n geben, aber nur bedingungsweise, und zwar bis zu der Zeit, wo die beiden kürzlich hier geschehenen Mordtaten aufgedeckt und die Mörder bestraft sind. Dann leg' ich mein Amt nieder und verlasse den Staat, um ein Bürger der Republik Texas zu werden."
"Aber die Pferdediebe!" warf Atkins ein.
"Kümmern mich nur insofern, als ich in ihnen ebenfalls die Mörder vermute. natürlich werde ich, so lange ich an der Spitze stehe, auch gegen sie mit allem Eifer handeln, falls wir auf die Spur kommen sollten. Die scheint aber zu vorsichtig versteckt zu sein, und man muss dabei dem Zufall viel überlassen. Jetzt kenne ich nur das e i n e Ziel, jene M ö r d e r aufzuspüren, und der Herr sei ihnen gnädig, wenn wir sie herausbekommen. Von den M e n s c h e n habe sie k e i n e Gnade zu hoffen."
"sonderbar," sagte Atkins nachdenkend, "dass man auch in beiden Fällen noch auf keine Seele Verdacht geworfen hat. – Ja – ich weiss – S i e wurden der ersten Tat beschuldigt, doch widerstritten dem im Anfang gleich Mehrere; besonders hatten Sie die Frauen auf Ihrer Seite, auch war Ihr Benehmen an jenem Morgen gegen Heatcott, so weit ich es nämlich erfahren konnte, keineswegs so, als ob Sie sich gescheut hätten, ihm frei und männlich entgegen zu treten. Ein solcher Ausweg wäre also für S i e sicher nicht notwendig gewesen. Es muss ihn Jemand nur seines Geldes wegen beraubt haben, das hab' ich mir gleich gedacht, und wer weiss da, mit wem er Alles verkehrt und wer das geheimnis der Summe, die er bei sich trug, noch ausser Denen gewusst hat, die hier am Fourche la fave wohnen."
"So halten Sie keinen der Unsrigen für schuldig?"
"Aufrichtig gesagt, nein, denn selbst Die," setzte er etwas leiser und fast wie mit sich selbst redend hinzu, "die es vielleicht in anderen Fällen mit ihrer Ehrlichkeit nicht so genau nähmen, halte ich doch, was Menschenblut betrifft, für unfähig, einen solchen kaltblütigen Mord zu begehen."
"Ich will es wünschen," seufzte Brown, indem er sich mit der Hand an den obern Balken des Kamins stützte und gegen diese die Stirn legte – "ich will es wünschen; übrigens erwarte ich mit jedem Tage den Indianer zurück, und der kommt sicherlich nicht ohne Kunde wieder."
"Nicht ohne Kunde – so?" sagte Atkins; "ja, der Indianer ist sehr schlau, aber mit den Hufspuren wusste er damals doch nicht umzugehen –"
"Weil er nie nachforschte," erwiderte Brown. "Der Tod seines Weibes hatte ihn so erschüttert, dass ich wirklich ernstlich für sein Leben fürchtete. Uebrigens kam er auch einen Tag zu spät, denn die Diebe waren schon geflohen, und der Regen hatte indessen die Spuren verwaschen."
"Ein verwünschtes Ding mit dem Regen," lächelte der Farmer, sich hinter dem rücken seines Gastes leise und selbstgefällig die hände reibend, "hat schon manche Spur verwischt und solchen Sappermentern fortgeholfen. Mir haben sie ebenfalls im vorigen Jahr ein paar herrliche Pferde gestohlen."
"Ihr hättet schon lange kräftiger gegen die Burschen auftreten sollen; sie sind zu kühn geworden und holen Euch die Tiere zuletzt unter den eigenen Augen weg. Man sagt sogar, es wohne hier irgendwo am Flusse ein Hehler, der einen sichern Aufbewahrungsort für geraubte Pferde habe."
"Wer sagt das?" fragte Atkins schnell auffahrend.
"Es wurde in unserer letzten Versammlung erwähnt," entgegnete Brown, ohne die Bewegung zu beachten oder seine Stellung zu verändern, "man sprach auch davon, wenn die Diebereien nicht nachliessen, eine Durchsuchung vorzunehmen, oh man nichts entdecken könne."
"Es wird sich nicht Jeder einer Haussuchung unterwerfen," erwiderte Atkins unwillig. "Wir sind hier in einem freien land, und wen ich nicht auf meinem Grund und Boden dulden will, dem sag' ich ganz einfach 'marsch!', und wenn er da nicht geht, so nehm' ich die Büchse vom Haken."
"Ja, sehen Sie, Mr. Atkins," entgegnete Brown, sich freundlich nach ihm umwendend, "das ist ja gerade die Ursache, weshalb wir Regulatoren zusammengetreten sind. In diesem Falle sind die gesetz zu schwach in Arkansas. Ein Mann, gegen den kein weiterer Beweis vorliegt, und wenn er der ärgste Schurke wäre, könnte ruhig und ungestört auf seiner Farm sitzen bleiben. Er hat das Recht, Jeden nieder zu schiessen, der sich mit Gewalt bei ihm eindrängen will – gut! hierdurch wird aber auch dem Verbrechen auf eine Art Vorschub geleistet, bei der die Bevölkerung im Allgemeinen nicht bestehen kann. Wer soll sein Eigentum gesichert wissen, wenn es der Räuber bei regnerischem Wetter, das die Spuren verwischt, vielleicht nur nach haus zu treiben braucht, um es ausser aller Gefahr zu wissen, und ein solcher nicht zu gleicher Zeit dem ausgesetzt ist, dass das Volk in Masse gegen ihn aufsteht, ihn hervorholt aus seinem Schlupfwinkel und – züchtigt."
"Wofür haben wir aber die gesetz?" fragte Atkins mürrisch, "wofür, wenn sie zu schwach sind?"
"Sie sind nicht zu schwach," erwiderte Brown, "können aber nicht ausgeführt werden. Ich will den