, mit gutem Werkzeug zu arbeiten; als man aber das Sommerwerkzeug untersuchte, war alles im schlechtesten Zustande. Er fand keine einzige Segessen, die sich ihm in die Hand schickte. Joggeli behauptete, er hätte im vergangenen Jahre vier neue und Rechen und Gabeln gekauft. Er wisse nicht, wo es hingekommen, und wenn es ihm gestohlen werde, so wollte er ein Narr sein, immer Neues zu kaufen. Ja, sagte Uli, das könne er machen, wie er wolle, aber mit den Beinen könne er nicht mähen, mit den Fingern nicht rechen; wenn die Sache gehörig gemacht sein solle, so müsste Werkzeug dafür da sein. Endlich kaufte Joggeli, aber alles so wohlfeil als möglich. Wie nützlich schlechte, wohlfeile Segessen sind, weiss jeder. Uli kaufte sich endlich eine aus eigenem Gelde. Wollte er aber dem Einen oder dem Andern über sein Mähen etwas zu verstehen geben, so sagte ihm dieser: Er solle ihm eine bessere Segessen geben oder aber schweigen.
Uli war gewohnt, mit dem Mähen morgens um drei anzufangen. Um diese Zeit wollte ihm anfangs niemand auf, er hatte Mühe, um vier sie auf die Matte zu bringen. Melcher und Karrer wollten auch nicht anbeissen, selbst wenn man zunächst des Hauses mähte, und wann sie kamen, so trieben sie nur Flausen, wollten Uli durchtun und ihm vormähen, bis er ihnen seine Meisterschaft beurkundet und sie zehn Schritte im rücken gelassen hatte. Hatte er endlich die Knechte auf der Matte, so fehlten ihm noch die Tauner und kamen erst, um vor dem Morgenbrot noch eine Mahde zu mähen. Der Eine hatte etwas für sich gemäht, der Andere seine Segessen anders anschlagen müssen, der Dritte seiner Frau Bschütti geführt; aber alle meinten, der Meister brauche es nicht zu wissen, und wollten den ganzen Taglohn.
Uli hätte es nie geglaubt, welch Unterschied es sei, von drei bis zehn Uhr morgens mit zehn rüstigen Burschen, versehen mit gutem Werkzeug und gutem Mut, zu mähen oder aber mit zehn lässigen, wo alle nach dem Takte "Komm ich nicht heute, so komme ich doch morgen" arbeiten, einer hieraus zieht, der andere dortaus liegt. Es schien ihm, als sei man förmlich verhexet, während die Andern jammerten, so drängseliert und kujiniert seien sie noch nie worden. Hatte er seine liebe Not am Morgen ausgestanden, so war am Abend erst das rechte Elend da. Kam er des Mittags nach dem Dängelen und Rüsten der Wagen auf die Matte, so war nicht gekehrt, das Heu nicht zusammengemacht, er musste warten; ging er mit den Andern hinaus, so musste man auf die Wagen warten. Lud er auf der Matte und sollte ein teil der Leute abladen, so verrichteten diese nichts; die Wagen kamen nie zurück, sie mussten halbe Stunden müssig warten. Ging er ans Abladen, so wurden sie fertig, aber der Karrer brachte kein Heu, sie konnten lange Zeit ruhig am Schatten liegen. Am Abend hatte niemand Zeit zum Aufrechen, er musste es mit Wüsttun erzwingen; von Birligen war vollends keine Rede, die konnte er selbst machen, wenn er welche gemacht haben wollte. Er trieb und jastete sich fast zu tod von früh bis spät, die Weiber hatten rechtes Mitleid mit ihm; aber er brachte nichts ab, er fühlte, es war da ein angelegtes, boshaftes Spiel. Und Joggeli sah der Sache nicht bloss kaltblütig, sondern fast boshaft zu, gäb wie die Weiber ihn stüpften, er solle doch auch ein Wort sagen, er sehe ja, Uli möge nicht gfahren und die Andern täten ihm alles zuwider. He, sagte er, dem sei es nur gut, wenn er nicht alles zwängen könne; wenn alles nach seinem Kopf ginge, so kriegte er bald einen so grossen dass Sonne, Mond und Sterne nicht mehr neben ihm Platz hätten.
Es war zudem ein Sommer mit sehr unbeständigem Wetter. Es gab wohl schöne Tage, aber mit vielen andern untermischt, an denen man nichts Dürres machen konnte. Es bedurfte also an den schönen Tagen doppelten Fleiss, mit diesem ist ein guter Landmann imstande, mittelmässiges Wetter gut zu machen. Uli konnte das; aber nicht bloss einer, sondern zehn Schleiftröge legten sich ihm unter die Beine. Das ist ein peinvoller Zustand, es begreift ihn aber nur der, welcher ihn erlebt hat. Entweder erstickt, erworget man in demselben, oder aber es gibt einen Ausbruch, dass Funken sprühen, die Wände zittern, Haare fliegen und Brülle durch die Welt fahren, dass Kometen und Planeten davonfliegen und nirgends mehr warten dürfen. Uli schrieb am Sonntag seinem alten Meister: So halte er es nicht mehr aus. Der Zorn sei ihm zu oberst, er könne ihn mit einem Finger erlangen. Essen bringe er keins mehr hinunter, es düech ne, er müsse an jedem Stücklein Brot ersticken, und wenn er einen von den Möffen sehe, so gramsle es ihm in den Fingern. Sie hätten noch viel zu mähen und morgen von dreien Tagen einzuführen. Wenn sie es ihm nun machen wie die andern Tage und der Meister noch seine Freude daran hätte, so schirre er aus und komme ihm ungesinnet daher. Das sei ein Teufels Dabeisein, wenn man die Mitdiensten wider sich hätte und auch noch den Meister. Die Frau sehe das wohl, aber sie könne nicht viel zwingen; wenn sie Meister wäre, so ginge es anders.
Schön Wetter war