essen, sie hätte Hunger und sie möge ds Vetter Johannese nicht zur Mittagszeit kommen, das gebe gar viel Umstände. So im halben Tag sei es am anständigsten und kommodesten, da könne man es mit einem Kaffee machen, das sei bald gemacht und man nehme es doch gern. Uli gehorchte, fuhr vor, und ziemlich wurden sie vom Stubenmädchen empfangen. Dasselbe führte sie in eine stube und öffnete sie mit den Worten: "Geht nur hinein, es sind schon zwei drinnen," und drinnen empfing sie der Ruf: "Das geht gut, da kommt noch eins" – Hochzeit nämlich! Die Base lachte, dass es sie über und über schüttelte, und sagte: "Du siehst, es muss sein. Du magst dich wehren, wie du willst, es gilt dich doch." Dahinein bringe es niemand, sagte das zornig gewordene Vreneli, und wenn es den ganzen Tag so gehen solle, so laufe es zu Fuss heim. "Und von dir, Uli, ist es auch nicht bravs, dass du nicht witziger bist als so, du tätest sonst deinen Meien ab dem Hut. Ich habe dir aber nichts darauf, weisst du es nur." Da sagte Uli: Bös wolle er es nicht machen, er hätte es für einen Spass angesehen. Wenn es es aber so nehme, so wolle er ihm gerne seinen Meien geben und, wenn es wolle, heimgehen; sie könnten mit dem Kohli wohl fahren, er sei sicher. Vreneli nahm den Meien und sagte: "Dankeigist!" Aber die Base sagte: "Ich hätte ihm ihn nicht gegeben, ihr habt euch einander nicht zu verschämen." "Und kurz und gut, Base, sei das, wie es wolle, so will ich nichts davon, und zu den Hochzeitleuten will ich nicht, und wenn Ihr nicht mit mir in die Gaststube kommen wollt, so laufe ich heim auf der Stelle", begehrte Vreneli auf. "Das ist mir doch afe es Meitli, das," sagte die Base. "Uli, wenn ih dih wär, su nähmt ih das uf e Gunte." "Mira, nehm er es, wenr will; aber ih hätt bald gseit, Ueli syg witziger as anger Lüt und heig o selber nit Freud a öppis Dumms eso." "Wart ume, Vreneli," sagte die Base, "es wird dir o scho angers cho, zell druf. E Hochzytere z'si ist doch de am Eng e schöni sache." "Was, e schöni sache! E arme Tüfel isch e Hochzytere," sagte Vreneli. "Hochzyt ha isch no viel ärger as Sterbe. Bim Sterbe weiss me doch no öppe, ob me selig wird oder ob eim dr Tüfel nimmt, bim Hochzyta cha me gar nüt wüsse. We me meint, dr Himmel syg voll Gyge, su sys zletzt luter Donnerwetter. U we me meint, mi heig dr Freinst, su isch es de zletzt, we me recht luegt, dr wüestisch Hung." "O Meitschi," sagte die Base, "du heschs o so wie äy Bettlere, wo gseit het, sie möchte kei Büri sy, vo wege sie mög dKüechleni nit erlyde, das syg ere doch es Dolders Fresse, u wo me du grad druf im ene Cheller erwütscht het, wo sie e ganzi Bygete het welle stehle. gang mr doch mit sellige Rede, mi vrsüngt sih drmit gar gern. U we me scho e wenig kybig isch, sym Mul soll me doch geng e Rechnig mache. Mi weiss nie, was es eim gä cha, u we me de drin isch, su chunts eim wieder zSinn, was me gredt het, u selligi Wort chönne eim mengisch Tag und Nacht vrfolge, ärger as e Truppele wildi Tier, dass me kei Rue meh het. U menge het ne nit angers wüsse z'ertrünne as dür e Tod." "Base," sagte Vreneli, "ih han Ech nit welle höhn mache u dih o nit, Ueli, aber löyt mih rüeiig! Ih bi nüt as es arms Meitschi, u drum muess ih mih wehre, we mih öpper no zu öppis Mingerem mache will." "Bhüetis," sagte die Base, "das chunt niemerem zSinn, u es wär mängi rychi Tochter froh, si wär, was du. Ja ih wett o gern öppis minger ha u no fry ordelig minger, we ds Elisi wär, was du. Du machst en iedere Ma glücklich, er ma rych oder arm sy. Mi cha dih histelle an esn ieders Ort, wo me will, u ds Elisi isch, helf mr Gott, nüt. Ih weiss o nit, wie das cho isch, u ha doch Beidi erzoge. Aber es isch o nit Eim gä wie am Angere. Du masch arüere, wasd witt, su steits dr wohl a, u wenn ih e junge Bursch wär, su seit ih: Die u ke Angeri! U was ds Elisi macht, isch uwatlig; da wirds no Vrdruss gä, dä mih i ds Grab bringt."
Der guten Mutter schossen die Tränen in die Augen, und ds Vreneli, das bei sich selbst gedacht hatte, es könnten Zwei an einem Orte und von der gleichen person erzogen werden und doch ungleich, sagte dieses nicht, sondern tröstete: Es werde