sei gerade einer von den Dümmsten und Nichtsnutzigsten, er sei eigentlich gar nicht wert, dass ein braves Mönsch sich mit ihm abgebe. So einer, der so eim wie dem Ürsi, dem liederlichsten Uflat, nachsehe und sich mit ihm abgebe, dem sött me dHose achela. Mit so eim zähl es sich dann notti nicht zusammen. Wenn es schon kein solch Gesichtli hätte, das man nicht an der Sonne brauchen könne, wenn es nicht abschiessen solle, so hätte es doch zwei Dutzend Hemder und sieben Paar Sommerstrümpfe und fünf Winterstrümpfe (einer sei ihm verloren gegangen), vier Kittle, zwe verfluecht brav und zwe minger, und dann Geld hätte es auch noch, es sage nicht wieviel. Aber wenn es mit eim anfinge zu husen, so für zwei Bett und zwei Kühe und vielleicht für ein Schaf auch noch brauchte der keinen Kummer zu haben. Das wär doch dann öppis angers als son es Plätterfüdle, wo nit emal Geld hätte für Stroh z'kaufe, wenn es es einmal wischen möchte. Es könnte viel noch sagen, aber es sei kein so Anlässiges, das meine, es müsse einmal mannen; es hätte zu leben, und sein lediger Leib sei ihm auch noch etwas wert. Allbets hätte es schon lange einen Mann gehabt, und vor zwanzig Jahren hätte es mehr als einmal mannen können aber jetzt sei nichts mehr zu machen, unter Hunderten gäbe es keinen vernünftigen Bursch mehr; son e Mistmore sei heute, zutage allen lieber als es bravs Mönsch mit einer guten Hinter, lag. Zu einer solchen Rede machte es gewöhnlich ein Gesicht, dass man junge Katzen hätte erstecken können, und liess Kräuel hervor, dass ein Lämmergeier schalus geworden wäre.
Ürsi war nicht halb so böse über Stini, sondern lachte und spottete über dasselbe, führte es aus, wie gerne es mannen möchte, aber gäb wie es seine Augzähne hervorstrecke einem Eber zTrotz, wolle ihm Keiner daran bhangen. Es schnürfle zNacht, dass es Späne absprenge an der Wand, und brülle manchmal geradeaus mitts in der Nacht. Und wenn es dann frage, was es so brülle, so schreie es: "Es het mr ertraumt, es heig mih eine la hocke, u ih ha scho gmeint, ih heig ne." Hemder habe es in der Nacht an, wo siebni keinen Ofenwüsch gäbten; anstatt Gloschleni ziehe es Hudlen an einen Faden wie Bohnen, binde sie dann um den Leib und rühme, wie die grusam warm gäbten. Wenn es an einem Morgen Stinis Strümpfe anziehen sollte, so könnte es die ganze Nacht aus Angst nicht schlafen, ob es je zum Fürfuss kommen konnte, denn an manchem Ort seien sie fast zringsum abenandere und hingen nur an einzelnen Fäden, dass es das grösste Wunder sei, wie es sie noch an die Beine bringen könne. Es nähme es nur wunder, wo es mit dem Geld hinkomme; es schaffe nichts an und hätte doch nie fünf Kreuzer beieinander. Es wollte nur, es liesse sich einer anschmieren durch Stini und nähmte es, in der Hoffnung, er kriege eine reiche Frau; der könnte ihn es lächern, wenn er Hudlen zu erlesen bekäme statt Geld zu zählen. "Uli, das wäre eine für dich," sagte dann Ürsi, "da könntest du eine Nase voll usenäh, dass du den Säumist nicht mehr riechen würdest, nicht einmal den Kuhdreck; du hättest sie dein Lebtag voll genug von der Frau. Ich rühme mich nicht halb so als das Stinkloch; aber es wäre mir doch noch ein himmelweiter Unterschied, eine süferliche Frau zu bekommen, als so ein Mistloch, so ein ungewaschenes Tier; es gruset mich alle Nacht, wenn ich zu ihm ins Bett muss, und es kötzeret mich allemal, wenn es kochet und nicht die Meisterfrau."
So führten die Nebenbuhlerinnen ihre Gefechte hinter ihren respektiven rücken; indessen auch vorwärts schonten sie sich nicht, und Stini schimpfte Ürsi, und Ürsi verspottete Stini. Und Uli, den vernünftigen Kerli in seinem übrigen Betragen, hätte man vernünftig glauben sollen, glauben sollen, da werde es ihm nicht gehen wie einem Esel zwischen zwei Heuhaufen; und doch ging es Uli, dem verständig gewordenen Knecht, so. Es ist eine ganz merkwürdige Sache, wie der gescheiteste Kerli in allen Dingen der Welt beim Heiraten ein dummer Stöffel werden kann. Wie irgend ein Trieb im Menschen, eine verborgene oder schon offenkundig gewordene Lust durch ein Weibsstück fast wie mit einer Lunte entflammt werden kann, dass Feuer in ihm aufgeht, ins Dach schiesst und ihm wird, als müsste er mit diesem Stück glücklich werden und hätte die ganze Welt gerade nichts für ihn als dieses Stück, nichts Reiz für ihn mehr als dieses Stück, das sieht man alle Tage, und wer es hundertmal gesehen, den gibt es auch zu seiner Zeit, er ist an Andern nicht klug geworden. Man sieht tausend Ehen geschlossen werden, wo Tausende sagen mit aller Bestimmteit: "So gewiss eins und eins zwei machen, werden die unglücklich"; alle pflichten bei, der Erfolg gibt ihnen recht, nur die Beiden oder wenigstens eins ist blind, hörlos, es schmeckt und riecht nichts. Irgend eine Begierde lag in ihm in noch unentwickelter Kraft, in mächtiger Anlage; ein Weibsstück tritt als Leben gebendes Element hin, zu, und nun entsteht eine Gärung, in welcher alle Besonnenheit untergeht, in welcher diese Aufwallung einzig den Willen bestimmt, alle sonstigen Rücksichten