immer für etwas Anderes, Besseres versparen. Vergebens stellte ihm Uli vor: Man könne doch nicht alles auf den Herbst sparen, und es dünke ihn, für eine solche Weite Landes sei viel zu wenig angesäet; man müsse auch den Frühling benutzen, und Mist für den Herbst wolle er schon genug machen. Mit der grössten Not brachte er ein grösser Erdäpfelstück heraus, als sonst der Brauch war, und einigen Sommerweizen, in den er dann Klee säen wollte. Daneben sah er auf dieser Wanderung Häge, zwei Klafter breit, Börder, mutwillige, sah Arbeit für die Zwischenzeit auf viele Jahre.
Auf dem Heimwege sagte Uli: Er müsse ihm noch etwas sagen, wenn er es nicht ungern haben wolle. Joggeli sagte: Es düech ihn, er hätte ihm afe viel gesagt und sollte zufrieden sein für heute. Doch solle er es auch noch füremache, es gehe am Ende in einem zu. "Meister," sagte Uli, "es ist in den Ställen nicht alles, wie es sein sollte. An unsern Rossen ist nicht mehr viel zu erfüttern; wenn man nicht etwas ändert, so kommen die meisten in Abgang. Bei den Kühen ist es noch viel schlimmer. Die geben nicht Milch, wie sie sollten; die meisten haben nur zwei oder drei Striche, sind auch wohl alt, und es dünkte mich, wenigstens mit vieren sollte man fort und dagegen etwas Junges einstellen, mit ganzen Eutern, man käme viel weiter." Diesen Weg füttere man fast ganz zUnnutz.
"Ja, ja," sagte Joggeli, "verkaufen kann man wohl, verkaufen kann ein jeder, wenn er etwas hat; aber wenn man dann etwas anderes hätte!" Man werde heutzutage mit allem betrogen. Und wer sich mit diesem Handel abgeben solle? Er möge nicht mehr nach, und wem er es anvertrauen solle, dass er nicht bschissen werde? Oh, sagte Uli, das müsse ein jeder Bauer riskieren, und betrogen sei schon ein jeder geworden; aber bei seinem Meister habe er Rosse und Kühe gekauft und sei noch glücklich gewesen dabei. "Jä so," sagte Joggeli, "du wolltest das also machen, verkaufen und einkaufen; jä so, das ist öppis angers, jetzt nimmts mich nicht mehr wunder. He nun, wir wollen sehen, wir wollen sehen, das ist eine wunderliche Sache."
Daheim klagte er seiner Alten bitter, wie Uli ihn drängseliert habe. Nichts sei ihm recht. Er würfe ihm das ganze Gut zunderobis, wenn er ihn machen liesse. Und beide Ställe wolle er ihm neu besetzen. Er merke aber das Bürschli wohl und wolle es ihm reisen. So einer, der keine Handbreit Land hätte, wolle, wie man ein Gut werche, besser wissen als einer, dessen Ätti und Grossätti schon vornehme bauern gewesen seien. Das sei ein Hochmut in den Leuten vom Tüfel, es sei gar nicht mehr dabeizusein. Als er nun insbesondere erzählte, um was ihn Uli drängseliert, so sagte seine Alte: "bauern hin bauern her; aber wenn Mancher nur halb so witzig gewesen wäre, als mancher Knecht ist, so wäre er z'Halbem reicher und sein Hof trüg ihm noch einmal so viel ab."
Indessen lief die Arbeit, und alle Welt verwunderte sich, wie früh man in der Glunggen erwacht sei. Kamen die Üfliger zu den Diensten, zum Karrer, der Mist führte, zum Melcher, wenn er Salz holte usw., so sagten sie: Das müsse scheints streng gehen in der Glunggen, das sei doch schlecht von einem Knecht, die Leute so zu drängselieren; aber sie täten es nicht, sie würden aufbegehren und so von einem herzugelaufenen Burschen sich nicht lassen befehlen, sie wollten ihm zeigen, dass sie länger dagewesen seien als er. Es gehe alles, bis es genug sei, sagte der Karrer, man solle nur sehen. Kamen sie zu Joggeli, so sagten sie: Was ihn ankomme, dass er so pressiere? Oder ob er etwa einen neuen Meister bekommen habe; Es sei eine Gegend nicht wie die andere und sie hätten noch nie gesehen, dass zu fast pressieren viel abtrage. Er lasse ihn wohl viel zwängen für den Anfang. Daneben wollten sie nichts gesagt haben, er werde wohl wissen, was er mache. Kamen sie dann zu Uli, so sagten sie: So einer wäre auf der Glunggen schon lange nötig gewesen. Man sehe es schon von weitem, dass da ein Anderer predige. Daneben sei er ein Göhl, dass er sich so plagen möge, er bleibe doch nicht lange da, bei Joggeli halte er es nicht aus, und ein solcher Kerli wie er werde nicht immer Knecht sein wollen oder dann noch auf einen andern Pfosten pretendieren.
Dieses trug nicht dazu bei, die gegenseitige anhänglichkeit zu vermehren, den gang der Dinge zu erleichtern. Erst jetzt nahm Ulis Bürde zu, und es war ihm, als ob er bis an die Knie im Lett wandeln müsse. Alles musste er Joggeli abdiputieren, abzanken, und wenn er es dann ausführen wollte, so hatte er allentalben unwillige, ungeschickte hände. Er musste allentalben stossen und stüpfen, an allem machte man so lange und so schlecht als möglich. Er glaubte es nicht dahin bringen zu können, dass man den Flachsplätz sauber rüste, dass man auf irgend einem Acker die Furchen auch recht zu Boden hacke. Man sah noch in zweijährigem