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waren allerlei Menschen, die ich noch nicht gesehen hatte, aber auch Link war da, Dein Freund! – Sie erwarteten Heinse, aber der kam nicht, den ich doch so gern gesehen hätte. Ich sass auf einer Schawell an der tür des Kabinettes, das ganz voll war, – an Günderödchens Seite, so lehnte ich mich an sie, und während ein Doktor Kästner sang: nicè bella nicè amata, schlief ich ein; kein Mensch hat's gemerkt. –

Gestern am Sonntag fuhren wir nach dem Trages; – schon um sieben Uhr waren die Wagen vorgefahren, alles, was mitfuhr, hatte sich im Saal versammelt, alles war eingestiegen, und als alles eingestiegen war, da war kein Platz mehr für mich! – Da hiess es, der Leonhardi kommt gleich vorgefahren mit Fr. von Barkhausen, mit denen fährt die Bettine. – Der Leonhardi kam erst gegen zehn Uhr! – Keine Frau von Barkhausen mit; man war unsicher, ob ich allein mit ihm über Feld fahren könne, unterdessen stieg ich ein und sagte: "Fahr zu Kutscher!" Und bald war ich mit meinem Leonhardi in die sommerlichen Felder entflohen. – Jetzt lass Dir erzählen und glaube es nicht, das kann mich nur überzeugen, dass es Dir zu toll vorkommt; er klappte einen Tisch auf, darauf legte er einen Folianten, den er mitgenommen hatte, einen Krug Geilsheimer wasser, den er mit einer Schlinge ans Fenster befestigte, plazierte er auch daraufund nun legte er sich mit beiden Ellbogen auf seinen Tisch und fing an, in der Chronik zu studieren und Exzerpte zu machen. – Nachdem ich eine Weile eine grosse Warze und eine kleinere Warze auf seinem Backen betrachtet hatte, so fing ich an zu pfeifen. – Das war ihm verdriesslich; er bat mich, stille zu sein; denn er habe da was sehr Ernstes vor und sich es zum Gesetz gemacht, nie Zeit zu verlieren! – Ich schwieg recht gern, aber ich sang in Gedanken und vergass das Schweigen und sang wieder laut. – Das störte ihn sehr; er machte mir Vorwürfe, dass ich keinen Augenblick Ruhe haben könne! – Als wir an einer Schenke hielten, um die Pferde zu füttern, setzte ich mich auf den Bock und liess den Leonhardi mit seiner alten Chronik im Wagen! – nur einmal liess ich halten, weil eine wunderschöne Blume am Wege stand, die wollt ich pflücken; da machte der Leonhardi einen fürchterlichen Lärm, ich hatte aber meine Blume. O blühte sie doch ewig! – Es ist mir lieb, dass bis jetzt mir noch niemand gesagt hat, wer sie ist, denn dann setzt man gewöhnlich auch hinzu, sie ist ganz gewöhnlich und wächst da und da sehr häufig! – Nun lass Dir nur erzählen, wie schrecklich bös ich den Leonhardi gemacht hab; ich wollte nämlich ein bisschen fahren, und ich kann es auch recht gut. Da hat mir der Kutscher die Zügel gegeben; der Leonhardi, der alle Augenblick aus seiner Chronik herausguckt, sieht das, ruft, ich soll's sein lassen, die Pferde scheuen leicht. Der Kutscher sagt, ich könnte getrost fahren; – ich schnalze mit der Zunge und werfe den Pferden die Zügel ein bisschen auf den Hals, sie werden charmant mutig, und es geht noch einmal so rasch! – Der Leonhardi kriegt Angst schrecklich, die Pferde seien ausgerissen, steckt eilig den Kopf durchs offne Fenster, wirft den Krug, der Pfropfen geht heraus und das Geilsheimer wasser fliesst über die Chronik.

Es musste gewischt und geduppt werden den ganzen Weg! – Aber jetzt kommt was sehr Lächerliches; er holte einen ganzen Pack alter Zeitungen aus der tasche, ohne die er nie reist, sagte er, – und nun wurden die nassen Stellen bepflastert; das ging so fort, bis wir in den Wald kamen, wo der Weg zu schlecht ist, um zu lesen oder zu pflastern. – Wir kamen an, wie eben die Krebse auf den Tisch getragen wurden, – ungeheuer grosse Kerle aus dem Goldweiher. Der Leonhardi zankte noch nachträglich auf mich, dass ich allein am späten Kommen schuld seiich hätte alle Augenblick eine Blume abbrechen wollen, ich hätte das Geschirr an den Pferden in Unordnung gebracht, ich hätte die Pferde wildgemacht. – Es waren mehrere Hakennasen aus Savignys Familie daes war ein ziemlich heisser Nachmittag, mit verbrannten Nasen kamen wir vom Hahnenkamm zurück; Savigny war über die massen freundlich und schloss alle Schleusen seines Paradieses auf und schien dennoch so einsam unter uns allen, als wären wir wie eine Horde Räuber bei ihm eingefallen. Die Zeit kam zum Aufbruch; auf der Heimfahrt war ich nicht in Leonhardis Kutschenverlies eingesperrt, er hatte dagegen appelliert. – Ich schlief im Wagen bis in Hanau, wo die Pferde futterten; da sahen wir Minchen, und da teilte ich ihr Deinen Brief mit, sie freut sich recht, die Heldin Deiner Oper zu sein. Dort kam der Georg gefahren und nahm mich in sein Gig, wo ich durch die kühle Nachtluft sehr erquickt ward. – Heute Nachmittag sind wir wieder in Offenbach angekommen; ich wollt, ich wär gar nicht fortgewesen, so müde bin ich von dieser Reise. – Ich endige meinen historischen Brief, weil es mir grade so ist, als werde nichts heute vorgehen, woraus ich geschichtlichen Honig saugen könnte. – Günderode, Minchen und Marianne grüssen. – Du kommst