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. Anne Mareili begriff noch besser den Kniff, aber das machte ihn es umso böser über Resli, je mehr es Kellerjoggi hasste. Nun war es neuen Drangsalen ausgesetzt, die Sache ins weite Feld gestellt, und vor dem allem hätten sie sein können, wenn sie nicht so eigelich getan, sondern sich hinzugelassen, wie man es öppe begehrt hätte.

Über Liebiwyl war der Himmel auch nicht helle. Als die Familie vom Begleit zurückging, redeten sie abgebrochene Worte von gleichgültigen Dingen, aber Keins fragte das Andere: "Was sagst du dazu, wie haben dir die gefallen?" "Du solltest noch Bohnen gwinnen", sagte Änneli zu Annelisi. "Ich habe geglaubt, es gebe ein Wetter", sagte Christen. "Vater, soll ich das wasser abreisen?" fragte Resli. "Es düecht mich, das Emd hätte brav agsetzt", bemerkte Christeli. So gings nach haus, dort jedes seinen Geschäften nach. Annelisi ertrug das schwer, es machte ihm ordentlich eng über den Magen, so alles verschlucken zu müssen, was ihm durch die Gedanken lief; aber es wusste wohl, wenn Vater und Mutter von einer Sache nicht anfingen, so stunde es ihm nicht zu. Als es einen Korb suchte für die Bohnen, ging Christeli vorbei. Da konnte es sich nicht entalten, ihn zu stellen und zu fragen: "Du, wie het si dr gfalle?" "So bös nit", sagte Christeli, "son e weneli e Schüchi oder e Suri, ih weiss selber nit, welches von beiden." "Mich", sagte Annelisi, "nimmt ume ds Schinders wunder, wie die es Resli hat können antun und was er an der sieht, er, der sonst son e Exakte un e Figgestiel ist, won ihm so lang Keini recht gsi ist hie ume. Brav genug wär si, aber dass man de öppe kei Bräveri fände hier herum, selb nit. Aber z'rede weiss si i Gottsname nüt. Ich habe alles Mögliche angefangen, von Schiessete und Märite, von Buben und Mägden, aber ein Wort ist ein Wort, das ich anders herausgebracht, als so trockne Ja und Nein und: e dr Tusig! Und was das für e Stolzi ist, keim Meitli het si es fründligs Wort , und hättist gseh, wie die ere nahgrännet hei! Und de Maniere het si de öppe nit gar, hast nicht gesehen, wie sie ds Fleisch noch mit dem Finger ab der Gablen stösst, Und dann ein Naselümpli hat sie gehabt, so es klys und es dünns, dass ich mich geschämt hätte, mit einem solchen zDorf z'fahren, und wenn sie es hat brauchen wollen, so hat sie längs Stück nit gwüsst, wos ist, oder hat die Nase nicht finden können. Ich will wetten, die braucht daheim keinen Lumpen, sondern dFinger u ds Fürtech."

"Du bist immer das Gleiche", sagte Christeli, "es usfüehrisch Meitli. denke, wenn dich jemand hörte, was sagte er von dir! An einem fremden Ort kannst du tun wie der heilig Feierabend, dass dLüt meine, sie müssten mit dir in e Vrsammlig. Vielleicht ist es bei diesem umgekehrt, liebliger daheim als zDorf." "Du bist ein böser Christeli", sagte Annelisi, "aber wart du nur, kein guts Wort gebe ich dir mehr. Wenn ich aufrichtig bin gegen dich und meine, ich habe einen Freund an dir, so kömmst du mir so!" "Zürn nit", sagte Christeli, "ich habe da nur so was nachedampet, was ih am Sunndi ghört ha. Es ist einer im Wirtshaus gewesen und der hat gesagt, es gebe zweier Gattig Mönsche, die eine seien gut für dGass, die andern gut für ds Hus, und die einen hätten Manieren daheim und die andern daheim keine, aber ds Tüfels viel zDorf, und es gäb schöne Visitegsichter, die vrfluxt wüste Kuchigsichter seien. Nun komm es darauf an, was me lieb, aber wenn me das scho wüss, so werde me doch gern bschisse, vo wege, man sehe die Meitleni doch meist nur auf der Gass und könne sich daher gar nicht vorstellen, was sie in der Küche für Gesichter machen oder wenn sie sollten Bohnen gwinnen und lieber klappern möchten und dLüt usführen." "Wart nume, du", sagte Annelisi, "kein Wort sage ich dir mehr, und wenn de dr Dokter manglist, so kannst du selbst laufen", so schnauzte es und schoss dem Bohnenplätz zu.

Als alles zu Bette war und Christen und Änneli in ihrem Stübchen, redete lange Keines, aber schwer seufzte Christen. "Was hast du?" fragte Änneli. "Ich weiss es selbst nicht", sagte Christen, "aber es ist mir neue so schwer. Was ich zur Sache sagen soll, weiss ich nicht, sie gefällt mir nur halb." "Was gefällt dir nicht?" fragte Änneli. "Ds Meitschi noch gut genug, von dem will ich nichts sagen, obschon öppis e wenig holdseliger nichts schadte; aber der Alt hat mich geärgert, das ist so recht einer, wo meint, es sei niemand gescheit als er und wenn er aus seinem dorf weg sei, so komme er zu lauter halbwitzigen Menschen. Er hat doch wohl gewusst, wo er ist, und hat getan, als