, und einer sagte dem andern, er müsse auf seinen Akker, man habe ihm gesagt, die Schnecken machten gar wüst in seinem Roggen, und da gehe es ihm in einem zu, zu sehen, wie die Jungen es verspielten. Es sei unter ihnen kein Einziger, der ihm die Schuhriemen aufgetan hätte, wo er noch jung gewesen, und doch seien noch ein halb Dutzend ebenso bös gewesen oder noch böser als er. Und als die Mannschaft aus dem Dörfchen war, hielt das Weibervolk Rat, was sie wohl zWort haben könnten, um auch auf dem Kampfplatz zu erscheinen oder wenigstens von weitem zuzusehen. So mir nichts dir nichts dem zug nachzulaufen, schämten sie sich. Ei nun, die Vorwände waren bald gefunden! Die jungen Mädchen zogen aus in langen Zeilen, Hand in Hand, und flatterten herum, bis sie mitten unter den Buben sassen; etwas ältere zogen langsam, in weiten Kreisen um den Platz herum und stellten sich in geziemender Entfernung auf einem kleinen Hübeli auf, wo sie weitin gesehen wer, den konnten, und eine Alte nach der andern trappete nach mit einem kind an der einen, einem Rosmarinstengel in der andern Hand und sagte jedem Begegnenden: Sie müsse auch noch da hinaus, wenn es ihr schon zwider sei, aber das Kleine hätte ihr keine Ruhe gelassen. Es wolle auch luegen, wie dr Ätti hurnussen könne, hätte es gesagt.
Es war ein schöner herbstlicher Tag, hell die Luft und grün die Erde; einzelne Schäfchen gingen am Himmel, ganze Scharen weideten auf der Erde, und eine liebliche Wärme lag auf Menschen und Tieren, die in süsser Behaglichkeit sich ausstreckten im grünen Grase an der hellen Sonne.
Draussen trafen auf einer weiten Matte die Partien zusammen und ordneten sich zum Spiele, das hundertmal schöner und tausendmal nationaler ist als das fratzenhafte Komödiespielen, das den Leib nicht übt, an dem die Seele nicht wohl, lebt, das eine leidige Nachahmung ist und Gelegenheiten zum Faulenzen oder Hudeln gibt.
Der günstigste Standpunkt wurde auserlesen, die Sonne für die Abtuenden in den rücken genommen, der Sparren zum Schlagen des Hurnusses sorgfältig gestellt, wo kein dunkler Hintergrund das Aufsteigen des Hurnusses verbarg, wo er gleich von der Stange weg in freier Luft wahrgenommen werden konnte. Wo dies nicht beachtet wird oder der Tag etwas dunkel ist und der Schläger den Hurnuss rasch und kräftig zwickt, da fliegt er mit solcher Schnelligkeit, dass er nicht wahrgenommen wird, bis er Einem schwer verletzend an den Kopf fliegt oder mit dumpfem Schlage neben Einem zu Boden fällt. Daher haben auch die Vordersten im Ziele die Aufgabe, denselben, sobald sie ihn erblicken, mit Händen und Schaufeln den Hintern zu zeigen, und weitin schallt dann das ängstliche: "Da da, da da, hier hier!"
Lange gings, bis der Sparren oder die Stange aufgerichtet war in ebenrechter Höhe, bis das Ziel ausgesteckt war in ebenrechter Weite und Breite, bis die Regeln des Spieles festgesetzt waren und geloset war, wer anschlagen solle. Jede Partie suchte ihre wirklichen oder vermeintlichen Vorteile, und eine brauchte nur etwas vorzuschlagen, so verweigerte es die andere hartnäckig, etwas Verdächtiges dahinter witternd. Dann zankte man sich, bis die Alten sich dareinlegten, den Einen oder den Andern nebenausriefen, ihm etwas ins Ohr sagten, welches gewöhnlich darauf hinauslief: mit Aufgeben eines Vörtelchens ein anderes zu erlistelen.
Es war schon über zwei Uhr geworden, ehe die Spieler ins Ziel traten, sich verstellten, vom Sparren herauf der Ruf ertönte: "Weit dr ne?", von dort her die Antwort kam: "Gät ume!", ein Schläger rasch hinzutrat, aufzog, den Stecken über den Sparren, ihn hörbar berührend, niedersausen liess, alle Herzen pochten, alle Mäuler aufgingen, alle Augen in zitternder Spannung zum Hurnuss sahen, ihn suchten in der Luft, ihn nirgends sahen; und während alle die Augen aus dem kopf sahen, tönte ein zweiter Schlag, da flog der Hurnuss hoch herein übers Ziel, wurde zu spät entdeckt und machte eins. Der erste Schlag war ein Vexierschlag gewesen.
Ich will nun nicht fortfahren, wie ich angefangen, nicht den Lauf des gesamten Spiels erzählen, wie oft man branzte miteinander über vermeintliche und wirkliche Täuschungen, wie man sich manchmal die Fäuste unter die Nase hielt, wie die Alten Schiedsrichter sein mussten, wie sie mittelten von beiden Seiten und wie die Jungen sich ihnen fügten, freilich oft sperrig; wie die Alten sich nicht entalten konnten, praktischen Unterricht zu geben, einem Schläger zuzurufen: Er solle bas hingere stah oder bas füre; den Abtuenden: Sie sollen sich besser auseinanderlassen und ihre Schaufeln nit z'gly werfen, das sei nichts wert. Ich will auch nicht weiter beschreiben, wie allmählich ein dichter Kranz von Zuschauern die Spielenden umschlang, wie die alten Mütter mit pochenden Herzen an dem Spiele teilnahmen, wie die Mädchen vor Angst oder Freude zitterten, wenn ihr Liebster ans Schlagen trat oder den Hurnuss abtat, auch nicht, wie die Buben von Erdöpfelkofen und Brönzwyler sich boshaft neckten und endlich jämmerlich prügelten, bis die Mütter und Schwestern sie auseinanderrissen, während die Väter und Brüder es nicht der Mühe wert fanden, einzuschreiten. Das alles will ich nicht erzählen, sondern bloss noch sagen, dass die Erdöpfelkofer es verloren, freilich nur um eins, aber doch verloren. Sie zankten sich zwar tüchtig, ehe sie es glauben wollten, versuchten alle List und alle Vörtel,