, von der Erden, schnurret und burret in der Stuben umbher, und scheusst dann mit grossem Rumor durch das Fenster, dass das Glas auf die Strassen klinget. Wie sie aber nachsehen, ist allens fort. Nun kann man genugsam bei sich selbsten abnehmen, welch ein gross, gemein Geschrei hieraus entstande. Und judicirte fast das ganze Dorf, dass Niemand nit, denn den alten Seden sein gluderäugigt Weib solchen Teufelsspök angerichtet.
Aber die Gemein wurde bald in solchem Glauben irrig. Denn desselbigen Weibes ihre Kuh kriegt es bald auch so, wie alle Andern ihre Kühe. Kam daher auch wehklagend herbeigelaufen, dass mein Töchterlein sich ihrer erbarmen wöll, wie sie sich der Andern erbarmet, und umb Gotts willen ihrer armen Kuh helfen. Hätte sie ihr verarget, dass sie von dem Dienst beim Ambtshaubtmann ihr etwas gesagt, so wär es ja aus gutem Herzen geschehn etc. Summa, sie beredete mein unglücklich Kind, dass sie auch hinginge, und ihrer Kuh half.
Unterdessen lag ich an jeglichem Sonntag mit der ganzen Gemein auf meinen Knieen dem Herrn an, dass er dem leidigen Satan nit wölle gestatten uns dasjenige wiederumb zu nehmen, was seine Gnad uns nach so vielerlei Not aufs neu zugewendet, item, dass er den autorem von solchem Teufelsspök an das Tageslicht bringen wölle, umb ihm die verdiente Straf zu geben.
Aber es half Allens nit. Denn allererst waren wenig Tage verstrichen, so kam Stoffer Zuter seiner bunten Kuh auch was an, und kam er wieder, wie all die Andern zu meinem Töchterlein geloffen. Ging sie also auch hin, aber es wollte nit anschlagen sondern das Viehe verreckete fast unter ihren Händen.
Item hatte Käte Berow von das Spinngeld, so sie diesen Winter von meim Töchter lein erhalten, sich ein Ferkelken angeschaffet, so das arme Weibstück wie ein Kind hielte und bei sich in der Stuben lauffen hatte. Selbiges Ferkelken kriegt es auch wie die andern im Umbsehen; doch als mein Töchterlein hiezu gerufen wird, will es auch nit anschlagen, sondern es verrecket ihr abermals unter den Händen, und erhebt das arme Weibsbild ein gross Geschrei, und reisst sich für Schmerz die Haare aus, so dass es mein Kind erbarmet und sie ihr ein ander Ferkelken verspricht, wenn meine Sau werfen würde. Hierzwischen mochte wohl wieder eine Woche verstreichen, in währender Zeit ich mit der ganzen Gemein fortfuhre, den Herrn umb seinen gnädigen Beistand, wiewohl umbsonst, anzurufen, als Sedensche ihr Ferkel auch was ankömmt. Läuft daher wieder mit grossem Geschrei zu meiner Tochter, und wiewohl diese ihr sagt, dass sie ja sähe, es wölle nit mehr helfen, was sie vor das Vieh gebrauchte, hörte sie doch nit auf, selbiger mit grossem Lamentiren so lange anzuliegen, bis sie sich abermals aufmachte, ihr mit Gotts hülfe beizustehn. Aber es war auch umsonst, angesehen das Ferkelken schon verreckete, bevorab sie den Stall verlassen. Was tät aber nunmehr diese Teufelshure? Nachdeme sie mit grossem Geschrei im Dorf umbhergeloffen, saget sie: nun sähe doch männiglich, dass mein Töchterlein keine Jungfer mehr wäre, denn warumb es sonst jetzt nit mehr helfen sollte, wenn sie dem Viehe was gebrauchte, so es doch vorher geholfen? Hätte wohl ihre Jungferschaft in dem Streckelberg gelassen, wohin sie diesen Frühjahr so fleissig trottire, und wüsste Gott, wer selbige bekommen! Doch weiter sagt sie noch nichtes, und erfuhren wir dies Allens nur hernachmals. Und ist wahr, dass mein Töchterlein diesen Frühjahr ist mit und ohne mich in den Streckelberg gespaziret, umb sich Blumen zu suchen, und in die liebe Sehe überzuschauen, wobei sie nach ihrer Weiss diejenigen Versus aus dem Virgilio so ihr am Besten gefallen, laut gerecitiret, (denn was sie ein paar Mal lase, das behielte sie auch.)
Und solche Gänge wegerte ich ihr auch nicht, denn Wülfe hatte es nicht mehr im Streckelberge, und wenn es auch noch einen hatte, so fleucht er vor dem Menschen zur Sommerszeit. Doch nach dem Birnstein verbot ich ihr zu graben. Denn da er nunmehr schon zu tief fiele, und wir nicht wussten, wo wir mit dem Aufwurf bleiben söllten, dass es nit verraten würde, nahm ich mir für, den Herrn nicht zu versuchen, besonderen zu warten, bis mein Fürrat an Gelde fast klein würde, bevorab wir wieder grüben.
Solliches tät sie aber nicht, wiewohl sie es versprochen, und ist aus diesem Ungehorsamb all unser Elend herfürgegangen. (Ach du lieber Gott, welch ein ernst Ding ist es doch umb dein heilig viertes Gebot!) Denn da Ehre Johannes Lampius von Crummin, so mich im Frühjahr heimbgesuchet, mir verzählet, dass der Cantor in Wolgast die opp. St. Augustini2 verkaufen wölle, und ich in ihrer Gegenwärtigkeit gesagt, dass ich solche wohl vor mein Leben gerne kaufen möchte, aber das Geld davor nit übrig hätte, stunde sie ohne mein Wissen des Nachts auf, umb nach Birnstein zu graben, solchen auch so gut sie könnte in Wolgast zu versilbern und zu meinem Geburtstag welcher den 28sten mensis Augusti einfällt, mir heimlich die opp. St. Augustini zu verehren. Den Aufwurf hat sie aber immer mit tännin Zweigen bedecket, so es genugsam in der Heiden hat, damit Niemand nichtes verspüren möchte.
Hierzwischen aber begab sich, dass der junge nobilis Rüdiger von Nienkerken eines Tages angeritten kam, um Kundschaft von dem grossen Zauber zu überkommen, so hier im dorf sein sölle. Als