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, was das Tier laufen konnte, dortin, wo der Leichnam in einem Farmhause nicht sehr weit von da, wo die Tat geschehen, liegen sollte. Es war richtig, wie ich vermutet, einer von Denen, die ich an demselben Tage hatte zusammen reiten sehen, und zwar der Aeltere; der Schuft mit dem breiträndigen hut musste also der Mörder sein. Ich beschrieb ihn, so gut ich konnte, keiner der Anwesenden wollte ihn aber kennen, ja erinnerte sich nicht einmal, ihm je begegnet zu sein. Vergebens blieb ich noch zwei Tage in der Nachbarschaft, der Täter war spurlos verschwunden, und nach Berechnungen von Leuten, die genau wussten, wie viel Schweine der Ermordete mit fortgenommen und wie der Preis bei den Indianern stand, musste er etwa tausend Dollars bei sich gehabt haben. natürlich wurde von denen ebenfalls nichts weiter gesehen."

"Ja, ja," sagte Cook, "es sind hier auch ähnliche Sachen vorgefallen, fast noch schlimmer, als offener Raubmord. – Nun, wir wollen hoffen, dass wir wenigstens den Kopf d e r Schlange treffen, die sich in d i e s e Gegend eingenistet hat. Die über dem Arkansas drüben mögen sehen, wie sie mit ihrer Seite fertig werden. – Doch welchen Weg gedenkt Ihr einzuschlagen?"

"Ich weiss es selbst nicht genau; die Strasse führt wohl an dieser Seite hin?"

"Jaan beiden Seiten, die jenseits möchte aber für Euch die geratenste sein, denn weiter oben, wo die Leftandfork hereinkommt, ist der Durchgang durch den Fluss, besonders mit Wagen, sehr beschwerlich."

"Auf welche Art komme ich denn da am besten hinüber? Wie weit ist's noch bis zum nächsten haus?"

"Nun, das nächste Haus ist Wilson's," sagte Cook, "das zweite, etwa andertalb Meilen weiter, Atkins'. Am ersten könnt Ihr aber schon übersetzen; es ist dort ein recht gutes Fährboot und ein breiter, bequemer Weg zum Fluss hinunter."

"Ist des Fährmanns Name Wilson?"

"Nein, der wohnt nur dort; der Fährmann heisst Curneales."

"Gut denn, ich dank' Euch für den Rat und werde' ihn befolgen; kommt Ihr aber einmal in meine Nähe, so fragt nur nach dem alten Stevenson und sucht mich auf. Ihr sollt mir herzlich willkommen sein!"

"Danke, danke!" sagte Cook, der indessen aufgestanden war und sein Pferd wieder gesattelt und gezäumt hatte; "jetzt wird's übrigens Zeit, dass ich ausgreife, sonst komme ich zu spät, ich habe noch verschiedene Meilen zu machen. Also behüt' Euch Gott!"

Mit herzlichem Gruss und Händedruck nahm der junge Farmer dann von jedem Einzelnen der Familie, Ben, der sein Pferd so wacker gefüttert hatte, nicht ausgenommen, Abschied und trabte bald darauf singend und mit seinem ebenso zufriedenen Pony sich unterhaltend dem vorgesteckten Ziele zu.

Nach scharfem, etwa einstündigem Ritt erreichte er Atkins' Haus, wo er zu seinem Erstaunen Brown noch vorfand. Den hatte er schon lange an Ort und Stelle, oder doch wenigstens auf dem Wege dahin vermutet, und fand ihn jetzt noch hier ganz ruhig neben den gesattelten Pferden stehen. Brown unterhielt sich übrigens sehr angelegentlich mit dem am vorigen Abend angekommenen Fremden, den ihm der eben eingetroffene Rowson gerade als einen alten Freund vorgestellt hatte.

"Hallo, Cook!" rief diesem der Regulatorenführer freudig entgegen, "das ist herrlich, dass Ihr kommt; jetzt können wir zusammen reiten."

"Guten Morgenguten Morgen!" lautete der Gegengruss, "aber ich glaubte Euch schon lange unterwegs."

"Das ist m e i n e Schuld," sagte Atkins, Cook die Hand hinaufreichend, "oder eigentlich die Schuld meiner Frau, die heute Morgen unverzeihlich lange mit dem Frühstück trödelte. Das kranke Kind mag sie aber wohl verhindert haben –"

"Ich wäre schon lange fortgeritten," sagte Brown, "aber Mr. Atkins –"

"Doch nicht ohne einen Bissen genossen zu haben?" unterbrach ihn dieser, "das hätte ich nie zugegeben, nein; Sie kommen überdies noch zeitig genug und haben jetzt dadurch neue Gesellschaft gewonnen."

"Es ist auch noch nichts versäumt," sagte Brown, dem Freunde Cook, der neben ihm halten geblieben war, ebenfalls die Hand schüttelnd; "aber, Mr. Rowson," wandte er sich dann zu diesem, der sein Pferd eben dem Mulatten übergeben hatte, "wollen Sie denn nicht mit uns kommen? Ich glaubte, als ich Sie sah, dass das der Zweck Ihres Hierseins gewesen sei."

"Ich würde sehr gern dieser Versammlung beigewohnt haben," erwiderte der Metodist, "hielten mich nicht gerade heute wichtige Geschäfte davon ab. Ich feiere morgen die Verbindung mit meiner Braut, und da werden die Herren wohl einsehen, dass es unter solchen Umständen selbst unaufschiebbare Besorgungen geben kann."

"Allerdings," erwiderte Brown fast tonlos – "und dieser Herr ist, wie Sie sagten, ebenfalls ein Regulator? Er äusserte davon gestern Abend keine Silbe."

"Sie werden das s e h r begreiflich finden," lächelte Mr. Jones, "wenn Sie bedenken, dass ich mich unter l a u t e r Fremden befand."

"Allerdings eine höchst lobenswerte Vorsicht. – Sie wollten nach Fort Gibson,