sagen werden?" "Mich dauert's, dass das Kind gerade trank sein muss." "Das lässt sich nicht ändern, warum – bei Gott, das war der Pfiff – jetzt, Cook, aufgepasst – der Tanz beginnt –"
"kommt schnell," flüsterte Atkins den draussen an der Fenz seiner harrenden Männern zu – "haben wir es erst einmal hinter uns, ist's so viel besser, denn d a s Wetter vernichtet jede Spur – aber straf' mich Gott, wenn es nicht zu arg ist, in solchem Regen draussen zu sein. Jones sagte mir doch, Ihr kämet erst in acht Tagen –"
"Oh zum Donnerwetter, spart Euer Geschwätz, bis wir im Trocknen sind," brummte, sich mürrisch stellend, der Alte – "ist das ein Wetter zur Unterhaltung? Ich habe weiter nichts dabei zu tun, als die Tiere abzuliefern, und wollte zu Gott, ich hätte es einem Andern überlassen. Solchem Regensturm den rücken hinzuhalten, könnte Einem den Tod geben."
"Wo stehen die Pferde?"
"Da oben an der Ecke irgendwo – mein Junge ist bei ihnen, heisst das, wenn's den armen Burschen nicht heruntergewaschen hat." Er schob bei diesen Worten den Finger zwischen die Zähne und pfiff leise, aber scharf.
"Was zum Teufel macht Ihr?" fragte Atkins erschrocken.
"Hört Ihr's? Da drüben antwortete er," sagte der Alte, "er lebt wahrhaftig noch. Wo habt Ihr den Eingang?"
"Gleich da oben – Ihr seid nicht weit davon entfernt, wenn Ihr aber wieder kommt, so reitet etwa hundert Schritt weiter aufwärts in den Bach hinein. Seht Ihr dort!"
"Sehen? jetzt bitte' ich Einen um Gottes willen, s e h e n , bei solchem Wetter s e h e n ; keine Hand vor Augen, ausgenommen wenn's blitzt. Doch da ist der Junge – he, Ned – komm hierher; lebst Du noch?"
"Ja, Vater," flüsterte der junge Mann – "es ist aber ein entsetzliches Wetter. Mir graust's."
"Unsinn – werden schon wieder trocken werden – komm, folge uns. Haben die Tiere ruhig gestanden?"
"So ziemlich – nur der Rappe scheute bei den Blitzen."
"natürlich, welches Vieh soll denn dabei auch ruhig stehen – aber was macht Ihr? Legt Ihr die Fenz nieder?"
"Ja," sagte Atkins, – "ich habe mit Willen hier oben keine Tür – sondern Futtertröge in der Ecke angebracht. Es sind zu viel Spione in der Nachbarschaft, und das mindeste Auffallende erregt gleich Verdacht. – So – hier kommt herein. – Nehmt Euch in Acht, dort liegen noch abgehauene Stämme. Ah – der Blitz kam apropos!"
"Ist denn der Platz, wo Ihr die Pferde lasst, weit von hier?"
"Keine hundert Schritt mehr – Pest, das war ein Schlag! – Lasst die Fenz nur liegen, bis wir wieder zurückkommen; jetzt läuft keins von den Tieren fort – sie stehen alle unter dem Schuppen – so – nur mir nach – dies ist der Platz."
In demselben Augenblick erhellte wiederum ein greller Blitz den ganzen sie umgebenden Raum, und Stevenson sah, dass sie an einer Fenz standen, über die von der andern Seite abgenagtes Schilf herüberging.
"Wartet einen Augenblick," sagte Atkins jetzt schnell, "ich schiebe nur die Fenzriegel und die unteren Stämme weg – es wird gleich Luft werden. – So, nun hinunter mit den Tieren, dort sucht sie Keins, und dann in's Haus – ein warmer Schluck – Höll' und Teufel, was macht Ihr? – Verrat! –"
Er hatte aber wohl Ursache, überrascht zu sein, denn kaum war der Eingang zu dem geheimen Versteck geöffnet, als Stevenson einen lauten schrillen Pfiff ertönen liess. Im nächsten Augenblick erleuchtete ein greller Strahl den Platz mit Tageshelle. Atkins, von dem Schein halb geblendet, sah eine Masse dunkler Gestalten herbeistürmen, und während der Donner in mächtigen Schlägen schmetternd und krachend am Firmamente hindröhnte, fühlte er, wie der kräftige Tennesseer die Hand nach ihm ausstreckte und ihn am Kragen erfassen wollte.
Hier jedoch kam die Dunkelheit dem mit Grund und Boden genau Vertrauten sehr zu statten, denn wie eine Schlange glitt er unter der drohenden Faust hinweg. Stevenson erfasste statt seiner den Sohn, der ebenfalls herbeigesprungen war, den Verbrecher zu halten; ein zweiter Blitz verriet ihnen aber die fliehende Gestalt des Hehlers, und auch Weston, den die erste Ueberraschung fast gelähmt hatte, floh der Stelle zu, auf der sie eben die Umzäunung betreten.
Der Platz war übrigens besetzt, und fast wäre er zwei anderen Männern in die hände gesprungen, denen er gerade entgegenlief, als wieder ein Blitz ihm die neue Gefahr verriet. Schnell wandte er sich und suchte über die Fenz zu entkommen. Da hörte er auch hier das Zeichen der Verfolger und sah nun, dass dies keine plötzliche, zufällige Entdeckung, sondern ein verabredeter Ueberfall sei, sah jeden Rettungsweg abgeschnitten, und hoffte nur noch, durch das Haus, oder am Haus und Rauchhaus vorbei den schmalen, fast stets von den Hunden eingenommenen Raum offen zu finden. Dort konnte er möglicher Weise den Wald und mit diesem wenigstens augenblickliche Sicherheit gewinnen.
Eben aber, als er in