Rowson wieder," fuhr er höhnisch fort, als er die ehrwürdige Gestalt des Mannes, mit dem Hut auf dem kopf und dem Gebetbuch unter dem arme, in der Tür bemerkte. – "Auch einer von den Schleichern, die mit dem Schafsfell prahlen und den Fuchs nur zuweilen durchschauen lassen."
Rowson wandte sich an den Negerknaben, der eben zum haus kam, und bat ihn, sein Pferd zu holen; Heatcott aber, durch die Nichtachtung des Predigers, der sich stellte, als ob er die Worte gar nicht gehört hätte, erbost, sprang auf und rief drohend:
"Nun, Meister Höllentreter, ich dächte, ich wäre einer Antwort wert, wenn ich auch ein Sünder bin."
Ehe aber Rowson nur ein Wort erwidern konnte, sprang Brown auf, fasste Heatcott an der Brust und schleuderte ihn mit so gewaltigem Griff zurück auf seinen Platz, dass er über den Stamm hinweg und sich im Fall blutig schlug. Alle Anderen sprangen erschreckt empor, mit ihnen aber auch der Kentuckier. Das Messer ergreifend, das neben ihm heruntergefallen war, setzte er mit e i n e m Sprunge über den umgestürzten Baum hinweg und wollte sich eben auf seinen Angreifer werfen, als dieser ihm, ohne einen Zoll breit von seiner Stelle zu weichen, ein gespanntes Terzerol entgegenhielt. Heatcott, der keine Waffen bei ihm vermutet hatte, fuhr zurück und wollte seine Büchse ergreifen. Die übrigen Männer fielen ihm aber in den Arm und riefen einstimmig, dass sie keinen Mord hier dulden wollten.
"Zurück mit Euch," schrie Heatcott – "zurück! Lasst mich an den Buben – das fordert Blut. – Sein Herzblut muss ich haben – verdamm' Euch – die Augen aus seinem kopf."
"Lasst ihn los," sagte Brown jetzt, das Terzerol einsteckend und ein eben solches Messer, wie es Heatcott führte, unter der Weste hervorziehend – "lasst ihn los, und wir können dann gleich sehen, wer der beste Mann ist."
"Um Gottes willen, Mr. Harper, dulden Sie das Schreckliche nicht –" bat Marion, die mit todtenbleichem Antlitz aus dem haus flog und die Hand des alten Mannes zitternd ergriff – "der böse Heatcott bringt ihn um."
"Seien Sie ruhig, liebes Kind," beschwichtigte Harper die Flehende – "und gehen Sie vor allen Dingen in's Haus zurück. – Dies ist jetzt kein Platz für ein junges Mädchen – hat die Kugel erst einmal das Rohr verlassen, so weiss niemand, wohin sie geht."
"Er wird ihn tödten," klagte das Mädchen.
"Wen? Ihren Bräutigam? nein. – Er hat ja den Streit mit meinem Neffen."
Marion barg das Antlitz schluchzend in ihrem Tuche und liess sich willenlos von Rowson, der zu ihr getreten war, in's Haus geleiten.
"Zurück! sag' ich," schrie Heatcott in höchster Aufregung – "gebt mir meine Büchse – ich muss den Hund über den Haufen schiessen."
"Lasst ihn los," rief nun auch Brown in schnell auflodernder Kampflust. – "Lasst ihn frei – er hat Messer genug an sich herumstecken, einen ehrlichen Kampf zu wagen – weg da, Männer von Arkansas! Wollt Ihr einen gleichen Streit hindern?"
"Gut!" sagte Mullins – "Ihr mögt es ausfechten, aber die Büchse bekommt er nicht. – Wir wollen keinen M o r d dulden; – ein Kampf ist etwas Anderes."
Heatcott sah sich im nächsten Augenblick frei, und die Männer bildeten einen Kreis um die beiden. Der eben noch so wilde Kentuckier schien jedoch durch den kalten, furchtlosen blick seines Gegners gewaltig abgekühlt, und wenn er auch krampfhaft das Messer mit der Hand umschloss und dem ihn fest Erwartenden wütende Blicke zuschleuderte, so blieb er doch wie festgebannt auf seiner Stelle stehen und griff n i c h t an. Eine peinliche Stille trat ein, die Männer umstanden die Feinde und wagten kaum zu atmen, während Marion in der Tür des Hauses mit leichenblassen Wangen und stieren Augen hinüberstarrte nach dem Kreise und in krampfhafter Aufregung, die hände fest auf die Brust gefaltet, zitternd und bangend den Erfolg des Grässlichen erwartete.
Heatcott befand sich in einer peinlichen Lage, er fürchtete augenscheinlich den Stahl des Feindes, aber mehr fast noch den Spott oder das höhnische Lächeln der Kameraden, das er glaubte erwarten zu müssen, wenn er den dargebotenen Kampf nicht annähme; da schlugen sich die Freunde in's Mittel, und zwischen die Männer tretend, trennten sie die Streitenden.
"kommt, Heatcott," sagte Heinze – "Ihr habt alle Beide Unrecht, und es ist eine Sünde und Schande, dass sich zwei ordentliche Kerle zerfleischen sollten, wo es noch Lumpengesindel genug im wald gibt, an dem sie ihre Wut auslassen könnten. kommt – es wird Zeit, dass wir aufbrechen, und es ist auch nicht recht, den Sonntag der Leute hier zu stören, die uns freundlich aufgenommen haben."
"Das ist Alles, was mich bis jetzt abgehalten hat, jenen Gelbschnabel zu züchtigen," knirschte Heatcott – "aber warte, Bursche – ich finde Dich, und Gnade Dir Gott, wenn Du mir einmal vor's Rohr kommst."
"Heatcott – Heatcott," warnte Mullins, "das sind böse, gefährliche Reden, sehr gefährliche Worte."
"Lasst ihn," lachte Brown verächtlich