sei meine sorge. – Nur der Indianer; vor der verwünschten Rotaut ist mir bange –"
"Ih nun," brummte Cotton, "wenn der einmal z u gefährlich werden sollte, dann ist das aus dem Wege räumen immer schnell geschehen. Jetzt aber würde es, wie Ihr ganz richtig bemerkt, nur noch mehr böses Blut unter den Ansiedlern machen, die durch das l e t z t vergossene schon überdies aufmerksamer wurden, als gerade nötig ist; aber vorbereiten –"
"Lasst doch nur den verwünschten Indianer aus dem Spiel," zürnte Johnson – "die Regulatoren sind's, die wir zu fürchten haben; das ist die Seite, von der uns Gefahr droht, nach d e r Richtung hin müssen wir also auch wirken. Kannst Du der Versammlung beiwohnen, Rowson?"
"Ja – ich hoffe es," erwiderte dieser, "es gibt wenigstens keinen erheblichen Grund, den sie bis jetzt gegen meine Gegenwart haben könnten. Ich gedenke es auf jeden Fall zu versuchen."
"Gut – dann ist auch für jetzt noch keine Ursache vorhanden, weshalb wir uns ängstigen sollten. Leicht wird es Dir sein, Dich von jeder wichtigen Verhandlung in Kenntniss zu setzen, und wir brauchen nicht mehr zu fürchten, überrascht zu werden."
"Ich kann es aber unmöglich j e t z t wagen, Atkins' Haus und Land zu kaufen," sagte Rowson, "der Teufel kann sein Spiel haben, und dann wär' ich schändlich gebunden."
"Es kommt darauf an, wie's mit Deiner Kasse steht," erwiderte Johnson – "liegen Dir die zweihundert Dollars, die Jener dafür verlangt, n i c h t so besonders am Herzen, dann bringst Du schon durch den Kauf Manchen zum Schweigen, der im andern Falle vielleicht hier und da Verdacht geschöpft hätte. Ist das aber –"
"Ja, Du hast Recht!" sagte Rowson, schnell entschlossen – "ich kaufe den Platz, und zwar gleich am Montag; übrigens sage ich mich von heute an l o s von jedem Anteil an neuen Unternehmungen. Ich will es wenigstens einmal versuchen, als ehrlicher Mann zu leben und ruhig zu schlafen."
"Zeit wär's," lächelte Cotton verächtlich; "da würde ich aber dem Herrn Prediger raten, mit seiner jungen Frau nach der Insel zu ziehen – das wäre ein herrlicher Platz für einen Missionär."
Rowson wandte sich finster ab, Johnson nahm aber das Gespräch auf und sagte zu Rowson:
"Da Cotton gerade die I n s e l erwähnt, so denke ich, wär's wohl auch an der Zeit, m i c h einmal mit deren Verhältnissen genau bekannt zu machen. Zwar weiss ich, dass sie im Mississippi, auch w o sie liegt, bin aber, obgleich ich selbst zweimal Pferde dahin abgeliefert habe, noch nie darauf gewesen. Die Schufte, die sie in Empfang nahmen, taten immer so geheimnisvoll, dass nichts aus ihnen heraus zu bekommen war."
"So ist mir's diesmal auch gegangen," fluchte Cotton; "wären uns die Regulatoren auf den Fersen gewesen, so hätten sie uns, Gott straf' mich, erwischt, denn verdammt will ich sein, wenn uns die Kerle in ihr Boot nahmen. Wir mussten die Pferde abliefern, und Weston und ich lagerten an der Uferbank, bis sie nach etwa zwei Stunden wieder zurückkamen und uns das Geld brachten. Weston ist bald vor Neugierde gestorben."
"So hört denn," flüsterte Rowson leise, als ob er fürchte, von jemand Anderem dabei behorcht zu werden, "es kann uns doch Niemand von aussen hören?"
"Nein," sagte Johnson – "Du kannst getrost reden – ich wollte aber doch, Cotton hätte seinen Hund hier und ihn nicht bei Atkins gelassen."
"Er ist besser dort aufgehoben," meinte dieser – "aber macht fort – die Zeit vergeht, und ich bin müde."
"Nun gut," sagte Rowson, "ich sehe auch nicht ein, warum Ihr nicht ein geheimnis g a n z erfahren solltet, von dem Ihr doch schon alles Das wisst, was es verraten könnte. Die Insel kennt Ihr – den Weg dahin wenigstens – weiter unterhalb liegt aber noch eine zweite, mit mehreren trefflich versteckten Schlupfwinkeln, im Fall die Bewohner der obern einmal angegriffen oder überrascht werden sollten. Ein guter Schwimmer kann die untere, besonders bei Nacht, leicht erreichen. Die Leute, die jenes Land inne haben, standen früher unter Morrel's Befehl, der jetzt im Philadelphia-Zuchtaus ich glaube Schuster oder sonst irgend etwas geworden ist; sie haben ihn auf jeden Fall ein Handwerk gelehrt. In diesem Augenblick ist der Anführer der Insulaner ein gewisser – doch der Name tut nichts zur Sache – ich habe schwören müssen, ihn zu verschweigen."
"Ist es denn eine wohlorganisirte Raubbande?" fragte Cotton.
"Ja, besser noch als je eine bestand, und fast ganz gesichert vor Entdeckung, denn Die, mit denen sie in Verbindung stehen, können nur durch ihr Existiren, nie aber durch Verrat Nutzen gewinnen."
"Und auf welche Art betreiben sie ihr Geschäft, da ihre Nachbarn nie belästigt werden, ja ihr Vorhandensein nicht einmal ahnen?"
"Das macht der Fuchs ebenso," lachte Rowson, "in den seinem Aufentaltsort nächsten Farmhöfen