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, was er ihr hier auf Erden versprochen, denn er wäre ein Mörder von Anfang und ein Vater der Lügen Joh. am 8ten. O, Maria rief er aus mein Kindlein, die du so oft auf meinem Schooss gesessen und für die ich jetzunder alle Morgen und Abend zu meinem Gotte schreie, wiltu mit dir und mir kein Erbarmen tragen, so trage Erbarmen mit deinem rechtschaffenen Vater, den ich für Tränen nicht ansehen kann, da sein Haar in wenig Tagen schlooweiss geworden, und rette deine Seele mein Kind, und bekenne! Siehe dein himmlischer Vater betrübet sich anjetzo nicht minder über dich, denn dein leiblicher Vater, die heiligen Engel verhüllen für dir ihre Augen dass du, die du einst ihr lieblich Schwesterlein warest, nunmehr eine Schwester und Braut des leidigen Teufels worden bist. darum kehre umb und tue Busse! Dein Heiland rufet dich verirrtes Lämmelein heute wieder zurück zu seiner Heerden. Sollte nicht gelöset werden diese, die doch Abrahams Tochter ist, von den Banden, welche Satanas gebunden hat, lautet sein barmherzig Wort Lukas am dreizehnten; item: kehre wieder zuabtrünnige Seele, so will ich mein Antlitz nicht gegen dich verstellen, denn ich bin barmherzig, Jeremias am dritten. So kehre denn wieder du abtrünnige Seele zu dem Herrn deinem Gotte! – Der eines abgöttischen Manasses sein bussfertiges Gebet erhöret 2. Chronika 33. der die Zäuberer zu Ephese durch Paulum zu Gnaden aufgenommen Act. 19, Derselbige dein barmherziger Gott rufet dir anjetzo zu, wie dorten dem Engel der Gemein zu Epheso gedenke wovon du gefallen bist und tue Busse Apocal. 2. O, Maria, Maria, gedenke wovon du gefallen bist mein Töchterlein und tue Busse! –

Als er hierauf stille schwieg, währete es eine fast grosse Zeit, ehebevor sie für Tränen und Schluchzen ein Wörtlein herfürbringen konnte, bis sie endlich zur Antwort gab: wenn Lügen Gott nicht minder verhasst seind, als die Zauberein; so darf ich auch nicht lügen, sondern muss umb Gottes willen bekennen, wie ich immer bekennet, dass ich unschuldig bin.

Hierauf ergrimmete Dn. Consul in seinen Mienen und fragete den langen Büttel, ob Alles in Bereitschaft sei item die Weiber bei der Hand wären, umb Ream auszukleiden, worauf er nach seiner Weise lachend zur Antwort gab: "hoho an mir hat's noch niemalen gefehlt und soll's auch heute nicht fehlen, ich will sie schon kitzeln, dass sie bekennen soll."

Als er solches gesagt, redete Dn. Consul wieder mein Töchterlein an und sprach: du bist ein dumm Ding, und kennest die Pein nit, so dir bevorstehet, darum bist und bleibst du verstockt. Aber folge mir anjetzo in die Marterkammer, dass der Angstmann die Instrumenta zeige, ob du vielleicht noch einen andern Sinn bekömmst, wenn du erst gesehen, was die peinliche Frag bedeutet.

Hierauf ging er voran in ein ander Zimmer und folgete ihm der Büttel mit meim Kind. Doch als ich nachgehen wollte, hielt mich Pastor Benzensis fest und beschwor mich mit vielen Tränen solches nicht zu tun, besonderen hier zu verbleiben. Aber ich hörete nicht auf ihn sondern riss mich los und schwur dagegen, so lange sich noch eine Ader und Sehne in meinem armen Leib rührete, wollte ich mein Kind nicht verlassen. Kam also auch in das andere Zimmer, und von dannen in einen Keller nieder, wo die Marterkammer war, in der es aber keine Fenstern hatte, damit Niemand das Geschrei derer Geängsteten von draussen hören müge. darum brenneten hier bereits zwei fackeln, als ich eintrat, und wiewohlen Dn. Consul mich gleich zurückweisen wollte, liess er sich letzlich doch erbarmen, dass ich bleiben durfte.

Und trat nun dieser höllische Hund der Büttel herfür und zeigte meinem armen Kind mit Frohlocken, zuerst die Leiter sprechende:

sieh! darauf wirst du zuerst gesetzet und die hände und Füsse dir angebunden. Darauf bekommst du hier die Daumschrauben an, wovon dir gleich das Blut aus den Fingerspitzen herfürsprützet, wie du sehen kannst, dass sie annoch rot sind vom Blut der alten Gust Biehlkschen, welche vor einem Jahr gebrennet wurde, und anfänglich auch nit bekennen wollte. Wiltu dann noch nit bekennen, so ziehe ich dir hier die spanischen Stiefeln an, und seind sie dir zu gross, so klopfe ich dir einen Keil dazwischen, dass die Wade so hinten istsich nach vorne zeucht urtd das Blut dir aus den Füssen herausscheusst, als wenn du Brummelbeeren durch einen Beutel pressest.

Wiltu dann noch nit bekenneholla! brüllete er anjetzo und stiess mit dem Fuss an eine Tür hinter ihme, dass das ganze Gewelbe erbebete, und mein arm Kind für Schreck in die Kniee fiel. Währete auch nit lange, so brachten zwei Weiber einen Kessel in welchem glühend Pech und Schwefel proddelte8 liess also der Höllenhund den Kessel zur Erden setzen, hohlete unter seim roten Mantel, so er umbhatte, eine Fledderwisch hierfür, woraus er an die sechs Posen zog und selbige alsdann in den glühenden Schwefel tunkete. Als solches geschehen, und er sie eine Zeitlang im Kessel gehalten, wurf er sie auf die Erden, worauf sie hin und herfuhren, und den Schwefel wieder von sich sprützeten. nunmehr rief er wieder meim armen Kind zu: sieh! diese Posen werf ich dir alsdann auf die weissen Lenden, und frisst der glühende Schwefel dir sogleich das Fleisch bis auf die Knochen durch, damit du einen Vorschmack gewinnest von der Lust der Höllen, die