herum?" fragte Rowson, dem er auf den Arm getreten hatte.
"Hast Du die Eule gehört?" sagte leise der Gefragte.
"Nun, Gott sei Dank, Du, willst wohl Eulen schiessen?" brummte der Müde; "Du hast doch wahrhaftig keine Hühner hier, die –"
"Bst!" rief Johnson, als dieselben Töne wiederum, und zwar diesmal in vier einzelnen Rufen, gehört wurden – "es ist Atkins – bei allen Lebenden! Was mag den hier in Nacht und Nebel herumtreiben? – Nur näher!" rief er dann, in die Tür tretend – "nur näher – es sind Freunde hier!"
"Guten Abend, Johnson," sagte der breitschulterige Farmer, als er über die kleine Fenz stieg und sich der Tür näherte – "wir sind späte Gäste, nicht wahr?"
"W i r ? wen bringt Ihr noch?"
"Einen Freund, der W a a r e abgeliefert, er wollte Euch gerne vorgestellt sein. Aber wer ist denn überhaupt bei Euch im haus?"
"Cotton und Rowson."
"Rowson?" fragte der in seinen dunkeln Mantel gehüllte Fremde, jetzt schnell vortretend –"Rowson? ei, hätt' ich doch nicht gedacht, heute Abend noch einen alten Bekannten zu finden!"
"Alter Bekannter?" brummte Rowson drin am Kamin, wo er eben bemüht war, die halb erlöschten Kohlen wieder zu neuer Glut anzufachen – "alter Bekannter? Wer mag das sein?"
"Ihr kennt Rowson also?"
"O b ich ihn kenne!" lachte der Kleine – "predigt er noch?"
"Das kann er wohl selber am besten beantworten," sagte der Metodist, nicht eben in der freundlichsten Laune, indem er mit hochgehaltenen flackernden Kienspänen vortrat. Kaum hatte er jedoch nach erstem, fast ungläubigem Starren den jetzt frei in das Licht tretenden Fremden erkannt, als er fröhlich die Hand ausstreckte und jubelnd ausrief:
"So wahr ich lebe, Hokker! – Was führt Dich denn einmal wieder nach Arkansas? Wurde es Dir in Missouri zu warm? Nun, sei uns herzlich willkommen, alter Junge – komm nur herein, der Wind bläst hier die fackeln aus!"
"Wir dürfen nicht lange bleiben," sagte Atkins, "denn wir haben uns nur leise von zu haus fortgestohlen. Sollte –"
"Oh macht keine langen Umstände," rief Cotton aus dem inneren des Hauses heraus – "die Zeit vergeht Euch v o r der Tür nicht langsamer als hier drinnen, und durch die offene Tür kommt's verdammt kalt herein." Dagegen liess sich nichts sagen, und die Männer folgten dem voranleuchtenden Rowson zu dem kaum verlassenen Kamin, wo noch die leeren Trinkgefässe unaufgeräumt umherstanden und lagen.
"Habt Ihr noch einen Trunk?" fragte Atkins, als er den grossen eisernen Topf halb niederbog, um das Licht hineinscheinen zu lassen – "keinen Tropfen mehr drin gelassen, so wahr ich lebe!"
"Geduldet Euch eine Viertelstunde," sagte Johnson, "und es soll an dem nicht fehlen."
"Nein," warf Atkins ein, "wir müssen sogleich wieder fort –"
"Nun, sagt nur erst, was Ihr zu sagen habt," unterbrach ihn der Wirt, "indessen kocht das wasser. Das braucht Euch wenigstens nicht zu hindern."
"Nun, Hokker, wie sieht's in Missouri aus?" fragte Rowson, diesem noch einmal derb die Hand schüttelnd.
"Vor allen Dingen nicht mehr H o k k e r ," lachte der Fremde – "ich heisse Jones – J. Jones, wenn Dich Jemand fragen sollte."
"Gut, gut," schmunzelte Rowson, "das bleibt sich ziemlich gleich – aber was führt Dich her?"
Der Fremde, der, wie sich bald aus dem Gespräch ergab, in früheren zeiten ein ziemlich vertrauter Freund Rowson's gewesen war, erzählte jetzt diesem wie den Kameraden, dass er Missouri "einzelner Missverständnisse" wegen verlassen und seinen Wohnsitz in Franklin und Crawford County, den westlichen Teilen des Staates, aufgeschlagen habe. Dort allein sei es nämlich, wie er sich ausdrückte, möglich, mit den Indianern wie den Weissen zu gleicher Zeit "in Handelsverbindung" zu bleiben. Gegenwärtig hatte ein "Compagniegeschäft" ihn veranlasst, Yell County zu besuchen, da durch "neidische Menschen" der früher beliebte Weg, den Arkansas hinunter, gefährlich gemacht war, und er beabsichtigte nun, sich wenigstens einige Tage hier in der Gegend aufzuhalten. Einesteils wollte er seine Fährten kalt werden lassen, andernteils auch d i e s e n Landstrich, für den er noch von alten zeiten her eine besondere Vorliebe habe und von dem er in "neuester Zeit" so viel Rühmliches gehört, einmal in seinen j e t z i g e n Verhältnissen näher kennen lernen.
Rowson hatte den Worten seines alten Freundes mit besonderer Aufmerksamkeit und nicht selten mit beifälligem Kopfnicken gelauscht, jetzt aber, als Jener geendet und Johnson mit dem indessen wieder frisch gebrauten, süss und kräftig duftenden Trunke die Becher füllte, sprang er auf, streckte Jones die Hand hinüber und rief aus:
"Willst Du der Unsere sein? Willst Du augenblicklich Deine Rolle in dem Lustspiel, das wir hier aufführen, übernehmen, so schlag ein! Morgen früh schon beginnt Dein Geschäft."
"Das hat