1846_Gerstcker_144_179.txt

Petite-Jeanne angeht, den Gerichten von Little Rock zu übergeben; die mögen über ihn entscheiden. Dass er nicht wieder an den Fourche la fave kommt, davon, glaube' ich, können wir überzeugt sein."

"Fort mit ihm," riefen Einige, "gebt ihn dem Sheriff."

"Es wär' schade um den Strick," sagte Curtis; "jedoch, Gentlemen, hab' ich gegen das letzte Urteil noch etwas einzuwenden. Der Bursche hat uns hier in unsere Rechte Eingriff getan, und stecken sie ihn in Little Rock in's Zuchtaus, und bricht er durch, wie sich das von selbst versteht, so lacht er uns nachher noch aus."

"Bei meiner Seligkeit nicht!" rief Jones ängstlich.

"Die kauf' ich nicht teuer," erwiderte ihm Curtis. – "Neinich stimme dafür, dass wir ihn erst mit unseren verschiedenen Holzarten, Hickory und Dogwood, bekannt machen; nachher kann er gehen. Er wird dann wenigstens freundlich an unser Flüsschen zurückdenken."

"Curtis hat Recht," sagte Brown – "und meiner Ansicht nach ist dieser Jones, wenn nicht so schlimm wie Rowson, doch einer der abgefeimtesten Schufte, die es geben kann. Wenn es also die Männer von Arkansas zufrieden sind, so mag ihm der Neger dort fünfzig Streiche zuzählen."

"Gentlemen!" bat Jones ängstlich.

"Fünfzig sind eigentlich zu wenig," rief Bowitt, als die Uebrigen beigestimmt hatten, "doch möchten wir dann einen andern Mann als den Neger zum Strafen wählen; ich traue dem –"

"Halt," unterbrach ihn der Kanadienser. "Ich will ihm die Schläge gebenbin ihm so noch etwas schuldig –"

"Gnade! Gnade!" flehte Jones, der wohl wusste, w i e dieser Halbwilde seinen rücken bearbeiten würde.

"Die ist Euch geworden," sagte Brown, sich von ihm wendend – "nach Verdienst gebührte Euch der Strangfort!"

"Und Johnson und Rowson?" fragte Husfield jetzt, sich langsam im Kreise umschauend, während der Kanadienser den wimmernden Jones zur Seite führte.

"D e n T o d !" schallte es dumpf und eintönig von jeder Lippe.

"Sirwenn Ihr mich retten wollt," flüsterte Rowson, mit Leichenblässe im Antlitz, dein fremden mann zu, "jetzt ist die höchste ZeitIhr kennt die Regulatoren nicht –"

"Schweigt und baut auf mich," sagte ihm eben so leise und vorsichtig der Advokat.

Wilson hatte indessen Atkins' Bande zerschnitten und bot ihm sein Pferd zum nach haus Reiten an. Dieser nickte auch dankbar mit dem kopf, löste den Zügel desselben von dem Zweige, an dem es befestigt stand, und wollte aufsteigen. Da besann er sich noch einmal, blieb einige Secunden über den Sattelknopf des Tieres gebeugt stehen, kehrte dann zurück und reichte erst Wilson, dann Brown und dann Husfield schweigend die Handdrückte sie herzlichschwang sich in den Sattel und sprengte mit verhängten Zügeln seiner wohnung zu.

Brown sah ihm sinnend nach und sagte dann zu Wilson:

"Bei dem hat's geholfenes sollte mich nicht wundern, wenn Atkins ein ehrlicher Mann würde."

"Rettet mich, sonst ist es zu spät," flüsterte Rowson wieder in Todesangst – "Ihr habt es versprochenIhr m ü ss t mich retten."

"Führt die Gefangenen zum tod!" sagte Brown mit leiser, aber volltönender stimme.

"Halt!" rief der advokat jetzt dazwischen tretend. "Halt! im Namen des Gesetzes! Diese Verbrecher sind des Todes schuldiges ist wahr, aber ich protestire hier öffentlich gegen dieses Gerichtsverfahren, was eben solcher Mord wäre, als jene begangen haben. Ueberliefert sie mir und ich will ihr Ankläger vor den Richtern des Staates werden, aber hier –"

"Tut Eure Pflicht," wiederholte Brown ruhig, ohne den Einwurf zu beachten, "hat einer der Gefangenen noch etwas zu sagen?"

"Ich will Alles entdecken," schrie Rowson – "hört mich nurAlles will ich entdecken, wenn Ihr mir mein Leben sichert. – Bis an meinen Tod will ich im gefängnis arbeitenaber das L e b e n schenkt mirnur das Leben. Ich habe fürchterliche Sachen zu entdecken."

"Euer Leben ist verwirkt," erwiderte ernst der strenge Richter. – "Bereitet Euch auf Euren Tod vor!"

"Zurück!" schrie der Elende, als ihn die Regulatoren ergreifen wollten, "zurück mit Euchich bin dem Gesetz verfallenich –"

"Halt!" flüsterte der Indianer, der bis dahin, wie ein zum Sprung bereiter Panter, neben der gefesselten Gestalt des Metodistenpriesters gekauert hatte, sich jetzt aber zu seiner vollen Höhe emporrichtete und seine Hand auf die Schulter des vor der Berührung zurückbebenden Verbrechers legte. – "Dieser Mann ist m e i n , Ihr habt ihn schuldig gesprochenaber ich bin sein Henker!"

"Neinneinnein!" schrie der Metodist in Todesangst – "neineher Allesfortfort, Ihr Regulatoren, fort mit mirhängt michhängt mich hier an diesen Baum! – Nein, nicht hierweiter fort etwashundert Schritteine halbe Meileaber gebt mich nicht in die hände dieses Teufelshülfe