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, brennt sein Haus ab mit all seinen Vorräten, schlägt es ihn auf Jahre zurück: er schickt sich darein mit bewunderungswürdiger Ergebung; was sollte er dagegen machen, das kam aus des Herrn Hand, über diese Verluste spotten die Menschen nicht, und Kinder und Kindeskinder tragen sie ihm nicht nach.

Verliert er aber Summen auf ausserordentlichem Wege, durch Ungeschick oder der Menschen Bosheit, dann weicht der Friede so gerne von ihm und es kommt, was man hierzulande Hintersinnen nennt. Der kommende Tag ersetzt sie nicht, vielleicht ersetzt er sie in seinem ganzen Leben nicht, und was werden Kinder und Kindeskinder von ihm sagen!

Christen und Änneli hatten wohl etwas vorgespart, allein es ging genug zu, es harzete. Er wusste seine Sachen nicht recht geltend zu machen und brauchte zu allem viel Zeit und viele Leute, und Änneli war eine gute Frau, und gar vieles schwand ihr unter den Händen fort, sie wusste nicht wie. Fünftausend Pfund mussten ihnen, wenn es auf das Ersetzen ankam, eine unermessliche Summe scheinen, Die Frucht ihrer ganzen Lebenszeit.

Zu diesem kam noch ein Anderes: die Kinder waren erwachsen, vor ihnen liess der Verlust sich nicht verheimlichen; was sagten die dazu, wie mussten die ihn aufnehmen? Kinder auf dem land teilen die Arbeit der Eltern, sehen die Früchte davon, kennen die Schulden und Gülten, sind weit enger ins Verständnis gezogen, geben daher um so eher ihre Willensmeinung. Alle waren heiratsfähig. Schadet ihnen dieser Verlust nicht am Heiraten, der Lärm davon noch mehr als die Sache selbst? Denn alles wird vergrössert, auch entsteht gar gern der Glaube, wo solche Verluste hervorbrechen, da seien noch viele zu gewärtigen; eine Sache, namentlich ein Unglück, kommt nie alleine. Und wenn sie wirklich heiraten wollten, woher die Ehesteuer nehmen? Wenn man jetzt noch Ehesteuren geben sollte, so musste man sich ganz entblössen, musste vielleicht gar Geld leihen, weil man nicht alles abkünden konnte, oder musste alle Titel versilbern, musste in seinen alten Tagen schmalbarten oder die Jungen mit leeren Händen gehen heissen. arme Tage schwebten Tag und Nacht vor Ännelis Augen.

Das musste grosse Bitterkeit ansetzen in des Ehepaars Gemütern, denn mit dem Gelde war ihnen ja auch ein grosser teil ihres Lebens verloren. Wir fühlen alle, das Leben ist eine grosse Gabe, und mit dieser Gabe sollen wir vieles, vieles gewinnen, mit dieser zeitlichen Gabe sollen wir das ewige Leben erwerben. Aber nun meinen gar Viele, mit dieser zeitlichen Gabe hatten sie nur zeitliches Geld zu gewinnen, ja gar Viele, die vom ewigen Leben als dem höchsten Ziele sprechen, scheinen darunter doch nur zeitliches Gut zu verstehen oder höchstens eine zeitliche Frau mit zeitlichem Gute. Und nach dem zusammengeraxeten Gute schätzen sie ihres Lebens Wert, wie der Maulwurf nach der Höhe des aufgeworfenen Hügels seine Kraft. Wenn aber aller Gewinn verloren geht, dann hintersinnet man sich, das heisst, man kann nichts mehr anders denken, als wie es gegangen ist und nicht hätte gehen sollen; denn man hat ja eigentlich alles verloren, nicht bloss das Geld, das verloren geht, sondern das Leben, welches man an das Geld gesetzt.

Christen und Änneli waren kreuzbrave Leute, von den brävsten, die man sehen will zu Stadt und Land, aber den Wert des Menschen schätzten sie doch nach seinem Besitztum und den Wert eines Lebens nach dem gemachten Fürschlag; so und so viel hat er geerbt, dann und dann hat er zu husen angefangen, und jetzt, denket doch, hinterlässt er

Sie wussten es halt nicht besser, waren, wenn sie auch in der Schule nicht viel rechnen gelernt, doch in dieser Rechnungsweise von Jugend auf geübt, und wenn Christen es auch nie sagte, so dachte er es doch vielleicht manchmal, wenn er im Wirtshaus auf einem Stuhl absass: "Hier setzen sich hunderttausend Bernpfund nieder." Nehmt ihm das nicht übel, denn noch ganz andere Leute wissen nicht, dass wenn man auch die ganze Welt gewönne und litte Schaden an seiner Seele, man das Leben nicht nur verloren, sondern einen grossen Schaden davongetragen.

Sie gingen herum manchen Tag, als ob sie vor den Kopf geschlagen wären, und konnten nichts anderes denken als: Fünftausend Pfund, fünftausend Pfund! Weniger als Die Eltern waren die Kinder angegriffen, sie hatten ein langes Leben vor sich, welches ihnen reiche Hoffnung bot zum Ersatze des Verlustes. Am meisten schien es Annelisi zu fühlen, als ob sie glaubte, zunächst müsste sie den Verlust entgelten an ihrer Aussteuer oder derselbe möchte vielleicht diesen oder jenen, den sie im Auge hatte, abschrecken. Jedoch geschah nicht, was an so manchem Orte begegnet wäre, die Kinder machten den Eltern keine Vorwürfe, ja gebrauchten manches aufmunternde Wort. Aber wo die Eltern die Gemüter der Kinder ausschliesslich aufs Geld richten und alle andern Rücksichten den Augen der Kinder fernehalten, da müssen sie es erfahren, wie das Schwert sich gegen seinen eigenen Herrn kehrt; wenn sie etwas Ungeschicktes machen, haben sie zu tragen den Zorn und die Vorwürfe der Kinder, und wenn sie alt werden, derselben Unverstand und Ungeduld, die alle Tage mit Gott hadert über der Eltern langes Leben. Hier herrschte noch Liebe und herrschte die alte Sitte, dass die Kinder die Eltern ehrten, auf dass sie lange leben möchten in dem land, welches ihnen Gott gegeben.

Wie es dem ergeht, dessen Haus verbrannt ist mit an dem, was