1843_Gotthelf_137_87.txt

Körbchen zurückfiel, gab ein Wort das andere, und nach und nach kam Resli aufs Weiben und wie es eine bei ihm haben müsste, wenn er eine fände, die ihm anständig wäre; e wüeste Hung gegen eine Frau mochte er dann nadisch nicht sein, sich nicht etwas aufs Gewissen laden, da gehe das Aufladen wohl ring zu, aber mit dem Abladen könne man nicht mehr zwegkommen. "Allem an", sagte die Bäuerin, "hätte dann eine Frau nicht bös bei dir?"

"Wäger nit", sagte Resli, "öppe wegem Reichtum will ich nicht sagen, dass es eine nicht besser machen könnte, aber mehr als genug kann eine doch nicht essen und mehr als gut es doch nicht haben, und genug fände sie so Gott will bei uns, und wegem Gutaben, traue ich, würde es eine kaum besser machen.."

"He ja", sagte die Bäurin und seufzte, "es wär gut, es wäre allentalben so, aber Gutaben und Reichsein ist zwei. Manche arme hat es so gut oder besser als manche Reiche."

"He ja", sagte Resli, "es ist so, und schon Manche, wo Geld genug hatte, aber e Hung vo Ma, hat mich grusam duret, und es het mih düecht, ih möchte Uflat ungspitzt dur e Bode niederschla. Wenn ich eine bekommen könnte, gerade so wie Euer Meitschi eins ist, es düecht mich, ich wollte ihm den Geiger haben, so oft es wollte, und barfuss lief ich ihm, wohin es wollte, und sollte es über ein Dornhag sein bis ga Basel abe. wenn es z'mache wär, das möchte ich, und ich traue, auch meinen Leuten wäre es bsunderbar anständig. Gesehen haben sie es zwar nicht, aber viel Grühms von ihm gehört."

" Sövli ernst wirds dr nit sy, wird tuest", sagte die Bäuerin, "u de wärs z'spät. Anne Mareili hat schon einen, dSach ist richtig, sust gfielst mir noch, und ich glaubs, ds Meitschi hätt nit sövli bös bei dir."

"Es freut mich", sagte Resli, "wenn Ihr das glaubt, und deswegen, hoffe ich, werdet Ihr ein gutes Wort für mich einlegen. DSach wird doch wohl zu ändern sein, und dem Meitschi wärs auch recht, wie ich Grund habe zu glauben."

"Es tut wüst, ja, ich weiss es wohl, aber es hilft ihm nichts, als dass es nachher um so böser hat", sagte die Alte. "Sie machen es einem so, die Donnstigs Grännine; nimmt man sie gerne, so halten sie einem vor, man sei ihnen nachgelaufen, und wehrt man sich und muss doch anekneue, so treiben sie es einem ein, dass man anfangs vergehen möchte vor Plären, nachher bessert es einem. Ich habe es auch erfahren und weiss, wie es geht."

"Darum", sagte Resli, "seid eine Mutter am Meitschi, legt ein gut Wort für ihn es ein, macht die Sache mit dem Alten krebsgängig, Ihr sollt Euch Euer Lebtag nicht reuig sein; ds Meitschi will ich auf den Händen tragen und Euch auch." "Hör chäre", sagte die Frau, "es hilft nüt. Mein Mann hat einen Gring wie ein Landvogt, was er einmal darin hat, das bringt man ihm nicht mehr daraus. Nun setzt er an die Heirat mit dem Kellerjoggi, es ist ihm wegen den Buben. Das sei das einzige, für was man die Meitscheni brauchen könne, dass man sie reich heiraten mache und öppe, dass die Buben noch zum Erben kämen, so mehre sich die Sache, statt dass sie sonst mindere und die Buben durch die Meitscheni zuletzt über nichts kämen. Und es ist wahr, Kellerjoggi ist reich, und wenn alles öppe kommt, wie man denkt, so können da einmal üser Buebe Hung usenäh."

"Aber", fragte Resli, "sind dann eigentlich nur die Buben Euere Kinder, und soll einem nicht eins sein was das Andere?"

"Was weiss ich", sagte die Bäurin, "es ist der Brauch diese Weg, und wie es der Brauch ist, so macht mans. Ich will nicht sagen, dass das Meitschi mich nicht dauert, aber was will man, es muss es haben wie die Andern auch. dafür ist man auf der Welt. Sonst, wenn das nicht wäre, hättest du mir nicht übel gefallen. Wenn unser Ätti tot ist, so könnte ich zu euch kommen. Machen tut er es nicht mehr lange, er muss des Nachts manchmal husten, dass es einem übel gruset, und ganz Stunde muss er aufhocken. Öppe gut habe ich es bei ihm nicht gehabt, und wenn ich einen Kreuzer habe brauchen müssen, öppe zUnnutz nit, selb wär mr selber nit zSinn cho, so hat er für zwei mit mir aufbegehrt, und wenn ne üse Herrgott öppe bald will, su kehre ih mih nit lätz, was hilfts? Mi muess sih i dSach wüsse z'schicke. Aber notti reut er mich, denn nachher habe ich es noch böser. Die Buben sind schon jetzt so wüst gegen mich, dass sie nicht wüster sein könnten, und wenn dSach erst ihre ist, so bekomme ich es, wies kein Hund hat in