es einmal z'mache ist." Es ging nicht lange, so sassen sie in der freundlichen Wirtin Schlafstübli, nachdem die viel Entschuldigung gemacht, dass sie kein anderes habe; aber es sei heute alles voll, es düech se, noch nie so. Hier seien sie ruhig, und womit sie aufwarten könne. "denke emel afe mit ere Halbi und dann, wanns Zeit ist, auch etwas zMittag." "Was begehret ihr z'esse und was für Wein soll ich bringen?" "Bring guete und z'esse, was dr öppe heit; aber emel lings Fleisch, ich kann gar nichts mehr daran machen, wenn es nicht gut gchochet ist. Allbets isch es mr öppe glych gsi; aber ih spüre ds Alter a alle Orte, und es düecht mih mengisch, wenn ih ume nimme wär!" "He, Vetter," sagte Johannes, "man siehts Euch noch gar nicht an, und wenn Ihr so klagen wollt, was sollen wir Andern dann sagen, wo wir nicht den Zehnten Sachen haben, wie Ihr habt?" "Los, Vettermann, auf den Reichtum kommt es nicht an, das erfahre ich alle Tage, und das ist gerade, was mir Kummer macht, und deswegen kam ich heute, um mit dir zu reden. Du weisst, ich habe ein grosses Wesen und muss eine grosse Kuppele Leute haben, um es zu arbeiten. Meine Alte und ich sind schitter und mögen nicht mehr nach. My Bueb, der Johannes, ist zu vornehm geworden im Weltschland für auf dem Land zu arbeiten, dem musste ich ein Wirtshaus kaufen; den kann ich nichts rechnen, als dass er hie und da kommt, wenn er Geld nötig hat oder etwas anderes. Meine Tochter ist hell nichts. Die hat geglaubt, sie käme gegen den Bruder zu kurz, wenn sie nicht auch ins Weltschland könnte. Und jetzt ist sie, helf mir Gott, nüt angers als es Schlärpli und lismet öppe dem Schatten nach, wird bleich wie ein weiss gewaschenes Tuch, dass es eim übel gruset, und meint, wenn sie etwas anrühren solle, me well se hänke. Du kannst dir vorstellen, wie das nun geht bei der Kuppele Leute, die ich haben muss. Da flökt Eines hier aus, das Andere dort aus, die Sache wird nur halb gwerchet, das Land wird alle Jahr schlechter, der Hof trägt mir fast nichts mehr ein, und was es noch gibt, geht in den Kosten auf. Ja, weiss Gott, wenn ich nicht noch Gülti hätte, ich könnte es nicht mehr machen bei einem solchen Hof, wo vielleicht nicht ein Dutzend sind im ganzen Bernbiet. Ich habe geglaubt, ich hätte einen guten Meisterknecht, und hab ihm alles anvertraut. Er ist elf Jahre bei mir gewesen, und ich hätte ein Haus auf ihn gebaut, so hat er mir reden können. Und jetzt, was macht er mir? Verkauft mir der Hundsbub nicht sechzig Mütt Korn, und der Müller zahlte mir nur fünfzig, und den Rest teilen die Schelmen miteinander, und das ist schon mehr so gegangen. Es hats mir endlich ein Tauner verraten, dem ich Götti bin. Er könns nicht mehr übers Herz bringen, wie es mir gehe, hat er gesagt; er müsse mir etwas sagen, aber ich solle ihn dr tusig Gottswillen nicht verraten. Und das haben alle gewusst und niemand mir etwas gesagt, weil alle das Gleiche treiben; da kannst du wohl denken, wie es mir geht. Was soll ich anfangen? Verkaufen will ich nicht, gäb wie es der Sohn meint. Der könnte noch einmal froh über den Hofsein, oder wenigstens seine Kinder. Lehenmann mag ich auch keinen. Da hätte ich gar nichts zu befehlen, und der Hof käme vollends in Abgang. Und du magst mir es glauben oder nicht, ich kann nicht ruhig sterben, bis der öppe wieder im gang ist. My Vater hat mir ihn gut im Stand übergeben. Wie dürfte ich wieder zu ihm kommen, wenn ich schlecht hinterlassen würde, was er mir gut übergeben? Ich möchte einen Meisterknecht, aber recht einen hauptäntischen, an den ich kommen könnte, der alles wohl verstünde und dem ich trauen dürfte. Aber er müsste aus einer andern Gegend sein; bei mir herum ist alles unter einer Decke, und sie betrachten mich alle wie die Adler das Aas, noch ehe ich gestorben bin. Da habe ich gedacht, vielleicht könntest du mir am besten zu einem verhelfen, und darum bin ich express hiehergekommen; ich habe gedacht, ich treffe dich an. Auf den Lohn käme es mir gar nicht an; ich wollte einem sechzig Kronen geben, wenn es sein müsste, ja hundert Kronen reuten mich nicht, wenn ich einen kriegte, wie ich ihn haben wollte."
Unterdessen war Johannes ganz still gesessen, und auch als der Vetter ausgeredet hatte, antwortete er nichts. Die Wirtin kam darauf herein, deckte ihnen dar und brachte Essen und sagte: Sie müssten heute vorlieb nehmen, wie es komme, so an einem Märit könne man es nicht immer geben, wie man es gerne möchte; sie wüsste nicht, wie die Suppe öppe wäre, sie hätte zwar ausgelesen so gut möglich. Der Vetter redete allerlei mit der Wirtin. Johannes sagte nicht viel dazu. Es kam eine Magd herein und fragte, ob der Bodenbauer da sei,