obs ächt nüt mach, wenn ich ihms zGfalle tue, und hergege habe ich ihm manches vorgelegt, es ist mir nicht ernst gewesen, aber ich habe nur sehen wollen, ob er mich recht lieb habe, und hätte er es nicht getan, so hätte ich, es weiss kein Mensch wie, getan und mih gha, als wenn mr ds grösst Unglück geschehen wäre. Wenn Christen nicht so gut gewesen wäre und es hätte machen wollen wie du, es weiss kein Mensch, wie es gegangen, ich glaube nicht, dass wir zusammengekommen. So ist es gsi, jetzt düecht es mich, ich wollte ihm tun können was er begehrte, und nüt düecht mih z'strengs, dä Weg hets gänderet. Es gruset mr geng, wenn man einander so fecken will, es ist geng Gott vrsuecht, und es chunt meist uf es Nüt a, mengist uf es einzigs Wort, uf e blick. Und meine söll man doch nie, dass wenn man zusammenkomme, man sei, wie man sein solle, sonst hats schon gefehlt; Liebi u Vrstang muess me all Tag als Schlyfsteine bruche, wes guet cho söll.
Wenn meine Mutter selig noch lebte, die würde dr dr Text lese!"
"Mutter, versteht mich recht", sagte Resli. "So fekke, bloss um nichts und wieder nichts, in einer Lumpesach, ume so für z'luege, wer nachgebe müess, das möchte ich auch nicht; das ist ja grad, was unter Eheleuten nicht sein, nie anfangen soll, das Nünizieh ums Rechtaben, das ist e Elend, Ihr habt recht. Aber hier ist es nicht so, hier handelt es sich um eine Hauptsach, um Recht und Unrecht; es handelt sich darum, wer dem Andern sich unterziehen soll, eine alte Frau einer jungen oder die junge der alten, ob denn eigentlich dMuetter uf dSyte sött un dr Vater wie es Paar alti, usbruchti Schueh, oder ob es jungs Meitschi no i dSchuel söll und sich solle den Alten unterziehen, solang öppe Gott will, und zweitens auch, ob sich eine Frau dem Mann unterziehen will, wie es doch auch in der Bibel steht, Mutter, oder ob der Mann dr Löhl machen soll. Ich muss es sagen, wenn ich an Euerm Platz wär, so begehrte ich gar nicht so abzugeben, ehe ich wüsste, wie es käme, oder ich möchte keinen Krauch mehr oder es wär mir grusam erleidet. Und, Mutter, ich muss Euch sagen, ich hätte geglaubt, Ihr hättet mich lieber als so und möchtet Euch doch gmühen, um so mit Liebi und Vrstang dFrau nachez'zieh. Aber ich merke, die ganze sache ist Euch nicht recht, ds Meitschi gfallt Euch nicht, darum möchtet Ihr ganz drus und dänne und lieber nüt mit ihm z'tue und Eure Sache aparti haben. Das merk ich, und so wärs besser, man gäbte die ganze sache auf und redti graduse, währet es noch Zeit ist, als dass man dann so hintendrein sagt: Ih has doch denkt, ih has doch glaubt, ih has doch gmeint, u gseit han ihs o, aber ume für mih selber."
"Los, los,", sagte der Vater, "wird nicht bös, du solltest doch wissen, dass dMutter es besser meint, als du es ihr andichten willst, und dass sie deinetwegen noch nie eine Mühe gschoche hat. Aber öppis recht hast du auch, da muss ich dir Beifall geben; so da von vornenherein zu regieren und dEltern von ihrer sache weg z'sprenge, selb ist nicht recht, solange sie es nicht gerne von selber tun oder eins von ihnen gestorben ist. Ja, wenn eins oder das Andere sturb, ih oder dMuetter, das wär es Angers; de schickt es sih bas, dass es jungs Ehpaar dSach übernimmt z'grechtem, vo wege, für es rechts Hus z'füehre, müesse Ma u Frau sy. Ist dMuetter gstorbe u buret dr Vater furt u ds Sühniswyb macht dHushaltig, su het äs meh z'bidüte as dr Ma, es ist dMeisterfrau u är ume dr Bueb; lebt dMuetter no u wott fürtbure, so ist dr Bueb wie dr Ma u dFrau sött ume dJumpfere sy, u selb tuet o nit guet. Lebe aber Vater und Mutter noch, so habens Sohn und Söhniswyb eins wie das Andere, sind Beider Ghülfen, u Keis het sih z'chlage. Darum bist du nicht so über Ort, aber sagen will ich nichts dazu. Übersinn dSach noch recht und stell dir alles vor und auch, wie es dir wäre, wenn es aus der ganzen Sache nichts geben, und was die Leute dazu sagen würden."
"Ho", sagte Resli, "darauf dürfte ich es ankommen lassen; wenn dLüt öppe wüsse, wer me ist, so wissen sie wohl, auf welcher Seite der Fehler ist." "Du guete Tropf", sagte der Vater, "meinst? Ich hätte geglaubt, du kenntest dLüt afe besser als so. Weisst du nicht, dass es Leute gibt, die immer froh sind, wenn sie jemand einen Schlemperlig anhängen können? Und je mehr sie einen beneidet haben, desto lieber tun sie es und dest ungrymter. Und weisst nicht, dass man, sei man wer man well, immer Freund und Feind hat; das