1846_Gerstcker_144_167.txt

, undPest und Gift, ich kann die Zeit nicht erwarten, die betende Canaille hängen zu sehen!"

"Ja, wenn wir so wollen, Mr. Husfield," lachte der

Tennesseer, "dann geht's mir gerade so. Mir wird sie auch lang genug werden, aber was dürfen wir anders tun? – Die Halunken frei lassen? Das wollt Ihr selbst nicht, vor den ganzen Vereinigten Staaten könnten wir das auch nicht verantworten; und die armen Mädchen ihrer Wut preisgeben, geht eben so wenig an. – Aber da kommt der Indianer herbeigeschlichenseht nur, wie er sich aus dem Bereich ihrer Kugeln hält. Gegen den müssen sie eine ganz besondere Malice haben."

Stevenson hatte rechtschlangenartig glitt Assowaum hinter niederliegenden Stämmen, Brombeerdickichten und dichten Baumgruppen hinweg, und erst als er nur noch einen offenen Waldfleck zwischen sich und den Männern sah, floh er flüchtigen Laufes über diesen hinweg und deckte durch den hier versammelten Menschenknäuel seinen Körper. Seine Vorsicht zeigte sich auch keineswegs unnütz, denn kaum hatte er den freien Platz betreten, so bewies eine dritte Kugel, wie genau jede seiner Bewegungen von dem Haus aus verfolgt war. Triumphirend aber schwang er diesmal die Büchse und hielt dann den von der zweiten Kugel getroffenen Arm dem Freunde hin, der augenblicklich sein Tuch vom Nacken riss und die blutende, jedoch unbedeutende Wunde verband.

"Weshalb hat denn der Metodist eine solch' entsetzliche Wut auf Dich?" fragte ihn jetzt Brown. – "Er verschiesst kein Stück Blei, wenn er es nicht auf Deine rote Haut abschicken kann."

"Er kennt mich!" sagte der Indianer, sich stolz emporrichtend, "er weiss auch, dass er meiner Rache verfallen ister erschlug Alapaha!"

"Was? Dein Weib? Der Priester? Rowson? Die Indianerin?" riefen die Männer entsetzt und verwirrt durcheinander.

"Er erschlug Alapaha!" wiederholte tonlos der Wilde – "s e i n Blut war es, das diesen Tomahawk färbte."

"Das ist eine überreife Frucht!" rief Husfield. "Mir kommt's wie Sünde vor, auch nur noch eine Stunde länger zu warten."

"Halt," sagte der Indianer, "stürmt Ihr das Haus, so stirbt der 'blasse Mann', er kennt sein los; er wird tapfer sein. Aber er gehört dem 'befiederten Pfeil' und darf nicht sterben. Er ist mein! Wartet, bis die Sonne in ihr Bett ist. Assowaum wird Euch führen!"

"So beschäftigt ihre Aufmerksamkeit wenigstens jetzt," sagte Brown – "die armen Mädchen müssen ja verzweifeln, wenn sie uns hier draussen wissen und nicht ein Lebenszeichen von uns vernehmen. Sie werden uns der Feigheit zeihen."

"Allerdings dürfen wir den Canaillen nicht zu viel Luft lassen," sagte Wilson – "wer weiss, was sie sonst noch aus Uebermut begehen. Wenn mich nicht Alles trügt, so ist der Schuft, der Cotton, auch mit dort drinnen, und der ist zu Allem fähig."

"Auch Atkins' Mulatte ist uns entschlüpft," sagte Cook. – "Möglich kann's sein, dass der dort ebenfalls eine Zuflucht gefunden hat."

"Rowson redete ja von Sechsen," warf Curtis ein.

"Prahlerei!" sagte Stevenson – "nichts als Prahlereier will uns einschüchtern. – Aber ist denn auch jener Platz wieder besetzt, wo der Indianer stand?"

"Euer Sohn ging nach der Richtung zu," sagte Husfield, "der wird schon aufpassen."

"Gutdann wollen wir die Belagerten noch einmal zur Uebergabe auffordern und mit Sturm drohen, dass wir sie wenigstens in Schach halten," sagte Brown.

"In was?" fragte Bahrens erstaunt.

"Dass wir ihnen nicht zu viel Zeit zum Nachdenken lassen," lächelte der junge Mann. "Wer will der neue Parlamentair sein?"

"Ich habe nichts dagegen," sagte Bahrens, "was ich dazu beitragen kann, die Schufte von der rechten Fährte abzubringen, soll gewiss geschehen. Lieber ging' ich aber mit Büchse und Messer auf die Canaillen einhol' sie der Henker, mich juckt's ordentlich im Zeigefinger, eine halbe Unze Blei dahinüber zu senden. Wenn man nur nicht fürchten müsste, eins der Mädchen damit zu treffen."

"Hallo, wer kommt da geritten?"

"Es ist Euer Neger, Roberts," sagte Cook, "die Frau wird Todesangst zu haus ausstehen, denn wie wir vorbeikamen, sah sie leichenblass aus und rief uns nur zu, ihr Kind zu retten."

"Schickt ihr den Burschen zurück und sagt, die Mädchen wären in Sicherheit," bat Harper – "sie ängstigt sich sonst zu tod. – Ehe der Junge dort ankommt, hoff' ich, haben wir das Wort wahr gemacht."

"natürlich darf ich ihr nicht sagen lassen, wie die Sachen stehen," meinte kopfschüttelnd der alte Mann, "sie hätte den Tod vor Schreck. Ob sie denn wohl schon weiss, dass Rowson –"

"Sie rief: Rettet mein Kind aus den Händen des Predigers," sagte Curtis – "wie sie's erfahren hat, weiss ich nicht."

"Er verriet sich selbst," warf Assowaum ein. "Aber die Zeit drängt. Dort oben streichen die Aasgeiersie