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und Eichen und alles. O ich möchte noch einmal närrisch werden, da ich's einmal schon bin. Daneben steht am Garten ein hoher, alter Turm, da lassen wir nun eine Treppe hinaufführen, ich bin schon mit einer Leiter hinaufgestiegen; oben wird ein Zelt aufgeschlagen, und da hängt man wie ein Luftschiffer über Berg und Tal. – Ach ich langweile mich tot, dass Du nicht da bist, Bettine, dass Du nicht da bist all du Frühling, den ich soeben erzählt hab, dass Du alles nicht da bist, was da ist, weil Du mir fehlst, lieb Mädchen. Gott weiss, ich sehe nur alles im Auge, im Genuss derer, die ich liebe, und ohne sie ist die Welt mir eine ausgebrannte Kohle. Aber ich liebe auch Gott und sein Werk und am meisten Dich, Du bist mir sein Absteigquartier. Die Vögel philosophieren in den Lüften, die Frösche weissagen in den Teichen, und ich versuche ihnen nachzusingen und zu quaken, derweile sie ihre Studia absolvieren. – Ach helf mitwirke auf Deinem Fleckchen, der Welt den Frühling in seiner Fülle in den Schoss zu ergiessen, damit das Leben überall sich regt; sonst kommen Vögel und Frösche bei Euch zu kurz vor lauter Amtsgeschäften. – –

Sieh aber nur, so sind die Menschen, so bin ich auch. Gestern und vorgestern hab ich das Vorhergehende geschrieben, da war alles das noch neu und wünschenswert, ich konnte noch nach Dir und nach der natur begehren. Heute ist es schon ganz anders, ich begehre nur nach Dir, es ist mir, als hätt ich Dich in ewiger Zeit nicht gesehen, und ich empfinde recht deutlich, wie Erinnerung und sehnsucht einander so ähnlich sind, dass sie sich sogar ergänzen. Und was die Erinnerung nie gewusst hat, das kann die sehnsucht in Erfahrung bringen und es der Erinnerung überliefern. Dass ich Dich so lebhaft vor mir sehe und in jeder Minute Deiner gedenke, ist doch nur eine Folge davon, dass Dein Bild erst so kurze Zeit deutlich in mir aufgeregt ist durch Deinen Brief, und hätte ich nun seit längerer Zeit nichts von Dir erfahren, so würde mein Sehnen danach der Erinnerung die Rolle abnehmen. Die Nähe hinter und vor uns regt uns gleich stark an. Was wir vergessen, töten wir, wessen wir gedenken, das beleben wir. Was uns vergisst, das tötet uns. Jede sehnsucht ist Begierde, zu bilden, zu gebären, jede Erinnerung ist eine Wiedergeburt. Wahrhaftig, liebes Kind, ich liebe den Frühling nur, weil ich mit innigerer Rührung Deiner drinnen gedenken mag, weil er das einzige ist, das mir in Momenten Dich würdig ersetzen kann, und er versteht und reflektiert mich doch noch nicht wie Du und kann mich nicht so belehren und erquicken. Aus einer recht herzlichen offenherzigen Liebe kann doch nur allein in der Welt etwas werden, und wenn der Menschen Geist sich nicht recht gewaltig durchdringt und nicht recht muss, so bleibt es eine ewige Lumpenkrämerei und gibt immer Platteiten. So wie die Elemente sich durchdringen und die Welt bilden und der Geist und die Welt sich durchdringen und den Menschen bilden und der Mensch diese Liebe mit einem freien blick ansieht, und indem er ihre notwendigkeit und seine Freiheit in dieser notwendigkeit betrachtet, den Gott erkennt und anbetetalles das ist nur eine herzliche Liebe, wo diese Liebe nicht ist, da ist die Dummheit und all das Böse, das uns empört. – Ich kann mich oft recht an dem Gedanken entzücken, dass mir in Dir die Welt, die mir gegenübersteht, die Welt, die ich gern ansehen und lieben mag, ja alles, was des Meinigen auf Erden werden sollte, zum Menschen erschaffen worden ist, der mich wieder aufnimmt in seine Gedanken und sich an meinen Freuden ergötzt; seitdem kommen alle freundlichen Ideen, die ich denke, zu mir zurück und denken mich wieder; und was ich anschaue mit Liebe, das schaut mich wieder so an; seitdem bin ich zur Welt geworden und lebe das Leben, das man mein Leben nennt, das aber des Lebens Leben selber ist. – Ich habe mich oft unterfangen, meine Liebe zu Dir zu meinem eignen Werk zu machen, aber es war ein verkehrter Streich, ich bin das Werk meiner Liebe zu Dir, und nicht diese Liebe mein Werk. – Meine unglückliche frühere Neigung preise ich jetzt hoch, denn ich habe mich dadurch erkennen gelernt, und so kann ich Dich in jeder Minute recht verstehen, und Du brauchst keinen blick unerwidert in die Welt zu tun; und alles, was von Dir laut wird, findet einen freundlichen Richter in mir. – Gott will's so haben, dass wir uns lieben und einander belehren sollen, ich sehe es in allen Dingen und gebe mich dem offen hin, denn ich will nicht mit der Wahrheit streiten, denn es ist nicht möglich, sich zu trennen von dem, in dem man sich begriffen fühlt; es ist undenkbar wie alles Resignieren, was immer nur auf sich selbst verzichten heisst. – Es resigniert niemand, so wenig als das wasser resignieren kann wasser zu sein, solange es noch wasser ist. – Und Resignation ist nach meinem Begriff nichts als eine lächerliche Selbstgefälligkeit in einer notwendigen Veränderung unseres Selbst, welche Veränderung durch diese lächerliche Selbstgefälligkeit allein entsteht. – Resignation und Kaprize sind an und für sich dieselben tötenden Feinde des eigentlichen freien und vollen Lebens,