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im wald läuftdenn a u ss e r h a l b der Fenzen ist Freiheit –"

"Oh verdamm' die Gerichte!" sagte Smeiers, jetzt vortretend und mürrisch die Mütze rückend; "wir sind hier nicht zusammengekommen, um zu fragen, was die G e r i c h t e dazu sagen würdenverdamm' sie! ruf' ich noch einmal. Wir wollen unser eigenes Recht suchen, und wenn w i r davon überzeugt sind, dass es Recht ist, nun so geht uns der andere Firlefanz weiter nichts an. Darum und in diesem Sinne haben wir Euch zu unserem Anführer gemacht; wenn Euch das nicht recht ist, so sagt's, dann übernimmt's ein Anderer."

Brown wollte darauf erwidern, Husfield unterbrach ihn aber, bat einen Augenblick um das Wort und wandte sich hierauf, im Ganzen wohl an die Versammlung, besonders aber an Den, der zuletzt gesprochen und jetzt den grössten teil der Regulatoren auf seiner Seite zu haben schien.

"Gentlemen," sagte er, "ich glaube, Sie kennen mich Alle, und Keiner von Ihnen wird denken, mein Eifer, der guten Sache zu dienen, sei schwächer als der seine, aberMr. Brown hat Recht. Uns genügt jetzt nicht allein, zu wissen, ob Atkins als Helfershelfer der Pferdediebe Pferde verhehlt und aufbewahrt h a t , wenn wir auch den Beweis dort finden, sondern ob er es n o c h tut und auf welche Art es geschieht."

"Dass er dabei hülfe haben muss, liegt klar am Tagebindet den Jungen dort, wenn er noch einen Fuss aus der Hütte setzt" – unterbrach er sich jetzt selbst und wies nach dem jungen Neger hinüber, der in diesem Augenblicke wieder schnell und augenscheinlich sehr verlegen, in die Tür zurückglitt – "habt bessere Wacht auf den Burschen, er könnte uns sonst den ganzen Plan verderben."

Die Wächter hatten zu aufmerksam nach den Reden hinüber gehorcht und traten jetzt, über ihre Nachlässigkeit beschämt, wieder in die Tür. Husfield aber fuhr fort: "Wie ich hier überall gehört habe, geht Atkins selten oder nie von zu haus fort, er muss also Leute an der Hand haben, die ihm derlei kleine Gefälligkeiten besorgen. Diese können jedoch nicht weit entfernt von ihm leben."

"Johnson hat eine Hütte nur kurze Strecke von seinem haus entfernt," sagte Wilson.

"Verdamm' die Canaille," brach Husfield, bei dieser Entdeckung seine ganze frühere Ruhe vergessend, los, "so steckt auch d e r Hund mit ihm unter einer Decke, und das Spiel mit den Pferden damals war falsch. Die Pest über ihnDoch halt –" fuhr er dann nachdenkend fort – "auch hier wird List und Ruhe nachdrücklicher wirken, als tolles Toben und rohe, unberechnete Gewalt. Nochmals also stimme ich Mr. Brown's Vorschlag bei, die Sache erst reiflich zu überlegen, ehe wir rasch und vielleicht töricht handeln. Wir haben noch mehrere Stunden Zeit, ehe wir gedrängt werden, etwas zu beschliessen. Mr. Brown ist vielleicht jetzt so gut und macht uns indessen mit dem Plane bekannt, den er entworfen hat."

"Gern," sagte der junge Mann, seine frühere Rednerbühne wieder besteigend – "er ist leicht mitgeteilt und wird eben so leicht begriffen werden. Wir wissen die Zauberformel, die uns Zutritt zu dem heimlichen Hehlerplatz unseres Nachbars sichert. Noch aber ist es nicht bekannt, d a ss wir sie wissen, noch ist das geheimnis unser. Mein Vorschlag ist also der: heute Abend einen Mann, den Atkins nicht kennt, mit mehreren fremden Pferden zu ihm zu schicken; hier dieser Kanadienser wäre vielleicht gleich der Rechte."

Der also Bezeichnete schüttelte mit dem kopf.

"Neinverdammt," sagte er dann – "ich war schon dortheute Morgen mit Tagesanbrucher hat wohl mein Pferd nicht gesehen, das stand draussen, aber mich selberviel Weiber drin –"

"Das ist fatal. Nun, dann finden wir einen Andern, der bei ihm einkehren mich, die Parole gibt, die draussen angebundenen Pferde nach seiner Anweisung herbeibringt und zu dem platz gelangt, auf welchem die Tiere zu dem für sie bestimmten Versteck geführt werden. Wir liegen indessen dort in der Gegend im Hinterhalt und springen nur nach einem gegebenen Zeichen auf den Wahlplatz."

"Das ist Alles recht schön und gut," sagte Wilson, "wo aber nehmen wir noch vor Abend Jemanden her, den Atkins nicht kennt; denn Atkins kennt fast jeden Menschen in ganz Arkansas."

"Was machtet Ihr denn bei Atkins?" fragte Husfield den Kanadienser.

"Was ich machte? ich fragte nach Pferden," erwiderte dieser.

"Und er antwortete?"

"Er habe keine gesehen."

"Das war wenigstens bloss eine einfache Lüge. Allerdings wird es schwer halten, einen Mann zu findenEuch kennt er auch, Kefner?"

"Ich sollte denken," lachte dieser – "seit fünf Jahren!"

"Und Euch, Jankins?"

"So genau wie seine Nachbarn."

"Und Euch, Williams?"

"Er kennt sie Alle, Mr. Brown," sagte der zuletzt Angeredete, "da müssen wir weiter gehen. Wenn wir auf der Strasse vielleicht –"

"Halt!" rief Cook – "