höchstens ein Jäger in diese Gegend, und der Eigentümer sah schon dadurch vollkommen seinen Wunsch erfüllt: allein und ungestört leben zu können.
Der einzige, mit dem er in dieser Nachbarschaft Umgang pflog, war Atkins, und dessen Mulatte, in das geheimnis seines Herrn eingeweiht, trug oft Botschaft herüber und hinüber. Jetzt aber sah es in der sonst so einsamen Hütte keineswegs leer und öde aus, denn in dem Kamin knisterte ein helles, erwärmendes Feuer, an einer darüber hinweg gelegten und befestigten Stange hing ein grosser eiserner Topf, und um die Glut herum, auf niederen Sesseln und Stühlen, sassen Cotton und Johnson im eifrigen Gespräch begriffen und Beide augenscheinlich mit sehnsucht das Kochen des vor ihnen hängenden Kessels oder Topfes erwartend.
"Hört, Johnson – jetzt steigen Blasen auf," sagte endlich der rauhe Cotton ungeduldig – "macht fort, dass ich meinen Trunk bekomme, ich muss eilen, sonst find' ich Atkins vielleicht nicht mehr im haus."
"Wartet noch ein paar Secunden, das Getränk wird flau, wenn das wasser nicht ordentlich siedet," erwiderte der Gefährte – "aber halt – jetzt fängt es an; nun reicht Euren Becher her, ich will Euch nicht länger aufhalten."
"Donnerwetter, das ist heiss!" fluchte Jener, als er ungeduldig den Blechbecher an die Lippen brachte – "in den verwünschten Geschirren kühlt sich's auch gar nicht ab."
"Ja, das lässt sich nicht ändern," lachte Johnson, "Glas und Porzellan können wir hier nicht – alle Teufel, wer kommt da?"
"Wo?" rief Cotton und sprang mit einem Satze die Hälfte der kleinen Leiter hinauf, die den obern teil des Hauses mit dem untern in Verbindung setzte.
"Oh bleibt hier," sagte Johnson, der nahe an eine der Spalten getreten war und hindurchgesehen hatte, "es ist Dan – Atkins' Mulatte."
"Nun, was zum Henker will der?" rief Cotton verwundert, indem er zurückkam und seinen Sitz wieder einnahm, "doch hoffentlich keine böse Nachricht?"
"Da ist er selbst und kann für sich sprechen," sagte Johnson, die Tür öffnend und den treuen Gelben einlassend. "Nun, Dan, was bringst Du?"
"Massa Cotton soll da bleiben," antwortete dieser, die Zähne fletschend und den Hut abnehmend, "Massa Brown ist oben und wird dort schlafen."
"Brown? was in's drei Teufels Namen führt d e n hier oben her?" rief Cotton ärgerlich – "ich hätte gerade heute so Wichtiges mit Atkins zu bereden."
"Hat morgen Regulatorenversammlung bei Bowitt," sagte der Mulatte, indem er seinen alten Kautabak in den Kamin spuckte und mit ziemlicher Vertraulichkeit ein neues Priemchen von dem Stück abschnitt, das nebst einem Messer auf dem kleinen viereckigen Tische, dicht neben dem einen Bett, lag.
"Regulatorenversammlung – Pest!" knirschte Cotton, "wenn ich könnte, wie ich möchte, so sollten die Kerle schön tanzen morgen. – Aber wartet, Eure Zeit kommt auch, und kann man Euch nichts im Ganzen anhaben, so wird's mit den Einzelnen desto weniger Schwierigkeiten machen."
"Hat Dein Herr sonst noch etwas an uns bestellt?" fragte Johnson.
"Nein, Massa – nichts weiter, er wird wohl selbst morgen früh herüberkommen."
"Dann sag' ihm, wir würden ihn erwarten – hörst Du? nun, was stehst Du noch und gaffst?"
"Danke, Massa," sagte Dan, goss das heisse Getränk in einem zug die ausgepichte Kehle hinab, nickte Beiden noch einen kurzen Gruss zu und brach im nächsten Augenblick auch schon wieder vollen Laufes durch die dichten, den Platz umgebenden Saffafrasbüsche, um so rasch er konnte nach Haus zurückzukehren.
"Nun," brummte Cotton, indem er sich behaglich auf dem eben erst verlassenen Sitz niederliess, "dann kann ich's mir wenigstens heute Abend bequem machen und brauche mich nicht abzuhetzen. Aber dieser Brown – Regulatoren – Gift und Klapperschlangen über die Kerle – dass sie die –"
Seine Rede wurde in diesem Augenblick durch deutliches Pferdegetrampel kurz abgebrochen, und mit einem Satze stand er wieder, diesmal jedoch mit dem gefüllten Becher in der Hand, auf der Leiter, um, wenn es not täte, sich jedem unberufenen Auge entziehen zu können. Aber wiederum war seine Vorsicht unnötig gewesen, denn "Rowson!" rief Johnson, der nachgesehen hatte, erstaunt aus, und ehe noch Cotton zum Feuer zurückkehren und Johnson den Pflock vor der Tür wegziehen konnte, rüttelte der würdige Mann auch schon an der nur schlecht verwahrten Pforte und verlangte Einlass.
"Höll' und Teufel, so lasst Einen nicht eine Stunde hier draussen warten!" rief er ungeduldig aus, als Johnson den hölzernen Vorstecker nicht schnell genug zurückziehen konnte.
"Hallo da," lachte Cotton, als die Tür aufging, "das klingt christlich – Ihr habt's ja verdammt eilig. Wenn wir nun zufällig fremde Gesellschaft hier hätten, heh? würde sich da der ehrbare Metodist mit dem Maul voller Flüche nicht sehr wunderbar ausgenommen haben?"
"Hol' die Pest sie Alle!" zürnte der Prediger, "es wird bald sehr gleichgültig sein, ob die Leute hier glauben, dass ich bete oder fluche. – Ich muss fort."
"Was!" rief Johnson, erschrocken