für Die, die heute draussen sind," sagte Curtis, "das Vieh drängte sich auch gegen Abend merkwürdig um's Haus herum."
"Waren viele Leute vom Petite Jeanne bei der Versammlung?" fragte Atkins.
"Nicht besonders viele," sagte Cook – "sie hatten sich wohl meistens darauf verlassen, dass sie es morgen näher haben würden. Ein Fremder nur, der ihm gestohlene Pferde suchte."
"Ein Halbindianer –" erwiderte Atkins – "ja, der war auch hier bei mir und erkundigte sich nach ihnen. Ich konnte ihm aber leider keine Auskunft geben."
"Ihr habt g a r nichts von seinen Pferden gesehen?" fragte Cook, ihn scharf fixirend.
"Nein – wie sollte ich," erwiderte Atkins, ohne dem blick zu begegnen. – "Ich bin überhaupt seit den letzten vierzehn Tagen nicht aus meiner Fenz hinausgekommen, und vor den Häusern werden die Pferdediebe denn doch wahrhaftig die gestohlenen Tiere nicht vorbeitreiben."
"Schwerlich," lächelte Curtis – "aber was haben denn die Hunde – sie lärmen ja merkwürdig."
"Vielleicht noch einer der Regulatoren, den das nahende Gewitter hier hereintreibt," sagte Cook.
"Wahrscheinlich –" erwiderte Atkins – "ich will doch einmal nachsehen – Ruhe da – ihr Bestien! – Ruhe!"
Er trat mit diesen Worten vor die Tür, und Curtis flüsterte Cook zu: "Das ist Stevenson, passt auf. Der hat aber schlechte Zeit gewählt, das Wetter werden wir auf jeden Fall vorüberlassen müssen. Die im Schilfbruch werden übrigens gute Zeit bekommen; da befinden wir uns doch hier am behaglichsten."
"Wie weit ist's noch bis zum Fourche la fave?" überschrie jetzt draussen eine stimme das Toben der Hunde.
"Pest und Gift," murmelte Atkins vor sich hin und sprang von den Stufen hinunter, der Fenz zu – "das wäre ja verdammt schnell, wenn da schon die zweite Sendung käme – Jones hat mir doch gesagt, es würde noch acht Tage dauern –"
"Er fliesst gleich nebenbei," sagte er dann laut zu dem Mann, der, in einen weiten Regenmantel dicht eingehüllt, auf seinem Pferde sass. "Wer seid Ihr – Sir? – Ich heisse Atkins."
"Habt Ihr gute Weide hier?" war die leise Antwort.
"Von woher kommt Ihr?" flüsterte Atkins eben so leise – "sprecht –"
"Ich bitte um einen Trunk wasser."
"Höll' und Teufel! Jones sagte mir doch, es würde noch acht Tage –"
"Lasst uns die Pferde schnell in Sicherheit schaffen," flüsterte der Fremde – "ich habe meinen Jungen bei ihnen, und es ist ein fürchterliches Wetter im Anzug."
"Das Nasswerden wird ihnen nichts schaden –" erwiderte Atkins – "ich habe Fremde im Haus und kann jetzt nicht fort –"
"Aber der Regen würde die Fährten so schön wieder verwaschen," wandte Jener ein.
"Das ist allerdings wahr – aber – wie viel habt Ihr?"
"drei."
"drei nur? Jones sagte mir von sieben."
"Die anderen kommen morgen Abend – wir durften die Fährten nicht zu breit machen."
"Ist das der Junge, den ich zum Weiterschaffen der Tiere hier behalten soll?"
"Den Jungen? Ja so – ja – er weiss um Alles."
"Kennt er auch den Weg nach dem Mississippi?"
"Wir kommen eben –" verschnappte sich der alte Mann, bemerkte aber noch glücklicher Weise zeitig genug seinen Fehler und fuhr nach kurzem Husten fort – "von Westen zwar, der Junge ist aber auch schon oft in d e r Gegend gewesen. Doch macht fort – die grossen Tropfen fangen schon an zu fallen."–
"Gut – dann wartet nur einen Augenblick, und ich will denen da drinnen sagen, Ihr sähet selbst nach Eurem Pferde oder sonst irgend was – hallo – wer ist das da?"
Ein Mann näherte sich der Fenz, gab sich aber gleich darauf als Weston zu erkennen.
"Ach – Ihr kommt mir gelegen, Weston," rief Atkins.
"Hier ist ein Fremder, der Pferde hat – Ihr wisst schon – geht mit ihm hinten herum und bringt sie in Sicherheit, und nachher kommt herein. Ich kann die beiden Regulatoren nicht gut allein lassen!"
"Regulatoren habt Ihr da drinnen?" fragte der Reiter scheinbar erschrocken.
"Es sind Gäste, die bloss hier übernachten," beruhigte ihn Atkins – "aber Ihr müsst wahrhaftig warten, bis das Wetter vorüber ist – es wird augenblicklich losprasseln. Wenn die Pferde im Bach stehen, schadet's auch nichts; Fährten sollen sie doch nicht finden."
"Im Bach?" sagte der Fremde, "sie stehen aber nicht im Bach. Ich habe sie oben an der Feldecke."
"Ei, so hol' Euch der Henker; warum brachtet Ihr sie denn nicht auf den alten Platz?"
"Es ist das erste Mal, dass ich hier bin."
"Ja, dann nehmen wir sie doch lieber gleich herein," rief Atkins ärgerlich – "da oben an der Fenzecke möchte ich nicht gern morgen früh Pferdehufspuren haben – der Halbindianer ist noch in der Nähe. Geht Ihr also mit ihm bis an die hintere Tür, Weston, ich will erst einen Augenblick