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z'tür, ihr Wald möge es erleiden, und öppe es Fueder oder zweu zu führen, käme ihnen auch nicht darauf an und sollte allweg nichts kosten, es wär nur Schuldigkeit. Man sieht, Resli war nicht dumm; aber der Bauer war es auch nicht, trappete nicht in die gelegte Schlinge, sondern sagte, einmal jetzt hätte er, was er nötig hätte, und für später könne man de geng no luege.

Unterdessen hatte die Mutter Schnaps gebracht in einer weissen Flasche, Käse und Brot. Christeli und sein Begleiter mussten neuis nehmen, ehe sie wieder abfuhren, und ergänzten unterdessen ihre Erzählungen. Samis Hans setzte auseinander, wie es in der Nacht gegangen und wie Resli in alle Kuppelen die Nase gesteckt hätte, er wüsste nicht warum, er hätte es sonst nicht so, und Christeli setzte bei, wo sie vernommen, dass so einer im Dorngrüt sei, und wie es heisse, bkym er sich wieder, und wie ihm selbst bei der Nachricht geworden, es hätte ihn gedüecht, er möchte einen Brüll auslassen, dass es fry ein Loch in den Himmel gebe.

Resli hörte nur mit halbem Ohre, er hätte gerne noch ein vertraut Wort mit Anne Mareili gesprochen, aber es war unmöglich. Anne Mareilis Brüder waren auch gekommen; viele Augen, viele Ohren waren in der stube, die, wie er wohl sah, aufpassten, darum ward ihm unwohl, darum trieb er zum Aufbruch. Als alle dazu zweg waren, sagte Anne Mareili: Aber frische Umschläge sollte er doch noch haben, sie seien plötzlich zweg, sie sollten nur afange gehen, es solle nichts säumen, gäb draussen alles fertig sei, sei es geschehen. Aber niemand ging, selbst Christeli nicht; er meinte, draussen säume nichts, und wenn es einmal zweg sei, so steh der Braun nicht gerne. Die Umschläge wurden also vor den Andern gemacht, aber langsam.

Endlich ward ausmarschiert. Resli zögerte mit Danken und fragen nach seiner Schuldigkeit und Bitten, sie möchten kommen und es einmal einziehen, sonst könne er es nicht vergelten, was sie an ihm getan, ohne sie hätte er nicht mehr bis am Morgen gelebt. Dem Bauer ward das langweilig, er pressierte zur tür hinaus, und Regel war bei ihm nicht, dass der Gast voranging. Kaum war man draussen vor dem haus, so schlug Resli an seine Säcke, sagte, er glaube, er hätte den Lumpen drinnen vergessen, und kehrte um, ihn zu holen. Die Mutter rief, er solle nicht Mühe haben, ds Meitschi werde ihn schon holen. Ds Meitschi, das noch im Hausgang war, kehrte richtig um, der stube zu, aber deswegen blieb Resli nicht zurück. "Häb nit Müh meinetwegen", sagte er, "du weisst nicht, wo er ist." So verschwanden Beide, derweilen tat der Braun wüst, stieg bolzgrad in die Höhe, dass Bauer und Bäurin luegen mussten. Da kam Resli schon wieder mit dem Lumpen in der Hand und hinter ihm Anne Mareili aber nur bis zur Schwelle, und sobald er noch einmal Adie gemacht und ehe er recht auf dem Wägelein war, verschwand es; aber ob es ihm nicht desto länger nachgesehen aus irgend einem Heiterloch, wollen wir nicht verbürgen.

Resli hätte das Haus nicht verlassen sollen; aber da er sah, wie unwert er da war, so wäre er um kein Geld geblieben. Er wusste nicht, war das überhaupt ihre Art oder hatten sie etwas Besonderes gegen ihn, wo er doch nicht hätte begreifen können was. Er mochte das Fahren nicht ertragen, gar fürchterlich weh tat ihm der Kopf; darum blieb er in einem der nächsten Wirtshäuser, deren jetzt zur Genüge sind, dass man nicht lange zu fahren braucht, um zu einem zu gelangen, und hiess Christeli zufahren, was der Braun laufen möge, damit Vater und Mutter aus der Angst kämen.

Welche Freude Christeli heimbrachte, als er endlich zum Reden kam, kann man sich denken, besonders da, als sie Christen alleine dahersprengen sahen, aufs neue Todesangst in ihren Herzen aufgewacht war. Als die Mutter hörte, wo er den Resli gefunden und wie es ihm ergangen, schlug sie die hände über dem Kopf zusammen und sagte, sie müssten unserem Herrgott doch noch lieb sein, denn das sei alles so, als wenn er es ihretwegen so gereiset; es dauerten sie dabei nur die armen Leute, denen die Häuser hätten verbrennen müssen, so gleichsam ihretwegen, aber denen müsse auch gesteuert werden, dass es fry kei Gattig hätte. Dass sie dort den Resli nicht behalten, sondern so gerne hatten fortgehen sehen, das konnte sie freilich nicht verwinden. Sie hätten sich doch öppe seiner nicht zu schämen gehabt, und gesetzt, es hätte Kosten gegeben, so wäre doch wohl öppere dagewesen, der abgeschaffet hätte. Sie wollte von Christeli vernehmen, ob etwa Resli etwas angebracht und von der Sache angefangen hätte. Aber Christeli wusste nichts. Bloss hätte er gehört, dass des Bauern Tochter absolut hätte haben wollen, dass man Resli auflade und mitnehme, und das hätte alle Leute grusam verwundert, denn die seien öppe nicht schnitzig, Leute aufzunehmen, und für nichts und aber nichts werde das die Tochter wohl nicht getan haben. Weiteres hätte er nichts vernommen, aber taubs hätte es ihn auch gemacht, und bsungerbar, wo er gesehen, wie das Reiten ihm so weh getan, dass es