nicht wahr?"
"Das war mein Wille und ist es noch. Da ich aber hier ganz zufällig und unerwartet einen alten Bekannten in Mr. Rowson gefunden habe, gedenke ich ein paar Tage in der Nachbarschaft zu verweilen. Es würde mir dabei sehr angenehm sein, wenn ich der heutigen Versammlung der Regulatoren beiwohnen könnte; vielleicht ist es möglich, diese mit unseren Verbindungen im Norden zu vereinigen, und mit einem gemeinsamen Ziel im Auge wäre es dann weit eher möglich, das zu erreichen, was beide Parteien jetzt einzeln nur so viel schwerer erlangen können."
"Allerdings haben Sie da Recht," erwiderte Brown, ihm dabei fest in's Auge sehend, "und Sie wünschen also durch m i c h den Regulatoren vorgestellt zu werden?"
"Das ist mein Wunsch, und Sie würden mich sehr verpflichten –"
"Ich selbst würde Ihnen im Namen meines Freundes sehr dankbar sein," unterbrach ihn Rowson zu gleicher Zeit, "und wenn er dann auch, meiner jetzigen neuen Haushaltung wegen, nicht gleich bei mir ein Unterkommen finden könnte, so ist Mr. Atkins vielleicht so gütig, ihn noch einmal in nächster Nacht zu beherbergen Später treffen wir dann schon ein Abkommen mit einander."
"Machen Sie sich deshalb keine Sorgen, Mr. Rowson," sagte Brown lächelnd, "ich zweifle nicht daran, dass sich Mr. Jones einige Zeit hier bei uns aufhalten wird. Ob ihm der Fourche la fave nur gefällt, ist eine zweite Frage."
"Ich bin leicht befriedigt," entgegnete Jones dem jungen Mann sehr freundlich: "doch, möchten wir nicht lieber aufbrechen? Es wird spät."
"Mr. Jones' Pferd!" rief Aktins dem Mulatten zu, der in der Tür stand und nach den Männern herüberstarrte.
"Hört, Brown, dessen Gesicht gefällt mir gar nicht," flüsterte Cook dem Freunde zu, während er sich zu ihm hinunterbog.
"Wenn wir zu Bowitts kommen, muss ich ein paar Worte mit Euch allein sprechen," flüsterte dieser zurück.
"Ist etwas –?"
"Bst – nur ruhig – es hat Zeit, bis wir oben sind."
Jones war indessen ebenfalls aufgestiegen, und Brown schwang sich gerade in den Sattel, als der Mulatte noch zwei andere Pferde, und zwar eins mit einem Damensattel belegt, herausführte.
"Gott segne mich!" rief Cook – "noch ein Frauensattel, ich zählte eben ganz erstaunt die da drin im Zwischenhause aufgehangenen; sieben Stück, und das hier ist der achte; was habt Ihr denn vor?"
"Es ist Besuch bei meiner Frau," sagte Atkins, "Krankenbesuch, des Kindes wegen. Der hier aber gehört Ellen – sie soll nach Roberts hinüber."
In dem Augenblicke öffnete sich die Tür und Ellen kam mit Sonnenhut und Tuch aus dem haus. Sie trug ein kleines Bündel in der Hand, das der Mulatte ihr draussen abnahm, und als sie das von dem tiefen Bonnet beschattete Köpfchen nach Brown zukehrte, konnte dieser die rotgeweinten Augen nicht verkennen. Schnell wandte sie sich jedoch ab, stieg mit Hilfe eines dort stehenden und zu diesem Zweck glatt abgehauenen Baumstumpfes in den Sattel und galoppirte gleich darauf, von dem Farbigen gefolgt, die Strasse hinab.
"Was fehlt dem Mädchen?" fragte Brown teilnehmend den Herrn des Hauses, der ihr kopfschüttelnd nachschaute – "mir kam es vor, als ob sie ganz verweinte Augen hätte –"
"Ih – Unsinn," sagte der Angeredete – "sie wollte nicht von dem kranken kind fort – sie sagte, sie säh' es nicht wieder, und da – hatte meine Frau wohl einen kleinen Tanz mit ihr – die Alte brummt manchmal, meint es aber nicht so bös. – Das hat sich das dumme Ding denn zu Herzen genommen. Nun, sie wird schon vernünftig werden, wenn sie einmal einen ordentlichen Mann bekommt."
"Brown – zum Donnerwetter, lasst das Trödeln. – Die Zeit vergeht!" rief Cook ungeduldig.
"Ja, ja," erwiderte dieser, "ich muss nur noch ein paar Worte mit Mr. Rowson sprechen; eine Frage –"
"Der ist in's Haus gegangen, das kann ja morgen oder heute Abend geschehen; es wird Mittag sein, ehe wir's uns versehen, und die Leute oben erwarten uns sicherlich schon seit vier Stunden."
"Gut denn, auf Wiedersehen!" sagte der junge Mann, winkte den Zurückbleibenden noch einmal zu und trabte dann, von den Anderen gefolgt, schnell auf dem in den Wald führenden Pfade hin.
25.
Harper und Marion. – Ellen's Ankunft bei
Roberts.
Still und freundlich beschien die leuchtende Morgensonne Roberts' wohnliche Heimat. Noch hatten die das Feld und den Hofraum begrenzenden Kiefern und Eichen ihren tauigen Perlenschmuck nicht verloren, warfen ihn aber jetzt in leisen glitzernden Schauern auf die duftende Erde nieder und winkten und nickten dazu mit den Zweigen, als ob sie hätten sagen wollen: "Geht – geht – ihr könnt uns doch nicht verlassen, ihr glänzenden Tropfen, und wenn es nur erst dunkelt, steigt ihr schon wieder heimlich in feuchten Dünsten empor, drängt euch uns wieder auf und sammelt euch hier oben zu eurer stolzen, prahlenden, lieben Herrlichkeit auf's Neue. – Geht – geht – ihr kommt schon wieder und wenn wir euch noch tausendmal abschütteln."
Vier grosse