ein eigentümlich Wesen, er war es, der mit Ännelis Tod einen freundlichen Schlussstein setzte der Erzählung "Geld und Geist", welche die Leser so freundlich aufgenommen. Das Betragen des Kellerjoggi und des Dorngrütbauern, Anne Mareilis Leiden und das Ereignis, welches ihn es nach Liebiwyl brachte, hätten den Schloss nur getrübt, freilich den Gegensatz greller gemacht, aber vielleicht neue Klagen über die Länge der Erzählung erzeugt, zum Verständnis des Ganzen, zur Verklärung des Bildes einer guten Mutter nichts beigetragen. Die Leute sind manchmal wunderlich, klagen bald über Kürze, bald über Lange; teilweise ist es mir schmeichelhaft, teilweise wohl peinlich Es lässt sich Holz nach Schuhen messen, Kopistenarbeit nach der Seitenzahl, aber wie lang sein Kind werden wird, weiss kein Vater, und wenn dasselbe über Gebühr auswächst, ein Mädchen z.B. über sechs Schuh hinaus, so wird kein Vater zu finden sein, der den natürlichen Wachstum künstlich oder gewaltsam hemmt, unten oder oben abhaut. Freilich mögen Körperteile zu kurz oder zu lang sein; aber wo ist der Vater, der vollständiges Ebenmass in seiner Gewalt hat, und wo ist der Vater, der Verkürzungen und verunstaltende Verlängerungen immer richtig erkennt; erkennen es doch die Leser selbst nicht, denn wenn man ihnen das Urteil überliesse, wo abzuschneiden, wo zuzusetzen sei, so würden sie vielleicht nach langem Reden darin einig werden, das Ding sein zu lassen, wie es von Anfang gewesen.
Es wäre leicht möglich, in einigen folgenden Bändchen den Tod des Dorngrütbauern zu zeichnen, den Gegensatz zu zeigen zwischen dem Tod im geist und dem Tod im Gelde; aber eben der Geist weigert sich dessen. Erstlich weil er sich Ännelis Tod nicht trüben lassen, weil er zweitens nicht von sich sagen lassen will, er hätte es, trotzdem dass er im Geist sei, doch nur aufs Geld abgesehen. Somit ist die Erzählung "Geld und Geist" vollendet.
Über den Verhältnissen stehen die Persönlichkeiten, wie über der Neugierde die Liebe. Sollte es mir gelungen sein, den in vorstehender Erzählung aufgestellten Persönlichkeiten Leben einzuhauchen, Leben, welches Leser lieb gewonnen, lieb gewonnen wie das Leben werter Bekannter, teurer Kinder, welches sich entwickeln zu sehen zu den wesentlichsten Lebensgenüssen gehört, so dass man im geist sie fortbildet, auch wenn Gott den Faden derselben abbricht, die Erscheinung löscht, sie andershin versetzt: so steht der Entwicklung dieser Leben in neuem Rahmen nichts im Wege als zwei Dinge: Erstlich das Misstrauen, als ob solche Erzählungen ebenso viele Schrepfhörner sein sollten, angesetzt den Finanzen des Publikums. Der Verfasser sagt es dem Publikum frank und frei ins Gesicht, dass er weit mehr zu des Publikums Nutzen zu schreiben glaubt als zum eigenen. Zweitens der Kopf des Verfassers und die Zeit, welche Gott ihm gibt. Dieser Kopf ist ungeordnet, unorganisiert, treibt allerlei einem neu aufgebrochenen Acker gleich, dessen wilde Triebe nicht gezähmt und geregelt worden; die Zeit aber des Ausführens wird kaum mehr lange dauern, denn spät ward der Acker aufgebrochen, eine beschränkte Zeit hat jede Jahreszeit. Wie kein Jahr nur aus einem Frühling besteht, welcher Leben, und einem Sommer, welcher die Reife bringt, sondern auch aus einem Herbste, in welchem wohl manches keimet, aber für einen andern Sommer, und einem Winter welcher die feierliche Ruhe bringt zur Sammlung für den andern Sommer: so werden die Leben selten gefunden, welche die schaffende Kraft und die Wärme, welche zur Reife das Geborne führt, bis zu ihrem Ende bewahren. Wie nahe dem Verfasser der Herbst schon ist, der Saaten keimen lässtt doch nur für einen andern Sommer, wie nahe der Winter der nichts mehr gebiert, sondern das Geborne nur wahre für das neue Gottesjahr, das weiss eben Gott alleine.