ich hab' es – ein köstlicher Einfall – dem alten Mann wird es auf ein oder zwei Tage nicht ankommen, wir können ihm Mais und Lebensmittel genug liefern."
"Wem denn?" frugen Mehrere.
"Habt Ihr heute Morgen keine Wagen auf Eurer Fähre übersetzen sehen, Wilson?" fragte diesen jetzt Cook.
"Ich bin seit gestern Abend hier," sagte der Angeredete, leicht errötend – "doch was sollen die uns nützen?"
"Die können höchstens uns hier gegenüber, an der andern Seite des Flusses, also kaum zwei Meilen in gerader Richtung, entfernt sein," erwiderte Cook, "ein alter Tennesseer mit seinen beiden Knaben führt die Wagen. Einer von diesen, die Jungen oder der Vater selbst, muss uns beistehen. D i e kennt Atkins n i c h t , und Alles schlau angefangen, geht der alte Fuchs vielleicht in die Falle."
"Wer reitet aber hinüber?" fragte Wilson, "und wie soll man sie finden?"
"Oh, nichts leichter als das," beschrieb ihm Cook. – "Ihr setzt hier gleich durch den Fluss, schneidet gerade durch die Niederung, links an dem kleinen See vorbei, und seht, wenn Ihr die Strasse erreicht, nur nach den Wagengleisen. Sind die Auswanderer schon vorbei, was ich kaum glaube, so müsst Ihr sie in sehr kurzer Zeit, einholen, und haben sie jene Stelle noch nicht passirt, nun desto besser, so reitet Ihr ihnen bloss entgegen."
"Da wär's aber viel besser," sagte Brown, "Ihr ginget selber, Cook. Wie ich weiss, habt Ihr mit dem alten Mann schon Bekanntschaft gemacht, und vielleicht wird es Euch gerade dadurch leichter, ihn für unsere Bitte zu gewinnen."
"Meinetwegen," entgegnete Cook entschlossen, "mir auch recht. – An mir soll es nicht liegen, und wo ich helfen kann, tu' ich's gern. Uebrigens wird es wahrlich nicht schwer halten, den alten Haudegen auf unsern Plan eingehen zu machen. Ich möchte meinen Hals verwetten, dass er selber kommt."
"Das wäre also abgemacht," lachte Curtis, sich fröhlich die hände reibend – "Eidechsen und Regenwürmer, jetzt glaube' ich auch, dass wir den verdammten Buschkleppern, die so freigebig mit heissem Blei und kaltem Stahl sind, auf die Spur kommen, und dann gnade ihnen Gott. – Sie sollen Hanf zu schmekken bekommen, dass sie genug haben. Was machen wir aber indessen mit den Gefangenen? Ich traue dem Neger nicht. Die schwarze Canaille hat schon ein paar Mal entwischen wollen, und ich zweifle nicht im Mindesten, dass sie nachher gerade zu Atkins hinübergebrannt wäre."
"Wir müssen sie binden," sagte Brown, "denn der Gefahr, jetzt verraten zu werden, dürfen wir uns nicht aussetzen."
"Die Negerinnen auch?" fragte Wilson.
"Den Burschen wenigstens," sagte Husfield, "für die beiden Frauen genügt eine Wache, und macht der Junge wieder den geringsten Versuch zur Flucht, so binden wir ihn an einen Doogwood und lassen ihn tanzen. Wo ist die Papaorinde?"
"Nehmt lieber Stricke," wandte Bowitt ein, "dort unter dem Bett in der Ecke liegen einige. Ist denn auch Jones sicher verwahrt?" Er trat bei diesen Worten an den Gefangenen hinan und wollte nach dessen Banden sehen, als der Missourier, der auf irgend eine, Allen unerklärbare Weise seine hände frei gearbeitet hatte, dem Baum entsprang, an den er gefesselt gewesen, und mit flüchtigen Schritten dem wald zueilen wollte. Er kam aber nicht weit. Wilson befand sich, als jener den ersten Satz tat, vor dem Bowitt mehr überrascht als erschreckt zurückfuhr, in kaum zehn Schritt Entfernung von ihm und hatte ihn nach kurzem Wettlauf eingeholt. So wütend war aber der dabei Ertappte, dass er sich dem viel stärkeren Gegner stellte und ihn mit Faust und Zähnen in aller Wut der Verzweiflung zu verwunden strebte.
Wilson bedurfte auch wirklich seiner ganzen Gewandteit, den wütenden Bissen des Rasenden auszuweichen, doch warf endlich ein kräftiger, von seiner Hand geführter Faustschlag den zum Aeussersten Getriebenen zu Boden. Hier wurde er dann an Händen und Füssen festgeknebelt und in das Haus getragen, das, durch vier Wachen mit geladenen Büchsen umstellt, keine weitere Gefahr von dieser Seite fürchten liess.
Cook sattelte indessen sein kleines Pony und trabte bald darauf mit diesem dem Flusse zu, um seine Bekannten vom Morgen wieder aufzusuchen. Brown und Husfield dagegen stellten nach allen Richtungen hin Wachen aus, die Verbindung mit den übrigen Ansiedelungen abzuschneiden und zu verhindern, dass Atkins gewarnt werden könnte, während die anderen Regulatoren indessen dafür sorgten, dass das Mittagessen bereitet sowie sonst alles Nötige hergerichtet würde. Im Schatten der einzelnen, in der Lichtung stehen gelassenen Baumgruppen lagerten sie dann gemeinschaftlich, teils ihren Plan für den Abend zu bereden, teils der Ruhe zu pflegen und mit Sonnenuntergang zu neuen Anstrengungen gestärkt und gekräftigt zu sein.
Fussnoten
1 Gumbo, ein Lieblingsgericht der von französischen Eltern in den südlichen Staaten geborenen Creolen, und als Spottname dort für Alles, was von französischer Abstammung ist, gebraucht. 2 Der Doogwoodbaum – eine Art wilder Corneliuskirsche, aber mit bitteren, ungeniessbaren Beeren, hat eine ziemlich leicht abzubröckelnde Rinde und wurde, da er in Arkansas in ungeheurer Menge wächst und selten stärker als drei bis fünf Zoll im Durchmesser