manchmal gesagt, gäb sie ihre Tochter so einem geben wollte, wollte sie sie lieber dem ersten Besten ab der Gasse geben. So einen aber möchte es notti nit, sagte Käti, aber es wolle nicht sagen, dass es sich lange besinnen würde, wenn ein rechter Bursch käme; mi syg notti da für z'hürate, und mi heig viel Byspiel, dass die, wo am eigeligsten gewesen und am wunderlichsten im Auslesen, die unglücklichsten Hüng geworden von der Welt. Und wenn es einen hätte, so wollte es sy armi eine manierligte Frau sein, und ds Fresse müsste einer haben so gut als es selber. Da sei es doch nicht von denen eins, die öppis Apartigs fressen und dem Mann nichts davon geben möchten. Das düechs wüests; es düechs, wenn man alles gemein hätte, so sollte man das Fressen auch gemein haben, es hätte es ja Eins vom Andern zu geniessen.
Käti brichtete, Uli konnte nicht mit einem Hämmerlein dazwischen, und so kamen sie bis zu ihrem Scheideweg. Da dankte Käti dem Uli gar schön und sagte, es hätte die Tüfels Tiere nicht heimgebracht ohne ihn. "Dankeigist dafür; und dann bin ich dir noch acht Batzen schuldig, und ich bin nicht gerne etwas schuldig, man könnte es vergessen, und das hätte ich ungern. Komm kurzum und hole es, hörst, sonst hab ichs ungern. Oder weisst was," sagte Käti, schon zehn Schritte weiter mit seinen Schweinchen, "chums hinecht cho yzieh!" "ist es dr Ärst?" rief Uli zurück. "Ja, my armi türi", antwortete Käti.
Ganz wunderlich ging es dem guten Uli im Kopf herum.
Käti war eine person, wie man sagt, von den töllsten eine, hatte eine Postur wie eine Fluh, einen Gring wie ein Mäss, arme wie ein Ankenkübli und Beine, wie es selbst gesagt, noch dickere. Käti war eine Baurentochter, der Vater hatte ein grosses Wesen; Käti hatte Bietersackgeld, mehr wie mancher Bauer Geld; die vier Basen im Aargau waren auch nicht zu verachten, und Käti war nicht spröde, und Käti nahm vielleicht Uli, er glaubte das aus dessen Worten abnehmen zu können. Ein glücklicher Bursch war, wer Käti erhielt, so ein werchbar Mensch! Das alles machte Uli sturm, dass er fast den Weg nicht getroffen hätte.
Als Uli vom Stolpern sich aufschnellte, sah er das Haus des Meisters in der Nähe. Da vergass er Käti und dachte an die Dublone, die er heute verdient hatte. Es fiel ihm ein, die werde den Meister reuen, und ob es eigentlich nicht besser wäre, er verheimlichte sie ihm und redete nur von zwei oder vier Franken. Kein bekannter Mensch war beim Kauf gewesen und ein fremder Händler der Käufer. Er ersparte auf diese Weise dem Meister Ärger und behielt nichts für sich, als was ihm von Gott und Rechts wegen zugehörte, was er in eigentlichem Sinne verdient hatte. Aber wusste der Meister, wie Kauf und Lauf ginge; sollte er seine Gutmeinenheit, dass er ihm das Verkaufen anvertraut, also missbrauchen, Denn wenn der Meister nicht gut gegen ihn gewesen, so wäre er selbst gegangen, und als einem alten Fuchs, den die Vorgumper (so nennt man die Treibauf der Küh- und Rosshändler) nicht täuschen, wäre auch ihm der Profit nicht entgangen. Das arbeitete in ihm, die Wage stieg auf und ab, und es war noch nichts entschieden, als er zum haus kam und am Stüblifenster ihm der Meister klopfte und ihn hineinkommen hiess. Er kam und trat mit einer Art Respekt in dieses Heiligtum, in dieses Kämmerlein, das Allerheiligste des Hauses.
Das Allerheiligste in der grossen Welt ist ein Salon. Nach diesem fragen die Herrn und Damen, wenn sie ein Haus mieten wollen, messen, wie hoch er sei, ob ein Leuchter darin Platz habe, wie breit er sei und wie manchen Spieltisch man placieren könne, und sehen sich an den Wänden um, ob Glanzfarbe daran sei oder geschmackvolle Tapeten; aber nach einem Stübli fragen sie nicht. Und haben sie einen Salon gefunden, so gehen sie glücklich heim, machen ein glücklich Gesicht und raten ab, ob man die alten Meublen noch brauchen könne oder neue mangle. Und Beide machen ein glücklich Gesicht, solange Beide einer Meinung sind, und sobald in diese irgend ein Unterschied trittet, so ziehen die Gesichter sich schief, das Unglück trittet in alle Züge, die Frau kriegt Krämpfe, der Mann Taubsucht, Eins fällt hier aus, das Andere läuft dort aus. Da können sie den Salon nicht mehr brauchen, und Stübli haben sie keins, höchstens einen Alkoven. Kein Stübli, wo sie mit treuem Sinn und halblauter stimme die gemeinsamen Angelegenheiten beraten, Keines zu einem hohen oder lauten Ton sich hinreissen lässt, Keines anders als einig mit dem Andern das Stübli verlässt, das Stübli, der Ehe Heiligtum, wo Leiden und Freuden, Hoffen und Kümmern, Meinen und Glauben treuherzig geteilt, treuherzig aufgenommen und treuherzig verarbeitet, getragen werden. Ja, wenn ihnen ein Stübli Bedürfnis würde und sie nach einem Stübli fragen würden statt nach einem Salon, es wurde manche Ehe wieder eine Ehe, die jetzt nichts anders ist als ein Salonstück, bestehend aus einem Mann und einer Frau in einem Salon, Beide nach Möglichkeit aufgeputzt, wenigstens die Frau geschnürt und mit einem Schnepf versehen, aber jedenfalls Beide mit