sie wenig Berge mehr, denn den Streckelberg, wo sie öftermalen gewest.
Q. Was sie denn dorten fürgenommen?
R. Sie hätte zur Sehe überschauet oder sich Blümleins gepflücket, item sich auch wohl eine Schürze dürres Reiswerk gehohlet.
Q. Ob sie dorten wohl den Teufel angerufen?
R. Wäre ihr niemalen in den Sinn gekommen.
Q. Ob der Teufel ihr denn ohne Anrufen dorten erschienen?
R. Davor solle sie Gott bewahren.
Q. Also sie könne nit zaubern?
R. Nein!
Q. Was denn Stoffer Zuter seiner bunten Kuh angekommen, so plötzlich in ihrem Beisein verrecket?
R. Das wisse sie nicht, und wäre das eine seltsame Frag.
Q. Dann wäre es auch wohl eine seltsame Frag, warumb Käte Berowschen ihr klein Ferkelken verrecket?
R. Allerdings, sie verwundre sich, was man ihr zur Last lege.
Q. Also hätte sie dieses auch nit behexet?
R. Nein, da sei Gott vor.
Q. Warumb sie denn aber der alten Käten wenn sie unschuldig wär, ein Ferkelken wieder versprochen, wenn ihre Sau werfen würde?
R. Das hätte sie aus gutem Herzen getan. Hiebei aber hube sie an, fast heftig zu weinen und sagte: sie sehe wohl, dass sie dieses Alles der alten Lise Kolken verdanke, welche ihr oftmalen gedrohet, wenn sie ihr Unbegehren nicht hätte erfüllen wöllen, denn sie verlange Allens, was ihren Augen fürkäme zu eim Geschenk. Selbige wär auch zu den Leuten gangen, als das Vieh im Dorf bezaubert gewest, und hätte ihnen zugeredet, dass, wenn nur eine reine Jungfer dem Vieh ein Paar Haare aus dem Schwanz griffe, es mit selbigem besser werden würde. So habe sie sich denn erbarmet und wäre hingangen, weilen sie sich eine reine Jungfer gefühlet, und hätt es auch etzliche Male geholfen, letzlich aber nicht mehr.
Q. Weme es denn geholfen?
R. Zabels roter Kuh, item Wittanschen ihrem Schwein, auch der alten Lisen ihrer eignen Kuh.
Q. Warumb es denn nachmalen nit mehr geholfen?
R. Das wisse sie nit, vermeine aber, wiewohl sie Niemand nit beschweren wölle, dass die alte Lise Kolkenso lange Jahre im gemeinen Geschrei als Hexe gewest, dieses alles angerichtet und unter ihrem Namen das Vieh bezaubert und auch wieder ungebötet, wie ihr geliebet, bloss umb sie in das Elend zu stürzen.
Q. Warumb die alte Lise denn auch ihre eigene Kuh bezaubert, item ihr eigen Ferkelken verrecken lassen, wenn sie den Rumor im Dorf gemacht und wirklich böten könne
R. Das wisse sie nicht; es möchte wohl einer sein, (wobei sie den amtshauptmann ansahe) der ihr allens doppelt erstatte.
Q. Sie suche vergebens die Schuld von sich zu wenden, denn ob sie auch nicht dem alten Paasschen, ja ihrem eignen Vater die Saat bezaubert, und durch den Teufel umbstürzen lassen, item die Raupen in ihres Vaters Baumgarten gemacht?
R. Die Frage wäre bald so ungeheuer, denn die Tat. Da sässe ihr Vater, Se. edlen müge ihne selbsten fragen, ob sie sich jemals als ein ruchlos Kind gegen ihn gezeiget. Hier wollte ich aufstehen und das Wort nehmen, aber Dn. Consul liess mich nit zu Worte kommen, sondern fuhr fort zu examiniren, weshalben ich verstürzet stille schwieg.
Q. Ob sie denn auch leugne, dass sie daran Schuld gewest, dass die Wittahnsche einen Teufelsspök zur Welt gebracht, so gleich sich aufgenommen und durchs Fenster gefahren, auch nachher als die Wehemutter nachgesehen, verschwunden gewesen.
R. Jawohl, sie hätte eher denen Leuten Gutes getan ihr Lebelang, denn ihnen geschadet, und sich oft selbsten in der grausamen Hungersnot den Bissen vom mund wegkgezogen, und ihn Andern, insonderheit den kleinen Kindleins abgeteilet. Solches müge ihr auf Befragen die ganze Gemeind bezeugen. Da nun aber die Zauberer und Hexen den Menschen Böses und nicht Gutes täten, wie unser Herr Jesus Matt. am 12ten lehre, wo die Pharisäer ihn auch gelästert, dass er durch Beelzebub die Teufel austriebe; so möge Se. edlen sich abnehmen, ob sie in Wahrheit eine Hexe sein könne.
Q. Er werde ihr die Gotteslästerungen alsbald zeigen; er sähe schondass sie ein gross Maul hätte, und sölle sie nur antworten, auf was sie gefraget würde. Denn es käme nit darauf an, was sie denen Armen für Gutes getan, sondern womit solches beschehen. Möchte daher anzeigen, wie sie benebst ihrem Vater plötzlich zu solchem Reichtumb gelanget, dass sie in seidinen Kleidern einherstolzire, da sie vorher doch ganz arm gewest?
Hiebei schaute sie auf mich und sprach: Vater soll ichs sagen? worauf ich antwurtete: ja mein Töchterlein, jetzunder musst du alles fein aufrichtig sagen, wenn wir dadurch auch wieder blutarme leute würden. Sie bezeugete also wie sie zuerst in unserer grossen Not den Birnstein gefunden, und was für ein Gewinn uns daraus herfürgegangen durch die beiden holländischen Kaufleut.
Q. Wie diese Kaufleut geheissen?
R. Dieterich von Pehnen und Jakob Kiekebusch, wären aber, wie wir durch einen Schiffer in Erfahrung gezogen in Stettin an der Pest verstorben.
Q. Warumb wir solchen Fund verschwiegen?
R. Aus Furcht für unserm Feind, dem amtshauptmann, so dem Anschein nach uns zum Hungerstode verdammet, indeme er der Gemeind verboten, uns nichts mehr bei harter Pön zu verabreichen, und wölle er ihr schon einen bessern Priester zuweisen.
Hierauf sah