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und damit machen, was es will." "Dr Hof, wirst meinen", sagte der Bauer. "Nein", sagte Resli, "der Hof ist, so lang man sich hintere bsinne mag, in der Familie gewesen, und da täte es uns weh, ihn daraus zu lassen. So hat Christeli gemeint, wenn er noch lebte, so wollte er ihn an sich ziehen, vo wege dr Familie." "So, Bürschli", antwortete der Bauer, "soll das Märten angehen? Werdet meinen, wir wussten nicht, was mehr wert sei, vierzigtausend Pfund oder der Hof. Sövli uvrschant hätte ich euch nicht geglaubt. Aber das wird nicht das einzige sein, was du im Kropf hast, gib gleich alles füre, so ist ds Gchähr us." Es dünke ihn, was er mit dem Hof gesagt, sei so unbillig doch nicht, und hundert gegen eins sei zu wetten, dass es nicht dazu kommen werde; das sei auch alles, was man begehre. Dass Nutzen und Schaden ihm erst angingen, wenn Vater oder Mutter stürbe, und bis dahin dSach noch unter ihrem Namen gehe, das werde ihnen öppe gleich sein, antwortete Resli.

Da stand der Bauer auf: "So, meinst? Meinst, du seiest listige gnue, das so einzuschlirggen, dass man nicht merke, was ihr im Sinn habt? Ja wolle." "Es ist da wäger keine böse Absicht", sagte Resli, "und nichts einzuschlirggen." "Mach nicht dr Löhl", sagte der Bauer, "du wirst doch nicht Lappis genug sein, nicht zu merken, dass es ein Unterschied ist, wenn du den Hof um vierzigtausend Pfund jetzt antrittest oder erst in zwanzig Jahren oder noch später, vo wege, we me so uf öppis passe muess, so täten es die Leute einem nicht zGfallen, zu sterben. Wennd jetzt dr Hof nimmst, so kannst in zwanzig Jahren etwas machen, und dass man den Alten öppe zinse wie am ene Frömde, ist öppe niene dr Bruch; we sis ume mache chönne, su ist es alles, was nötig ist."

Gege de Eltere begehre er nicht wüst zu sein, er würde es öppe auch nicht begehre, dass seine Kinder gegen ihn wüster wären als gegen andere Leute, sagte Resli. Das zähle sich nicht zusammen und gehe einander nichts an, aber wie man es mache, so hätte mans, antwortete der Bauer, und sövli dumm solle man ihn nicht meinen, dass er sei. Daran hätte man nicht gedacht, antwortete Resli. Er zweifle nicht, seine Eltern würden ihm jährlich geben, was man öppe bigehren könne billigerwys. "Aber warum dann nicht, wie ich es haben will, wenn es auf eins herauskommen soll?" fragte der Alte.

He, sagte Resli mit schwerem Herzen, er wolle es fry graduse säge. Ihre Mutter hätte viel an ihnen getan und sei eine gute Frau, da möchte er nicht, dass sie so nebeus gschosse würde wien e alte Wäschlumpe, es tät ihre viel z'weh, sie gstünd es nicht aus, wenn sie auch nicht drglyche tät. Und dann seien hier und bei ihnen andere Bräuche, und wie man sich gewohnt, so sei man sichs gewohnt, wie öppe dr Bruch syg um ein ume, u fahr me angers, so hätte dLüt z'resiniere und spottete eim us. Da hätt es se düecht, Anne Mareili söll zunene cho wie ds Ching vom Hus und lehre, was öppe dr Bruch syg u wie mes mach bei ihnen, "und wenn dMuetter de öppe dehingeblybe sött, su könnts de furtfahre, wies is öppe aständig wär. Bös brauchte es nicht zu haben, z'werche wurde ihm niemere zviel zuemuete, und gwahnet sy mr, dSach öppe z'ha, dass mes drby mache cha. Ds Conträri, Weg hätte es es besser, als wenn es dSach alle übernehmen müsste, und wenn es dr Muetter ume gueti Wort gibt, so häts die beste Händel."

"Das gfiel mir", sagte die Bäurin, "aber es muss noch ein arig Wesen sein bei euch, dass du so viel von der Mutter sagst. Hie ume sinnet man an die nicht, als wenn öppis Wüests z'mache ist oder öppere a neuis dSchuld sy söll. Und wenn wir hundert Kinder z'verheiraten hätten, ich käme niene vor als öppe, wenn vom Trossel dRed wär u nit Sache da wäre, Tischlache u Lylache; da fluchete man öppe über mih, dass ih nit hätt la tueche u won ih mit em Gspünst hicho wär. Ja wolle, tueche, we me eim dr Flachs unghechlet verkauft, wies jetz afe die Möffe, die Händler, ygfüehrt hei!" "We du gingest ga abwäsche", sagte der Mann, "so könnte man im Tage einmal das Feuer löschen."

Unterdessen hatte Resli dem Anne Mareili versichert, dass es die Mutter gewiss wie ihr eigen Kind haben würde und dass es es viel besser hätte, wenn die Mutter es nach und nach anleitete, als wenn es auf einmal alles befehlen sollte und doch um nichts wüsste; es gehe viel ringer zu helfen, wo man es gut mit einem meine, als zu befehlen, wo man die sache nit kenn (in einer vernünftigen Haushaltung ist es nämlich umgekehrt als in einer Knabenhaushaltung