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Auf die erste Ueberraschung daher am meisten zählend, riss er mit kräftiger Hand die Tür auf und sprang in das Zimmer.

Hier aber übersah er schnell genug, dass seine Büchsen in der Gewalt der Feinde seien, das Bett war jedoch nicht besetzt, und mit einem Triumphruf flog er diesem zu, riss die Pistolen hervor und drängte, die gespannte Waffe auf Cook gerichtet, gegen die Tür zurück, die ihm dieser verstellt hatte. Vielleicht wollte er ihn nur zum Weichen bringen, da der Regulator aber ruhig seinen Stand behauptete, drückte er ab, das fremde Leben natürlich dem seinigen opfernd.

Schrecklicherentsetzlicher Klang für Den, der seine ganze Lebenshoffnung, sein Alles auf dich gesetzt hat, machtloses Schloss, wenn du mit mattem, bleiernem Schlag gegen den Stahl triffst; – erschlafft sinkt die Hand und vermag selbst die treulose Waffe nicht mehr zu halten. – Vorbeidas war die letzte Hoffnungvorbei.

Atkins schaute wild nach der Tür, durch die er eingetreten, aber in demselben Moment brachen dorterein seine Verfolger, Cook und Curtis warfen sich ihm entgegen und umwanden seine jetzt widerstandslosen Glieder mit festen Seilen.

"Wo ist der Andere?" fragte Brown, die Tür zurückstossend – "weiss ihn Jemand?"

"Drüben in's Haus sprang er," erwiderte der Kanadienser. "Ich hab' es mit eigenen Augen gesehensie wollten ihn aber nicht herausgeben."

"So will ich selbst versuchen, ob sie auch mir den Eintritt verweigern," erwiderte der Regulatorenführer und trat an die gegenüberliegende Tür. Wir kennen jedoch den Erfolg, und ohne weiter Zeit und Mühe zu verlieren, traf er augenblicklich die sichersten Massregeln, den Flüchtling zu erfassen, sobald er versuchen würde, in den Wald zu entfliehen.

"Gentlemen," wandte er sich zu diesem Zweck an die Freunde, – "jener Bursche darf uns nicht entgehen; zu der Bande gehört er auf jeden Fall, und wer weiss, ob er nicht einer der Mörder war, oder in wie weit er mit in die hier vorgefallenen Verbrechen verwickelt ist. – Wir müssen also das Haus umzingelnaber leise, dass wir ihn zu dem Glauben veranlassen, der Weg sei sicher. Hat man den Mulatten erfasst?"

"Nein," sagte Bowitt – "der Schuft muss mitten durch den Wald geschlüpft sein, sonst hätte er uns nicht entgehen können."

"Bösbös!" murmelte Brown – "der wird Lärm machen; das lässt sich aber nicht mehr ändern. Wir haben das Nest jener Schufte, ihren sichern Schlupfwinkel aufgestört; von nun an müssen wir uns auf unser gutes Glück verlassen. Also, Gentlemen, auf Ihre Postender Regen hat nachgelassen, und der Wind draussen wird uns bald wieder abtrocknen. Nehmt den Gefangenen zum Feuer, Cooker ist ebenfalls nass."

"Gut," sagte Cookmit Curtis' hülfe dem Befehle Folge leistend, "dann lasst uns zwei Trockne aber mit Wachtdienste tun, und Stevenson mag mit seinem Jungen hier beim Feuer auf den Gefangenen Acht geben. Wir sind den Beiden schon so viele Verbindlichkeiten schuldig und wollen sie doch nicht gern krank sehen."

"Nicht mehr als billig," erwiderte Brown; "aber wo stecken sie?"

Die beiden Stevensons traten eben in die Tür und wurden bald mit ihrer neuen, diesmal bequemeren, wenigstens trockneren Pflicht bekannt gemacht. Die anderen Männer begaben sich dann auf ihre Posten, und Brown, der noch über irgend etwas leise mit dem älteren Stevenson gesprochen hatte, wollte ihnen eben folgen, als er fast erschrocken von der Tür zurückfuhr, denn in dieser stand mit nassen herunterhängenden Haaren, mit wildglühendem blick und stolzer, finsterer Haltungder Indianer.

"Assowaum!" rief Brown freudig überrascht – "kommst Du endlich? Wir haben indessen für Dich gearbeitet."

"Es ist gut soaberweshalb ergriffet Ihr d e n da?" sagte der Indianer leise, die Hand, in der er einen Bogen und mehrere Pfeile hielt gegen Atkins hebend.

"Er war der Hehler der Verbündeten; doch Du sollst Alles erfahren. – Kehrst Du erst jetzt zurück?"

"Neinich habe einen Gefangenen."

"Wen? Und wo?"

"Johnsondraussen im wald."

"Weisst Du ihn schuldig?"

"Er ahnte einen Panter auf seiner Fährte und fürchtete dessen Fänge. Kennst Du diese Waffen? Die Pfeile sind vergiftet. Mit ihnen schlich er zum Lager Assowaum's und wollte ihn tödten."

"Die Pest über ihn! – Du hast ihn doch gebunden?"

"Ja."

"Und er kann nicht entfliehen?"

Assowaum lächelte und flüsterte leise:

"Wen Assowaum bindet, der rührt sich nicht."

"Wo aber warst Du so lange? Es gab hier Leute, die da behaupteten, Du seiest geflohen!"

"Du warst nicht unter Denen," erwiderte der Wilde. "Aber glaubt mein Bruder, dass ich in dieser Zeit müssig gewesen? – Ich kenne die Mörder Heatcott's."

"Du kennst sie? – wer, wer war es? Sprich!" rief Brown in wilder Freude.

"Johnson undRowson!" sagte leise der Indianer.

"Rowsonallmächtiger Gottdas ist nicht möglich!" schrie Brown entsetzt – "das istdas wäre entsetzlichRowson ein