zeigt sich nie besser, als wenn eine Hochzeit zWasser geht. Da geht es ärger ringsum als im Frühling im Seeland, wenn dFrösche ihre Singverein hei; ich habe einmal dort Wein geholt, u ds sälbist bin ih fast e Narr worde. Wenn son e Hürat z'nüte wird, am ene Ort muess geng dr Fehler sy.
Manchmal ist der Bräutigam ein afechtig Bürschchen und möchte dr Schwäher klemme, weiss nit recht wie, geiht zRat, u dummi Wyber dampe ihms us, u hingerdry tuet er de no wie es hässigs Kotäneli. Oder dr Schwäher ist e hochmüetige Gnürzi u möchte dr Tochterma für e Schuehwüsch ha un ihm dr Gottswille gä, was ihm vo Rechts wege ghört. Oder dSchwiegere ist e brutali Gränne und meint, dr Tochterma satt Tag u Nacht vor ihre oder vor em Meitschi uf de Kneue sy u lache, we si ds Mul uftuet, wien e Löhl. U wenn er das nit tuet u witziger ist as si u si sih no mängist vor ihm schiniere muess vo wege dr Dummheit, su wyst si dTochter uf u seit ere: Dä möchte ih afe nit, lue de, wies dr geiht, wed einist furt bist, er ist e Tyrann, e Tyrann, säg ih dr! U bi de Lüte verschreit si ne, u will er sie nit u dTochter nit het welle zum Götz mache, su seit si, er heig ke Religion, u weiss doch selber nit, was für eine sie hat oder ob gar keine. Und manchmal ist ds Meitschi es Laschi u tuet wien e Löhl, u nüt isch ihm schön gnue u kes Mannevolk wüest gnue, und er überchunt am ende auch gnue. An allen diesen Orten düecht eim doch, me wüss, wo dr Fehler syg, aber das git es Gred, dä Wäg u diese Wäg, dass me ganz sturm wird, nit weiss, was obe, was unte ist, nit meh weiss, het me e Kirsisturm vor ihm oder Surkabis."
"So gehts, wo dSach am Tag ist, dass es eim düecht, me chönn se mit em Bschüttgohn näh, u was meinst, wie würde es bei uns gehen? Da ist nichts am Tag, da ist keis längs Dreiss gsi, da ist nicht eins hier aus gesprungen um Rat, das Andere dort aus, man ist nicht zu den Wahrsagern glüffe und auch nicht zu den Verwandten oder Bekannten, wo grusam vornehm sy u doch gern alles wüsse; man hat es unter sich gehabt, und die Leute haben kaum gewusst, dass etwas obhanden. Jetz denke auch, was erst das für ein Gerede geben würde, denke doch, wie sie uns es gemacht, als wir so zweg waren, und doch war da dUrhab am Tage genug. Eben dass man es so geheim gehalten, wurde gegen uns geltend gemacht; die Einen würden sagen, wir hätten uns der sache geschämt, die Andern, wir hätten einen reichen fisch vor der Bähre gehabt und gefürchtet, es könne uns jemand z'böst reden; die Einen würden sagen, wo wir das Vermögen hätten weisen sollen, so sei nichts da gewesen, jetzt wisse man, warum es selb Mal so wüst gegangen; die Andern dagegen würden lachen und sagen, du seiest hineingesprengt worden und wo es um eine Ehesteuer zu tun gewesen, habe es sich gezeigt, dass der Vater der Braue am Geltstagen sei und chum no dNase ob em wasser heig. Man würde von unehlichen Kindern reden, die zum Vorschein gekommen, und was erst alles vom Dorngrüt her erschallen, was sie dort ausbreiten, in die Welt hinaus blasen würden, das kann ich dir nicht sagen. Aber glaube mir, Resli, es wären wüste Sachen, du würdest z'lyde gnue ha, und Viel möchten dirs gönne, und wer weiss, vor was allem es dir wäre, vo wege, sellige Lärm lässt immer was dahinten. Die eigelige Meitli sind gewöhnlich die beste, und öppe von weitem her läuft nicht bald ein Meitschi herbei, das nichts von allem weiss; bi de Buebe git sih das eh. glaube nur, du würdest Verdruss genug haben, gäb wie unschuldig wir dabei sind und das Recht auf unserer Seite haben. Das sage ich dir nicht, damit du alles tuest, was man von dir will, sondern nur, damit du weisst, wie es geht, und du hintendrein nicht sagst, du hättest es nicht gsinnet, wenn du es gsinnet, du hättest es anders machen können. U jetz guet Nacht u fass dih guet, damit, es mag gehen, wie es will, du auf den Beinen bleibst. Du hast jetzt alles in deiner Hand und mahnst mich an einen am Steuerruder; wenn es zwüsche Wirble durchgeht, häb an dih u lue guet."
Nun war die Sache äusserlich abgetan bis ans Zwegmachen und Laden; geredet wurde nicht mehr darüber, es sann jetzt jedes wieder. Und wie gesagt, wo der rechte Sinn ist, da kommt beim Sinnen mehr heraus, als man denkt, meist mehr als mit Reden.
Wenn man dem Treiben zu Liebiwyl zugesehen hätte, so würde jedermann geglaubt haben, Christeli sei der Bräutigam und wolle eine Hoffahrt tun das Land hinab. Fast den ganzen Morgen hatte er mit den Rossen zu tun, nahm eins nach dem andern zum Stall hinaus zum Brunnen und ward nicht fertig mit Striegeln und Wäschen. Annelisi,