dGeiger seien da und tränken nur noch einen Schoppen, die Halunken meinten, sie könnten keinen Zug tun, wenn sie nicht den Kragen voll hätten, sie sollten doch ja nicht weiter, im Augenblick ginge es an. So umarfelte die Welt das Meitschi von allen Seiten, zog es dem Strudel wieder zu, an dessen Enden es sich gewiegt hatte; es ging hinein, es wusste nicht anderswohin, hatte keine Ausrede bei der Hand, und wer weiss, ob die Wirtin nicht etwas für ihn es wusste, Aber stille war es, die Welt überwältigte sein Sinnen nicht, die äussern Eindrücke überfluteten es nicht, der Wein ersäufte es nicht, die Geigen übertönten es nicht, und als die andern Mädchen hinaufgingen, um zu sehen, ob Schreiss da sei, sagte es: Etwas Grechts sei nicht da, öppe es paar Buben, die nicht drei Mäss Krüsch hoch seien und die tanzen müssten, wenn niemand anders da sei, wenn es ihnen nicht gehen solle wie Heustüffeln in den Erdäpfeln, die, sie möchten springen wie sie wollten, doch nicht voraufkämen. So blieb es sitzen, und alsbald war die Wirtin bei ihm und stärkte ihn es, dass es nur standhaft bleibe, einen Brävern bekäme es nicht, sie wisse es, und vom Kellerjoggi wisse sie Sachen, wenn sie bewiesen wären, so wäre der wohl alt genug. Sie wollte lieber eine lebendige Kröte zum mann und noch dazu eine geschundene, als so einen alten Kellermoloch. Mehr konnte die Wirtin nicht sagen, andere Gäste nahmen sie in Anspruch. Anne Mareili zahlte, ging; was es gehört, ging ihm über Geigen und Tanzen.
Mehr und mehr festigte sich in ihm der Entschluss, der Heirat mit dem Kellerjoggi, wenn sie wieder auf das Tapet kommen sollte, sich ernstlich zu widersetzen, war es doch keine Not, sondern nur Zwang, den Eltern an sich selbst nichts geholfen, sondern nur den Reichtum der Brüder vermehrt, die deshalb um nichts besser mit ihm gewesen wären. Wollten sie ihm Resli nicht lassen, in Gottes Namen, darein wollte es sich fügen, und doch zog es ihn es immer inniger nach einem haus, wo Friede sei und Genügen, Gott Hebel und Sonne, wo mit Gott begonnen ward der Tag und mit ihm geschlossen. Da, düechte es ihn es, wäre ihm wohl, wäre ihm, als wenn es käme unter ein sicher Obdach aus finsterem wald, in welchem Räuber ihm nachgestellt, wilde Tiere gebrüllt, giftige Schlangen durchs Gras gekrochen; da wollte es beten und gehorchen alle Tage seines Lebens, keine Unantwort mehr geben, keine saure Miene machen nimmermehr. Und es gaukelten vor seinen Augen die lieblichsten Bilder, wie es dort schaltete und waltete, ein treu Söhnisweib war und der Eltern wartete, wie es ein lieb Weibchen war, mit dem mann freundlich tat und er mit ihm, wie es alles anstellte und gerühmt ward von allen Leuten.
So verschwammen ihm immer mehr Himmel und Erde und beide waren eins. Reslis Haus ward sein Himmel und im Himmel schien ihm Reslis Haus, und so wanderte es langsam, gedankenvoll dahin, bis rohes, wildes Bellen ihn es weckte; es war ihr roter Mutz, der alle Vorübergehenden neckte. Ach, wie viele Himmel gibt es nicht, aus denen ein roter Mutz mit Bellen uns verjagen, ja manchmal eine einfache Katze, braucht nicht dreifarbig zu sein, mit Miauen uns verjagen kann. Dort stand es lange und schaute ihr Haus und rechnete zusammen, was alles darin sei, wie man es haben könnte, wie man es hätte und wie das Gutaben nicht abhänge vom Garbenstock, nicht vom Heustock, nicht vom Schmutzhafen, nicht vom Geldseckel, und wie es ihnen nicht übel ginge, wenn alles dies verbrennen täte, indem sie es böser nicht hätten, vielleicht besser, denn man käme wahrscheinlich der Wanzen los. Aber was am meisten schmerze, was einem Haus und Bett verleide, dieses verbrenne das Feuer nicht, wasche das wasser nicht weg, dieses sitze an einem Orte, wo irdisches Feuer nicht brennt, wohin wasser nicht reicht, und triebe man es auch mit Spritzen von allen Seiten. Aber dass es eben hier geboren worden, hatte das nicht auch Gott gewollt, und wenn es eines Spittlers Tochter gewesen, in Schmutz und Hudeln, hätte es Resli je angesehen? Sollte es murren, undankbar sein? Nein, das wollte es nicht, wollte anerkennen und dankbar sein, wollte Resli entsagen, wenn es sein müsste, aber wollte den Kellerjoggi nicht um kein Lieb, keinen Preis. Zu der Brüder Hung sei es nicht geboren, es stehe nirgends in der Gschrift, dass das Gottes Wille sei.
Die Sonne senkte sich, und Anne Mareili ging heim, ziemlich ruhig, was auch der Vater heimbringen möchte, denn nur solange man nicht gefasst zu sein meint, währt die Angst; ob man dann aber auch wirklich gefasst sei, wenn man auch gefasst zu sein glaubt, das ist eine andere Frage.
Von weitem schon kam ihm ihr Mutz entgegen und ränggelete mit dem Schwanz, so weit es ihm möglich war, denn wenn er schon ein wüster Hund war, so war er doch dankbar. Still war es sonst ums Haus, bloss die Enten schnaderten in der Mistgülle und die Schafe blökten zum offenen Gatter hinaus; die Jungfrauen aber waren, wie die Mutter richtig gesagt, noch weit von heim, werden wahrscheinlich auch in irgend einer