ander Gesicht gemacht, kein Wort lauter gesprochen, es sei gewesen, wie wenn alles ihn nichts anginge. "Uli ist ein Bursch, er kann sein Glück machen, wo er will; er ist brühmt zentum, und wenn mancher Herr wüsste, was das für ein Bursch wäre, es reute ihn kein Geld, er setzte an, bis er ihn hätte." Uli mache ihr Kummer. Er trage es ihnen wegen dem Elisi nach. Aber er sollte dem lieben Gott danken, dass es so gegangen, er wäre ein unglücklicher Mensch geworden und hätte doch zuletzt an allem schuld sein sollen. Wenn Uli wollte, die Sache würde sich machen, und ein Jahr in das andere gerechnet, sollte er seine tausend Pfund vorschlagen. "Ich weiss, was der Hof abträgt, wenn man es treibt, wie Uli es treiben kann, wenn er und Vreneli zusammenspannen. Das kann Euch kochen, es ist allen recht, und sie schlecken noch die Finger bis an die Ellbogen, und braucht doch fast ds Halbe weniger als Manche, die meint, wie sie es könne, und doch die Diensten allemal grännen, wenn sie nur bei der Küche vorbeigehen." Uli habe ihr Zutrauen, ein böses Jahr hätte er nicht zu fürchten. "Vetter Johannes," sagte die Base, "du musst doch nicht glauben, dass wir so wüste Hüng wären, wegen einem bösen Jahr den Lehnmann über Nichts zu bringen. Wenn wir den Hof selber hätten, so hätten wir ja auch das böse Jahr, und warum sollte es der Lehenmann allein entgelten, wenn es zu trocken oder zu nass ist? Es ist doch immer unser Hof, und was vermag er sich dessen? Es hat mich schon manchmal wüst düecht, wenn ein Lehenmann immer den gleichen Zins geben muss, gebe es etwas oder gebe es nichts. Nein, Vetter, Joggeli ist wunderlich, aber der Wüstest doch nicht, und wenn alles fehlen sollte, so ist es dann nicht, dass ich nicht auch noch et- was hätte, womit ich nachhelfen könnte."
"Base," sagte Johannes, "nehmt es mir nicht für ungut, aber wenn man etwas Rechtes machen will, so muss man von allem reden. Die Sache freut mich für Euch und Uli und auch für mich, denn an Uli ist mir etwas gelegen. Es ist wahr, er ist mir fast so lieb wie mein eigen Kind, und was ich für ihn tun kann, das spare ich nicht. Er hat mir auch von Elisi geredet, und da habe ich ihm die Sache missraten. Es ist ihm damals nicht recht gewesen, ich sah es ihm wohl an. Es nimmt mich wunder, ob er mir jetzt etwas davon sagt. Soll ich mit ihm von der Sache reden, so ihm ablosen von weitem, was er im Sinne hat, oder gleich mit der tür ins Haus, oder wollt Ihr zuerst mit Vetter Joggeli reden?" "Ich wäre lieber mit Uli und Vreneli im Reinen, und deswegen bin ich mit ihnen gekommen", sagte die Base. "Fange ich Joggeli davon an und wollen später Uli und Vreneli nicht, so muss ich mein Lebtag hören, was ich da einmal Dumms hervorgebracht, von wegen er ist gar wunderlich und kann einem eine Sache nicht vergessen; darneben ist er der Wüstest nicht. Wenn es sich dir schickt, Vetter, so lose Uli ab, was er denkt, ziehe ihm die Würm aus der Nase; es wäre mir sehr lieb, wenn ich wüsste, woran ich mit ihm wäre. Es dünkt mich, ich wäre wie im Himmel, wenn die Sache im Reinen wäre. Gefällt Euch das Meitschi aber nicht auch?" fragte die Base. Und Johannes und seine Frau rühmten nun, wie hübsch es sei und appetitlich, und der Erstere versprach, zu helfen, was er könne.
Selben Abend schickte es sich ihm nicht, er war mit Uli nie allein. Aber am andern Morgen, sobald sie zMorgen gegessen hatten, fragte Johannes den Uli: Ob er mit ihm auf den Herd hinauswolle, er möchte ihm zeigen, was er angesäet hätte, und dies und jenes ihn fragen. Die Base mahnte, ja nicht zu lange auszubleiben, indem sie zeitlich verreisen wollten, um nicht zu spät heimzukommen. Während nun Johannese Frau der Base zusprach, dass sie heute noch hier bleiben sollten, wandelten die Männer ab.
Ein schöner Morgen war es wieder. Ein Kirchturm nach dem andern gab sein Zeichen, dass es heute der Tag des Herren sei, die Herzen sich öffnen sollen dem Herrn, um Sabbat mit ihm zu halten, seinen Frieden zu empfangen, seine Liebe zu empfinden. Es ward den beiden Wandelnden auch feierlich im Gemüte, über manchen Acker waren sie gewandelt mit wenig Worten. Sie waren an einen Waldsaum gekommen, von wo man das Tal schwimmen sah in dem wunderbaren herstblichen Duft und von vielen Kirchtürmen her das Geläute der Glocken hörte, welche die Menschen zusammenriefen, in den geöffneten Herzen den Samen zu empfangen, der sechzig- und hundertfältig Früchte tragen soll in gutem Herzensgrunde. Schweigend setzten sie sich dort und liessen einziehen durch die weiten Tore der Augen und Ohren des Herren herrliche Predigt, die alle Tage ausgeht in alle land ohne Worte, liessen in tiefer Andacht die Töne widerklingen im Heiligtum ihrer Seelen.
Endlich fragte Johannes: "Du bleibst nicht in der Glungge?" "