1846_Gerstcker_144_175.txt

Feindes vorkommt?" fragte Bahrens nach einer kleinen Pause.

"Nun?"

"Die Pawnees haben eine Sage, nach der ein schurkischer spanischer Händler mit der Leiche des Weibes, das er unglücklich gemacht, auf ein Pferd gebunden wurde und nun für Ewigkeiten, mit dem Elend vor sich, durch die Steppen rast; – ich glaube nicht, dass der Metodistso lange er noch lebtetwas anderes sehen wird, als die auf ihm haftenden Augen des Indianers."

"kommt, Bahrens, wir wollen voranreiten, meine Frau beruhigen und Quartier bestellen," sagte Roberts. – "Mir wird's auch unheimlich hier zu Mute."

Die beiden Männer galoppirten an dem übrigen zug vorbei. Als ihre fackeln aber das Antlitz des Metodisten und des Indianers für einen Moment erhellten, sahen sie, wie Assowaum erst ängstlich zu seinem Opfer niederschaute, sich jedoch gleich darauf wieder mit triumphirendem blick aufrichtete und schnell, wie von keiner Last beschwert, weiter schritt. – Der Metodist lebte noch.

Fussnoten

1 Ausruf des Erstaunens.

36.

Das Gericht der Regulatoren.

Der zu dem jetzigen Gericht der Regulatoren ausersehene Platz lag den Fourche la fave-Niederlassungen etwas näher als der vorige, und zwar aus einem steilen Hügel oder "Bluff", der mit senkrechter Felswand am südlichen Ufer des Flusses emporstieg, und an beiden Seiten, östlich und westlich, von dem niedern Talland und dichten Rohrbrüchen begrenzt wurde.

etwa eine Meile weiter stromab kreuzte jene Strasse den Fluss, auf welcher damals die Regulatoren von Rowson's List irregeführt waren; und die kleine Hütte, in der Alapaha von Mörderhand fiel, lag, wie der Leser weiss, kaum eine halbe Meile in gerader Richtung von dieser entfernt.

So still und öde jener schroffe Bergesgipfel aber auch sonst gewöhnlich war, da aus viele Meilen im Umkreis, wenigstens auf d e r Seite des Flusses, kein Haus stand, so lebhaft und bewegt zeigte er sich jetzt. Unter den schlanken Kiefern und dichtbelaubten Eichen und Hickories lagerten, um fünf verschiedene Feuer herum, einige zwanzig kräftige Jäger und Farmer, Prachtexemplare der wirklichen Hinterwäldler, teils mit der Zubereitung ihres Frühstücks, teils mit Verzehrung desselben beschäftigt, und wieder kräuselte der blaue Rauch wie vor zeiten lustig und wild in die klare Morgenluft hinauf, als noch der Urstamm, die Arkansas, diese Höhen bewohnte.

So gewöhnlich nun aber auch solche Lager in Arkansas oder überhaupt in den westlichen Wäldern Amerikas sindso sehr unterschieden sich zwei Gruppen, nicht allein von dem Aussehen, sondern auch von dem ganzen freien Benehmen der übrigen Männer. Sie bildeten gewissermassen den Hintergrund dieses Gemäldes und lagerten am weitesten von dem steilen Abhang entfernt, unter zwei einzeln stehenden Gruppen von Dogwoodbäumen, deren weisse Blütenzweige sie wie mit einem Blumendach überschatteten. Wenig aber schienen die Hauptpersonen dieser freundlichen Umgebung zu achten, und finster brütend starrten sie auf das gelbe, vorjährige Laub nieder, in dem sie mit gefesselten Gliedern ausgestreckt lagen.

Es waren die Gefangenen Atkins, Johnson, Weston und Jones, von zweien der Backwoodsmen, die neben ihnen auf ihren langen Büchsen lehnten, bewacht.

Die andere Gruppe bestand nur aus zwei Personendem Metodisten und dem Indianer. – über diesen hin schlängelte sich in reichen, malerischen Windungen eine rote Feuerliane mit ihren trichterförmigen Purpurblüten, zwischen denen die Weisse quellende Knospenpracht der Gewürzbüsche und der Dogwoods einen wunderlieblichen Abstand bildeten. Unter dem Laub- und Blumendach diente ein sorgsam zusammengetragenes, mit warmen Decken belegtes Blätterlager dem verwundeten Priester zum behaglichen, weichen Ruheplatz, und daneben kauerte der Indianer. Aber selten wandte dieser seine Aufmerksamkeit von der vor ihm ausgestreckten Gestalt ab, und das geschah dann nur, ein neben ihnen knisterndes Feuer zu unterhalten, um die kühle Morgenluft dem leidenden Gefangenen erträglicher zu machen. Ein Becher, mit wasser gefüllt, stand neben ihm, den er manchmal an die brennenden Lippen des im Wundfieber Liegenden brachte und seinen Durst damit löschte, während er sorgsam wieder die verschobenen Dekken zurechtzog, damit kein rauhes Lüftchen seine Lage verschlimmern oder sie ihm auch nur für Augenblicke unerträglich machen konnte.

Jetzt schlugen in nicht sehr grosser Entfernung mehrere Hunde an, und bald darauf kamen die am vorigen Abend bei dem Ueberfall beteiligten Regulatoren, mit Brown, Roberts, Harper und einem Fremden an ihrer Spitze, den Berg herauf und begrüssten hier die schon versammelten Männer. Brown stellte dann den Regulatoren den Fremden als einen Advocaten aus Pulaski County vor, der, zufällig in der Nähe, von ihrer heutigen Gerichtssitzung gehört und dieser, wenn es ihm verstattet würde, beizuwohnen wünschte. Hierauf erklärte Brown, da Husfield erst in etwa einer Stunde eintreffen könne, die Sitzung für eröffnet.

Vor allen Dingen wurde jetzt eine Jury von zwölf Ansiedlern gewählt, wobei den Gefangenen selbst das Recht zugestanden ward, den, den sie in dieser Sache für parteiisch hielten, zu verwerfen. Keiner aber machte von dieser erlaubnis Gebrauch. Sie wussten gut genug, wie klar ihre Schuld sei, und da Husfield nicht gegenwärtig war, so schien es selbst Johnson gleichgültig, wer von seinen Feinden Richter oder Zuhörer wäre. Nur zwei ihm vertraute, freundliche Gesichter sah er unter der Menge; die aber hielten sich wohlweislich sehr zurück und schienen keineswegs geneigt, eine active Rolle in diesem Drama zu spielen. – Es war Curneales und Junnegan, die zusammen an einem Baum lehnten und sich nur dann und wann leise flüsternd ihre Bemerkungen mitteilten.

"Und wer soll für die Gefangenen sprechen?" fragte