es am Morgen, auf den Abend drohte ein Gewitter. Schon um acht hörte Uli auf zu mähen, um beizeiten zetten und kehren zu können, schon am Morgen wurden zwei Fuder eingeführt. Beim Mittagessen sagte Uli, das Nachtessen soll man nicht früh zweg haben, heute werde es wohl späten Feierabend geben. Das Heu werde alles gut, sollte alles hinein, es wäre schade, wenn es noch einmal Regen kriegte. Im Nachmittag fing es sich an zu stekken, es wollte nichts mehr vorwärts man steckte die Köpfe zusammen, statt dass man die arme rührte. Wo Uli war, ruckte es, wo er hinkam, war alles im Hinderlig. Der Melcher zeigte sich nicht auf der Matte, der Karrer fuhr, wie wenn er Schnecken hätte, und als Uli ihm sagte, er solle doch schneller laufen lassen, es täte es den Pferden wohl, warf er mutwillig ein Fuder in den Bach, dass man darob fast eine Stunde verlor. Und als Uli dazukam und aufbegehrte, da müsse einer doch fahren wie ein Blind, um da ein Fuder umzuwerfen, so sollte er an allem schuld sein mit seinem Pressier; solange er da sei, gehe es schlecht. Er könne nichts, sagte der Karrer, als alle Leute kujiniere, und wenn er ihm nicht recht fahre, so solle er selbst fahren, er rühre keine Geissel mehr an, bis der Meister es ihm selbst befehle. Damit warf er Uli die Geissel zu und legte sich behaglich auf einen Heuwalm. Uli hatte schon die Geissel am dünnern Ort gefasst, um zu versuchen, was ungebrannte Asche vermöge, doch besass er sich und führte kochend in Zorn das Fuder heim.
Die Alte rüstete zu Nacht, und als sie Uli mit dem Fuder kommen sah, fragte sie Vreneli, die vorankam: Was es gegeben, dass Uli fahre? "Frag ihn selbst, Base," sagte Vreneli. "Es ist ein grusamer Streit unter den Diensten, und wenn sich der Vetter des Ulis nicht annimmt, so kömmts nicht gut. Ich wäre schon lange fortgelaufen." Da stunde die Base auf, ging Uli entgegen und fragte: "Warum fahrst du? Was hats gegeben?" Und Uli fragte mit bleichen, bebenden Lippen: "Wo ist der Meister, er söll usecho." "He Ymmers, wie siehst du aus! Komm du in die stube, er ist dort. Es söll derweilen einer die Rosse halten." Uli ging nach, und die Base nahm aus einer Ecke auf dem Ofen ein Kacheli mit Kaffee und sagte: "Nimm das geschwind und trinks! Ich hatte es dem Vreneli dänne deckt, aber nimm dus, es bekömmt dann ein andermal. Aber sag mir geschwind: was hats gegeben, was ist es?" "Meisterfrau, ich will fort und das auf der Stelle, so will ich nicht mehr dabeisein. Ich will dem Meister die Geissel geben, dann meinen Lohn und noch heute fort. Ich will mich nicht töten für Andere und noch dazu ausgelachet sein." "He Uli, Uli, wer lachet dich aus?" "Gerade der Meister, der treibt nur den Narren mit mir und ist kein Meister, sonst würde er sehen, was seine Pflicht und sein Nutzen ist, darum will ich fort." "Und was ist denn meine Pflicht und mein Nutzen?" sagte Joggeli, der eben zur tür hineinkam. "Ich will meinen Lohn," sagte Uli, "und will fort." "Du hast keinen Grund," sagte Joggeli, "du wirst wohl bleiben." "Nein, Meister, ich bleibe nicht und habe guten Grund. Ihr habt mich als Meisterknecht angestellt und unterstützt mich nirgends. Ihr befehlet selbst nichts, ich soll aber auch nicht befehlen, da kann ein jeder machen, was er will. So braucht Ihr keinen Meisterknecht und habt mich falsch gedinget, und deswegen will ich nicht mehr dabeisein." "Aber was hast du denn zu klagen?" fragte Joggeli, schon nicht mehr recht keck. "He, dass Ihr kein Meister seid. Wenn Ihr ein Meister wäret, so wäret Ihr heute gekommen und hättet auch pressiert und befohlen oder hättet wenigstens gesagt, man solle sich schicken. Aber statt dessen habt Ihr mich allein fechten lassen, habt wohl gesehen, wie sie drehen, der Melcher, der Karrer nicht vom haus wollen, und habt mich stecken lassen, darum will ich fort." "He, ume nit grad so prüssisch," sagte Joggeli, "ich kann nicht immer an allen Orten sein. Hättest du mir das Maul gegönnt, so hätte ich etwas sagen können, aber wenn man so viel zu sinnen hat wie ich, so kann man nicht immer an alles sinnen." "Sinnen hin, Sinnen her," sagte Uli, "ich will meinen Lohn, ich bleibe nicht mehr." "He, Uli," sagte die Meisterfrau, "nimm non es Kacheli und bsinn dih! Du bist uns ganz der Recht und es hat dir noch niemand von uns ein Unantwort gegeben. Ds Gunträri, ds Vreneli und ich haben schon manchmal zueinander gesagt: wenn es so seinen Fortgang nehme, so komme der Hof wieder instand und es gebe auch wieder eine Ornig." "Solang der Karrer und der Melcher da sind, kommt es nicht gut, und mit ihnen bleibe ich nicht mehr