wohl nicht so bös gehen, sondern besser kommen, als man denke. Aber die Base schüttelte den Kopf und klagte fort, wie sie gedacht hätte, wenn es einmal geheiratet sei, so werde es auch etwas angreifen, es werde ihm schon noch anders kommen; aber es komme ihm nicht. Den ganzen Tag habe es die hände über einander, mache die Dame; es sei ein Schlärpli und werde sein Lebtag eins bleiben. Wenn sie ihm nur den Zehnten eingeben könnte, was Vreneli sei, so wollte sie glücklich sein. Ihm gebe alles nichts zu tun, es möge sein, was es wolle, und alles sei immer gemacht, es düech eim, es könne hexen, und wenn ds Elisi an einem Sessel den Staub abwischen sollte, so hätte es einen ganzen Tag daran, und den andern müsste es im Bette liegen. Manchmal am Nachmittag sei noch kein Bett gemacht, und abends um neun Uhr wisse man noch nicht, was man zu Nacht essen wolle. Es hätte sie hoch aufgesprengt, als sie das gesehen. "Aber sägits daheim niemere, ih möchte nit, dass es no uschämti," setzte sie hinzu und trocknete sich die Augen.
Vreneli war wieder gut geworden; das Lob hatte ihm wohl, getan, es wusste eigentlich nicht warum. Es schwatzte, rühmte, schalt das Essen, schenkte ein und neckte Uli, er hätte immer nur leer. Die Mutter vergass auch ihren mütterlichen Jammer, und hellauf fuhr man wieder ab, dem vetterlichen haus zu. Uli hatte nun viel zu berichten, wem dieses Haus gehöre, wem jener Acker. Als er den ersten Acker sah, der dem Vetter Johannes gehörte, lachte ihm das Herz im leib. Alles, was er auf demselben geschafft, ging wieder in ihm auf; von weitem zeigte er ihn, pries seine Eigenschaften. Dann kam ein anderer und wieder ein anderer, und sie fuhren zum haus, ehe sie daran dachten. Dort machte man Kabis ein im Schopf, die ganze Haushaltung war da versammelt. Alles hob die Köpfe auf, als das unerwartete Wägeli daherkam. Erst kannte man die Leute nicht, dann erhob sich ein Geschrei: "Es ist dr Ueli, dr Ueli!", und die Kinder sprangen aus dem Schopfe; dann sagte Johannes: "d Base in der Glungge kommt mit; was Guggers kommt die an, was bringt die wohl?" Er und seine Frau traten nun auch hinaus, längten die hände hinauf zum Willkomm, und Eisi, des Johannese Frau, sagte: "Gottwillche, Ueli, bringst is dy Frau?" Da lachte die Base wieder herzlich auf und sagte: "Da ghöret drs, dr möget welle oder nit, es muess sy, all Lüt säges ja." "An allen Orten sieht man uns für ein Hochzeit an," erläuterte Uli, "weil wir am Samstag mit einander fahren, wo so viele Hochzeit auf der Strasse sind." "He und nicht nur das," sagte Johannes, "sondern es düecht mich, ihr schicktet euch nicht übel zusammen." "Ghörst, Vreneli," sagte die Base, "der Vetter meints auch, da hilft Wehren nichts mehr." Bei Vreneli hatte Weinen mit lachen gekämpft, Zorn mit Spass; endlich überwand es sich der Leute wegen, das Letztere siegte, es antwortete: Es hätte immer gehört, wenn es ein Hochzeit geben sollte, so müssten Zwei wollen; bei ihnen aber wolle gar Keins, und so sehe es nicht ein, wie etwas aus der Sache werden solle. "Was nicht ist, kann werden," sagte des Johannes Frau, "so etwas kommt oft ungesinnet." Es gspüre einmal noch nichts davon, sagte Vreneli, brach dann aber ab und gab die Hand noch einmal und sagte: Wie uverschant es sei, dass es mitgekommen, aber die Base habe es haben wollen, sie könne es jetzt versprechen, wenn es ihnen in den Kosten sei. Es freue sie gar wohl, dass sie einmal gekommen, sagte die Hausfrau und hiess dringlich hineinkommen, gäb wie die Andern sagten: Sie wollten sie nicht versäumen, vor dem haus bleiben, helfen, es sei so schön und frein da aussen!
Wie sie nun auch sagten, sie hätten nichts nötig, hätten erst gegessen, so wurde doch gefeuert, und nur durch dreimaliges Hinausgehen konnte eine förmliche Mahlzeit verhindert, die Guttätigkeit auf ein Kaffee zurückgebracht werden. Vreneli hatte bald mit dem ältesten Mädchen, das aus einem rührigen kind eine schöne Jungfrau geworden war, Freundschaft geschlossen und musste alle dessen Herrlichkeiten in Augenschein nehmen. Uli blieb aus schuldigem Respekt nicht gar lange in der Gesellschaft, die ältern Leute wurden alleine gelassen. Endlich mit einem schweren Seufzer begann die Base: Sie müsse fry gerade sagen, warum sie komme, sie hätte nirgends besser hingewusst um Rat und hülfe als hieher. Der Johannes hätte ihnen schon so oft gedienet, dass sie gedacht, er lasse sie diesmal auch nicht im Stich. Es sei alles so gut gegangen bei ihnen, es sei eine Freude gewesen. Freilich hätte einige Zeit lang Uli ihr Elisi in den Kopf genommen, aber daran sei das Meitschi selbst schuld gewesen, und sie glaube, Uli hätte zuletzt doch eingesehen, dass das Meitschi nichts für ihn sei. Da hätte sie das Unglück in den Gurnigel hinauf geschlagen, dort das Elisi seinen Mann aufgegabelt, und seiter